Cybercab: Tesla startet fahrerloses Robotaxi in Texas
29.05.2026 - 08:33:18 | boerse-global.deDer Elektroautopionier erreicht einen Meilenstein: Das erste Cybercab ohne Lenkrad und Pedale hat die Produktion verlassen.
Am 28. Mai 2026 rollte das goldfarbene Fahrzeug im Giga Texas-Werk vom Band – ein symbolträchtiger Moment für Teslas Robotaxi-Programm. Firmenchef Elon Musk veröffentlichte Aufnahmen des fahrerlosen Zweisitzers, der nun in die finale Produktionsphase eintritt. Zeitgleich erteilte sich Tesla selbst die Zertifizierung für Level 4-Autonomie nach dem texanischen Gesetz Senate Bill 2807. Damit sind kommerzielle Fahrten ohne Fahrer auf öffentlichen Straßen des Bundesstaates erlaubt.
Effizienzrekord und clevere Technik
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Die US-Umweltbehörde EPA hat das Cybercab als energieeffizientestes Elektroauto aller Zeiten zertifiziert. Mit einem Verbrauch von umgerechnet rund 165 Wattstunden pro Kilometer liegt das Fahrzeug etwa 40 Prozent unter dem eines Tesla Model 3. Der Akku fasst weniger als 50 kWh, die Reichweite beträgt bis zu 480 Kilometer.
Der Einstiegspreis soll unter 30.000 Euro liegen – ein aggressiver Wert. Anders als viele Konkurrenten setzt Tesla nicht auf Lidar, sondern auf ein reines Kamerasystem und induktives Laden. Ein am 26. Mai erteiltes Patent schützt eine integrierte Reinigungsanlage für die acht Bordkameras. Vier verschiedene Flüssigkeiten – darunter Alkohol und Schmiermittel – halten die Sensoren sauber.
Flotte schrumpft – Sicherheitsbedenken bleiben
Trotz der Betriebsgenehmigung in Texas fährt Tesla vorsichtig. Die Zahl der aktiven, unbeaufsichtigten Robotaxis im Bundesstaat sank von 25 im April auf nur noch 20 Fahrzeuge Ende Mai. Das ist der niedrigste Stand seit dem Höchstwert im Dezember 2025. Erlaubt sind fahrerlose Fahrten derzeit nur in Austin, Dallas und Houston – in Kalifornien fehlt noch die Zulassung.
Die Sicherheitsbilanz gibt Anlass zur Vorsicht. Die interne Unfallrate liegt bei einem Zwischenfall pro rund 91.000 Kilometer – menschliche Fahrer verunglücken dagegen statistisch nur einmal pro 800.000 Kilometer. Berichte aus Austin sprachen Anfang Mai von anhaltenden Navigationsproblemen und Verzögerungen. Musk selbst kündigte an, eine deutliche Flottenausweitung werde wohl bis zur Version 15 des Full Self-Driving-Systems warten – frühestens Ende 2026.
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Marktposition: Billiger als Waymo
Tesla will mit niedrigen Betriebskosten punkten. Eine Testfahrt in Dallas am 18. April 2026 über 3,6 Kilometer kostete 6,15 Euro – mehr als 50 Prozent weniger als eine vergleichbare Fahrt mit Alphabets Waymo. Branchenexperten rechnen vor, dass Teslas Kosten pro Kilometer dank günstiger Produktion und hoher Effizienz langfristig 30 bis 50 Prozent unter denen der Konkurrenz liegen könnten.
Die Analysten reagieren verhalten optimistisch. Für 2027 liegen die Konsensschätzungen für Robotaxi-Umsätze bei 1,84 Milliarden Euro. Einige Wall-Street-Experten prognostizieren jedoch ein Wachstum auf 42,4 Milliarden Euro bis 2030. Um diesen Anstieg zu stemmen, entwickelt Tesla derzeit ein 24 Hektar großes Flottenzentrum in Irving, Texas – die logistische Basis für den kommerziellen Regelbetrieb.
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