Cyberkriminalität: 86 Prozent aller Phishing-Angriffe nutzen KI
11.06.2026 - 02:31:35 | boerse-global.de
Besonders betroffen: Fake-Shops, Phishing und Identitätsdiebstahl.
Gastbestellungen statt Kundenkonto
Die CHIP-Redaktion empfiehlt derzeit Gastbestellungen beim Online-Shopping. Der Grund: So entstehen keine dauerhaften Kundenkonten. Persönliche Daten landen nicht in Marketing-Datenbanken. Ein aktuelles Datenleck bei einem Kosmetikanbieter zeigt, wie schnell Kundendaten kompromittiert werden können.
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Experten raten zu weiteren Schutzmaßnahmen: Nur minimale Pflichtangaben machen, Wegwerf-E-Mail-Adressen nutzen. VPN und Inkognito-Modus reduzieren den digitalen Fußabdruck. Bei der Bezahlung sind Dienste wie PayPal sicherer als direkte Kreditkarteneingaben.
WM-Fake-Shops locken mit Billig-Trikots
Die Fußball-WM dient Kriminellen als Einfallstor. Verbraucherschützer beobachten vermehrt Fake-Shops: Fanartikel wie Trikots für 45 Euro statt der üblichen 100 Euro. Auch gefälschte Eintrittskarten sind im Umlauf. Die offiziellen Tickets gibt es ausschließlich über die FIFA-Plattform.
Öffentliche WLAN-Netze sind ein weiteres Risiko. Laut einer ExpressVPN-Umfrage würden sich 77,2 Prozent der deutschen Fans mit Netzwerken verbinden, deren Name auf den Veranstaltungsort verweist. Solche Verbindungen eignen sich perfekt für Phishing. In Frankreich lag die Phishing-Quote bei Sportgroßereignissen bereits bei 29 Prozent.
KI macht Betrug professioneller
Die Angreifer rüsten technologisch auf. Laut KnowBe4 nutzen 86 Prozent aller Phishing-Angriffe künstliche Intelligenz. Die Täuschungsversuche werden qualitativ besser – etwa bei Kalendermanipulation oder Angriffen über Microsoft Teams. In den USA verursachte KI-gestützter Betrug bereits Schäden von rund 893 Millionen Euro.
Der Fokus verschiebt sich: Weg von technischen Sicherheitslücken, hin zum Diebstahl von Zugangsdaten. Das Angebot an gestohlenen Logs im Darknet stieg um 72 Prozent. Der Mensch bleibt mit 74 Prozent der Vorfälle der zentrale Angriffspunkt.
BSI empfiehlt Abschied von SMS-TAN
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Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Verein Deutschland sicher im Netz (DsiN) setzen auf mehrstufige Absicherung. Die SMS-basierte Zwei-Faktor-Authentisierung gilt als überholt – SIM-Swapping macht sie angreifbar. Besser: Authentifizierungs-Apps, Passkeys oder Hardware-Schlüssel.
Auch Softwarehersteller reagieren. Microsoft schloss im Juni-Patchday kritische Lücken – unter anderem im Kernel (CVE-2026-45657) und bei BitLocker. Apple kündigte für iOS 27 eine KI-gestützte Passwort-App an. Sie erkennt kompromittierte Passwörter und aktualisiert sie automatisch.
Sparkassen-Kunden müssen umstellen: Die S-ID-Check-App wird Ende 2026 eingestellt. Der Umstieg auf S-pushTAN läuft. Betrüger versuchen bereits jetzt, den Wechsel für Phishing zu nutzen.
