Cyberkriminalität, Milliarden

Cyberkriminalität: 1,9 Milliarden Euro Schaden durch KI-Betrug

15.06.2026 - 20:46:18 | boerse-global.de

Immer mehr Deutsche werden Opfer von Cyberkriminellen, die Fernwartungssoftware und KI für Betrug nutzen. Ein Schlag gegen ein Netzwerk zeigt das Ausmaß.

Cyberkriminalität in Deutschland: Neue KI-Methoden und Fernzugriffe
Cyberkriminalität - Ein Smartphone-Bildschirm mit fehlerhafter Benutzeroberfläche und Warnsymbolen, gespiegelt im Auge einer Person. 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Sicherheitsbehörden schlagen Alarm: Immer mehr Deutsche werden Opfer von Cyberkriminellen, die per Fernwartungssoftware direkt auf Smartphones zugreifen oder künstliche Intelligenz für massenhafte Phishing-Angriffe nutzen. Aktuelle Fälle aus Thüringen und Sachsen sowie ein internationaler Schlag gegen ein KI-gestütztes Betrugsnetzwerk zeigen das Ausmaß.

Anzeige

Ob Online-Banking, Shopping oder private Nachrichten – unser Smartphone ist das Hauptziel für Cyberkriminelle geworden. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 5 einfache Schritte, mit denen Sie Ihr Android-Gerät sofort gegen Hacker und Datenmissbrauch absichern können. Jetzt gratis Sicherheits-Ratgeber herunterladen

50.000 Euro Schaden durch Fernzugriff aufs Handy

Ein 44-Jähriger aus Gera wurde über Monate hinweg betrogen – der Schaden: rund 50.000 Euro. Die Täter verschafften sich über eine Fernwartungssoftware Zugriff auf sein Smartphone. Dann nahmen sie in seinem Namen Kredite auf und überwiesen die Summen auf ein Krypto-Wallet.

Die Polizei warnt eindringlich: Niemand sollte Unbekannten Fernzugriff auf sein Handy gewähren, besonders nicht bei versprochenen Gewinnen.

Fast zeitgleich verlor ein Mann aus dem Vogtlandkreis ebenfalls knapp 50.000 Euro durch Anlagebetrug. Nachdem er über eine Werbeanzeige sensible Daten preisgegeben hatte, beantragten die Täter 23 Kredite bei elf verschiedenen Banken.

Google reicht Klage gegen KI-Betrugsnetzwerk ein

Parallel zu den lokalen Fällen gingen US-Behörden und Google gegen eine hochprofessionelle Bande vor. Mitte Juni reichte der Konzern Zivilklage gegen das Netzwerk „Outsider Enterprise“ ein. Die Gruppe soll Googles KI-Modell Gemini missbraucht haben, um Phishing-Kampagnen zu automatisieren.

Die Bilanz ist erschreckend: Allein in zwei Wochen im Mai verschickten die Täter rund 2,5 Millionen SMS und erstellten etwa 9.000 gefälschte Webseiten. In einer gemeinsamen Aktion mit dem FBI und Black Lotus Labs konnte die Plattform Mitte Juni zerschlagen werden.

Rund 3,87 Millionen Kreditkartendaten wurden kompromittiert. Der Gesamtschaden: geschätzte 1,7 bis 1,9 Milliarden Euro.

Anzeige

Kriminelle nutzen immer raffiniertere Methoden wie KI-gestütztes Phishing, um an Ihre sensiblen Zugangsdaten zu gelangen. Schützen Sie Ihre Konten effektiv vor Hacker-Angriffen und erfahren Sie im kostenlosen Spezialreport, wie Sie Passkeys bei Amazon, WhatsApp & Co. sicher einrichten. Kostenlosen Passkey-Guide jetzt sichern

PayPal-Masche: Echte Bestätigungen manipuliert

Neben dem direkten Gerätezugriff entwickeln Kriminelle immer neue Methoden. Aktuell beobachten Experten eine Masche, bei der echte PayPal-Zahlungsbestätigungen manipuliert werden. Die Täter ändern den Betreff der Mails und locken Empfänger zu gefälschten Hotlines.

Auch im professionellen Bereich besteht dringender Handlungsbedarf. Die Bundeszahnärztekammer warnt: Bestimmte elektronische Heilberufsausweise der Generation 2.0 werden zum 30. Juni gesperrt. Ohne rechtzeitigen Austausch sind dann keine E-Rezepte mehr möglich.

Selbst Barzahlung schützt nicht vor Betrug

Ein Fall aus Niederbayern zeigt: Selbst bei persönlicher Übergabe und Barzahlung lauern Risiken. Ein Käufer erhielt statt eines bestellten Smartphones nur Werkzeug und eine Dankesnotiz – nachdem er den Kaufpreis bei der Paketübergabe bezahlt hatte. Die Polizei ermittelt.

de | wissenschaft | 69546997 |