Cyberangriffe: KI-Phishing steigt um 1.200 Prozent, Verluste bei 19,2 Mrd. Euro
07.06.2026 - 08:33:57 | boerse-global.de
Sie steckt in manipulierten Erweiterungen für die Spieleplattform Roblox. Hauptziel der Angreifer: der Diebstahl von Zugangsdaten für Kryptowährungen.
Breite Angriffswelle in der Gaming-Szene
Stealka ist kein Einzelfall. Die Gaming-Community gerät zunehmend ins Visier von Cyberkriminellen. Neben Roblox trifft es vor allem Minecraft-Spieler.
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Die als WeedHack bekannte Kampagne hat seit Jahresbeginn über 116.000 Systeme infiziert. Laut McAfee Labs kamen Anfang Juni bis zu 3.000 Neuinfektionen pro Tag hinzu. Die in gefälschten Minecraft-Mods versteckte Software stiehlt Passwörter, Browser-Cookies und Discord-Token.
Erweiterte Versionen enthalten zudem Keylogger und Webcam-Überwachung. Besonders betroffen: Nutzer in den USA, Deutschland, Indien und Großbritannien.
Angriffe auf Entwickler
Doch nicht nur Privatanwender sind im Visier. Die Sicherheitsfirma Wiz beobachtet hochspezialisierte Kampagnen gegen Profis im Krypto-Sektor.
Die Gruppe JINX-0164 nutzt gefälschte LinkedIn-Stellenanzeigen. Per präpariertem Meeting-Link installieren sie die Malware AUDIOFIX. Diese extrahiert GitHub-Token und verschafft Zugriff auf Code-Pipelines.
Bereits im April entdeckten Experten ein trojanisiertes npm-Paket namens @velora-dex/sdk. Es enthielt eine Backdoor. Vom Erstkontakt bis zur vollständigen Kompromittierung vergehen oft nur zwei Wochen.
KI treibt die Bedrohung
Künstliche Intelligenz macht Cyberangriffe effizienter. Laut FBI sind KI-gestützte Phishing-Angriffe in zwei Jahren um 1.200 Prozent gestiegen.
Banken in Deutschland, Österreich und Irland warnten Anfang Juni verstärkt vor Betrug via WhatsApp und SMS. Die weltweiten Verluste durch Cyberkriminalität beliefen sich 2025 auf rund 19,2 Milliarden Euro – ein Plus von 26 Prozent.
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Forscher der Universität Toronto stellten zudem einen autonomen KI-Wurm-Prototypen vor. Er infiziert Netzwerke selbstständig und passt Angriffe individuell an. Mit 1,5 Milliarden Parametern arbeitet er auch offline.
Kryptomarkt unter Druck
Die Sicherheitslage trifft den Kryptomarkt direkt. Der Liquiditätsanbieter TrustedVolumes verlor im Mai durch einen Hack rund 6,7 Millionen US-Dollar. Eine Schwachstelle in einem Smart Contract war die Ursache.
Parallel dazu bewegen sich große Kapitalströme. Am 6. Juni transferierte Ethereum-Mitbegründer Joseph Lubin über 80.000 ETH – rund 121 Millionen US-Dollar. Das Wallet war drei Jahre inaktiv. Marktanalysten beobachten solche Transaktionen genau, denn sie können Kurse kurzfristig beeinflussen.
Rechtliche Folgen für Roblox
Die Sicherheitsvorfälle haben auch juristische Konsequenzen. In Louisiana reichte eine Klage gegen Roblox ein. Ein registrierter Straftäter hatte die Plattform zur Kommunikation mit Minderjährigen missbraucht. Die Behörden werfen dem Unternehmen unzureichende Sicherheitsvorkehrungen vor.
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