Cyberbetrug, Indien

Cyberbetrug in Indien: Razzien decken 370-Millionen-Euro-Netzwerk auf

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 18:37 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Großrazzia in Indien deckt Cyberbetrug in Milliardenhöhe auf. Dutzende Verdächtige festgenommen, darunter MBA-Studenten.

Indien-Razzien: Netzwerk von Cyberkriminellen mit Milliardenbetrug enttarnt
Eine Hand hält ein Smartphone mit verschwommenem, abstraktem digitalem Netzwerk auf dem Bildschirm, das Cyberbetrug und Datendiebstahl darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Koordinierten Razzien in mehreren indischen Bundesstaaten sind Ermittler auf die Spur eines riesigen Netzwerks von Cyberkriminellen gekommen. Die Aktionen am 11. und 12. Juli führten zur Festnahme Dutzender Verdächtiger, die mit ausgeklügelten Methoden Geldwäsche und Betrug in Milliardenhöhe betrieben haben sollen.

Neun Verdächtige in Banda festgenommen

In der Stadt Banda gelang der Polizei ein Schlag gegen eine Bande, die mit Schadsoftware Mobiltelefone geknackt haben soll. Neun Personen wurden am 11. und 12. Juli festgenommen. Die Ermittler werfen ihnen vor, über manipulierte APK-Dateien sensible Daten von Opfern gestohlen zu haben.

Polizeichef Palash Bansal leitete persönlich die Operation. Seine Beamten stellten Bargeld im Wert von umgerechnet rund 600 Euro, einen Laptop, sechs Bankkarten und mehrere Handys sicher. Die Bande soll mit gestohlenen Ausweisdokumenten Scheinfirmen gegründet und Konten für die Geldwäsche eingerichtet haben.

Millionenbetrug in Gujarat aufgeflogen

Noch größer ist der Fall, den das Cyberkompetenzzentrum von Gujarat am 12. Juli aufdeckte. Ein Netzwerk soll für Betrug in Höhe von umgerechnet rund 370 Millionen Euro verantwortlich sein. 15 Verdächtige wurden festgenommen – darunter zwei MBA-Studenten.

Die Drahtzieher sollen von Dubai aus operiert haben. Mit Scheinfirmen wie „Chamunda Communication" und „Pokaarchtex" eröffneten sie Firmenkonten mit besonderen Transaktionsmöglichkeiten. Über diese Konten flossen die Gelder durch 21 Bundesstaaten. Allein in Surat wurden sieben Personen festgenommen, die mehr als 130 Millionen Euro über 18 Konten verschoben haben sollen.

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Erfolge in Uttar Pradesh

Die Kampagne „Cy-Vajra" zeigt in mehreren Distrikten Wirkung:

  • Gonda: Fünf Festnahmen bei einem Mule-Konto-Ring, der über 21 Millionen Euro bewegt haben soll. Die Bande lockte Arbeitslose mit falschen Jobangeboten einer Solarfirma. Rund 3,6 Millionen Euro wurden eingefroren.
  • Shahjahanpur: Neun Festnahmen. Das Netzwerk erstreckte sich über fünf Distrikte. Die Täter stahlen TANs und ließen sich in der Kryptowährung USDT bezahlen.
  • Ghazipur: Sieben Festnahmen, darunter zwei Jugendliche. Die Bande lockte Opfer über WhatsApp und Telegram mit falschen Investmentangeboten.
  • Barabanki: Vier Festnahmen. Sie lieferten „Mule-Konten" gegen zehn Prozent Provision. Ein Konto soll innerhalb von fünf Tagen fast zwei Millionen Euro umgesetzt haben.

Staatliche Programme als Köder

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In Kanpur Dehat nahm die Polizei zehn Mitglieder einer Bande fest, die sich als Beamte ausgaben. Sie versprachen Opfern Wohnungen aus dem staatlichen Programm „PM Awas Yojana" und kassierten mit QR-Codes von Gaming-Apps. 23 Handys und 15 SIM-Karten wurden sichergestellt.

Die Ermittler stellten ein Muster fest: Über Telegram und WhatsApp wurden Opfer angeworben, Firmenkonten für schnelle Geldtransfers genutzt. Die Verfahren laufen nun nach dem indischen Strafgesetzbuch und dem IT-Gesetz.

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