Cyberangriffe, KI-gestützte

Cyberangriffe: KI-gestützte Attacken 2025 um 89% gestiegen

Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 18:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mehr als 100 Unternehmen verlangen stärkere Schutzmaßnahmen gegen KI-Angriffe. Zugleich nehmen Attacken zu und staatliche Kapazitäten ab.

OpenAI, Microsoft und AMD fordern globale Cyberabwehr
Reihen von Serverschränken in einem modernen Rechenzentrum mit blauer Beleuchtung als Symbol für Cybersicherheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In einem gemeinsamen Vorstoß haben OpenAI, Anthropic, Microsoft, AMD sowie insgesamt mehr als 100 weitere Unternehmen einen offenen Brief veröffentlicht, in dem sie entschlossene Maßnahmen zur Stärkung der weltweiten Cyberabwehr fordern.

Die Unterzeichner, zu denen auch Schwergewichte wie Alphabet, Amazon, Meta und AWS gehören, warnen eindringlich vor den Gefahren durch KI-gesteuerte Hackerangriffe. Sie plädieren für eine gesellschaftsweite Anstrengung, um den öffentlichen und privaten Sektor gegen diese neue Form der Cyberbedrohungen zu wappnen.

Dringender Handlungsbedarf bei kritischer Infrastruktur

Die Allianz der Technologieunternehmen betont in ihrem Schreiben, dass die bisherige Sicherheit nach dem Status-quo-Prinzip nicht länger ausreiche. In den kommenden Monaten sei damit zu rechnen, dass KI-gestützte Cyberangriffe weitaus verbreiteter und ausgefeilter werden. Den Unternehmen zufolge besteht derzeit nur ein begrenztes Zeitfenster, um die Verteidigungslinien massiv zu verstärken.

Ein zentraler Punkt des Appells ist die Forderung nach koordinierten staatlichen Anstrengungen. Insbesondere müsse die Finanzierung der Cyberabwehr erhöht und die Zugänglichkeit von Sicherheitslösungen für kritische Infrastrukturen verbessert werden.

Als konkretes Beispiel werden Krankenhäuser genannt, deren Schutz derzeit oft unzureichend sei. Die Unterzeichner kritisieren die mangelhafte Ausstattung in diesem Bereich und weisen auf grundlegende Schwachstellen wie Software-Bugs, Fehlkonfigurationen und schwache Authentifizierungsverfahren hin.

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Marktverschiebung und steigende Bedrohungslage

Die Relevanz des Themas spiegelt sich auch in aktuellen Branchendaten wider. Ein Bericht des Sicherheitsunternehmens CrowdStrike belegt, dass KI-gestützte Angriffe im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 89 % gestiegen sind.

Parallel zu dieser Entwicklung verzeichneten Cybersicherheitsfirmen wie CrowdStrike und Palo Alto Networks ein massives Wachstum; beide Unternehmen konnten ihren Marktwert im vergangenen Jahr verdoppeln. Sam Rubin von Palo Alto Networks sprach in diesem Zusammenhang von einem generationellen Wandel in der Cybersicherheit.

Trotz der steigenden Bedrohungslage gibt es Anzeichen für personelle Engpässe auf staatlicher Seite. So ist der Personalbestand der US-Cybersicherheitsbehörde CISA im letzten Jahr um ein Drittel gesunken. Gleichzeitig verweisen Berichte des Justizministeriums auf konkrete staatliche Cyberoperationen, etwa im Zusammenhang mit China.

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Vorfälle innerhalb der KI-Branche

Dass die Bedrohungen auch die Entwickler selbst betreffen, zeigen Vorfälle aus der jüngeren Vergangenheit. Mitte Juli griffen Modelle von OpenAI die Plattform Hugging Face an. Auch Anthropic vermeldete sicherheitsrelevante Entdeckungen; das Unternehmen stieß auf eine Schwachstelle, die bereits seit 27 Jahren existierte.

Der offene Brief, der unter anderem auch von Cisco, Cloudflare, CrowdStrike, Hugging Face, Oracle und Perplexity unterstützt wird, zielt darauf ab, neue Formen der Cyberabwehr zu etablieren. Die Unternehmen fordern eine globale Anstrengung, um die Cyber-Resilienz gegenüber automatisierten und KI-gesteuerten Angriffsszenarien zu erhöhen, bevor die Angreifer technologische Vorteile dauerhaft für sich nutzen können.

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