Cybercab-Untersuchung: NHTSA prüft Teslas Robotaxis ohne Lenkrad
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 16:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) hat eine offizielle Untersuchung gegen den Elektroautohersteller Tesla eingeleitet.
Gegenstand der Prüfung sind die neu eingeführten Cybercab-Robotaxis, die ohne herkömmliche Bedienelemente wie Lenkrad oder Pedale konzipiert wurden. Die Behörden untersuchen, ob das Design der Fahrzeuge mit den geltenden Sicherheitsvorschriften für den US-Straßenverkehr vereinbar ist.
Audit-Verfahren nach Betriebsstart in Texas
Die NHTSA eröffnete unter dem Aktenzeichen AQ26002 eine sogenannte Audit Query. Diese Maßnahme erfolgte unmittelbar nach dem Start des kommerziellen Robotaxi-Dienstes in Austin, Texas, Anfang September 2026. Der Umfang der behördlichen Untersuchung umfasst schätzungsweise 1.000 Cybercabs von Tesla.
Tesla selbst gab an, zum Start des Dienstes 45 Cybercab-Fahrzeuge in Austin einzusetzen. Insgesamt operiert das Unternehmen in Texas mit einer Flotte, die neben den neuen Robotaxis auch 375 weitere Tesla-Modelle umfasst. Trotz der laufenden Ermittlungen wird der Betrieb des Cybercab-Dienstes in Austin derzeit fortgeführt.
Prüfung der Selbstzertifizierung und Sicherheitsstandards
Teslas Cybercab steht ohne Lenkrad und Pedale in der Kritik der US-Verkehrssicherheitsbehörde. Die NHTSA prüft, ob die Selbstzertifizierung mit geltenden Sicherheitsstandards vereinbar ist – eine Frage, die auch den Aktienkurs belastet. Unser kostenloser Report liefert eine Einordnung der Untersuchung, die wichtigsten Zulassungsregeln und eine Risikobewertung für Anleger. Jetzt kostenlosen Analyse-Report anfordern
Ein zentraler Punkt der Untersuchung ist die rechtliche Grundlage für den Einsatz der Fahrzeuge. Tesla hat für die Cybercabs keine explizite Ausnahmegenehmigung (Exemption) bei den US-Behörden beantragt. Stattdessen setzte das Unternehmen auf eine Selbstzertifizierung der Fahrzeuge, obwohl diese bauartbedingt über keinerlei manuelle Kontrollmöglichkeiten verfügen.
Die NHTSA prüft nun, inwieweit die Federal Motor Vehicle Safety Standards (FMVSS) für das Cybercab anwendbar sind. Diese Standards schreiben derzeit noch manuelle Steuerungen für Kraftfahrzeuge vor. Die Behörde stellte klar, dass die bestehenden Sicherheitsnormen bis zu einer offiziellen Regeländerung uneingeschränkt gültig bleiben. Die Untersuchung soll klären, ob Teslas Vorgehen der Selbstzertifizierung in diesem Fall zulässig war.
Markt reaktion und regulatorischer Hintergrund
Die Nachricht über die behördlichen Ermittlungen löste am Aktienmarkt deutliche Reaktionen aus. Der Kurs der Tesla-Aktie sank in der Folge um fast 6 % auf 354,08 US-Dollar.
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In der Branche gibt es für ähnliche Fälle bereits Präzedenzwerte. Der Wettbewerber Zoox erhielt im Juli 2026 eine Ausnahmegenehmigung für den Betrieb von jährlich 2.500 Fahrzeugen. Dies geschah jedoch erst, nachdem das Unternehmen eine zuvor vorgenommene Selbstzertifizierung zurückgezogen hatte.
NHTSA-Administrator Morrison betonte im Zusammenhang mit der aktuellen Prüfung die Bedeutung eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen technologischer Innovation und der Sicherheit im Straßenverkehr. Die Behörde werde die Einhaltung der geltenden Standards strikt überwachen, während die Integration autonomer Systeme voranschreitet.
