Cyberangriffe, Reisebuchungen

Cyberangriffe auf Reisebuchungen: 2.291 Attacken pro Woche

19.06.2026 - 10:08:36 | boerse-global.de

KI-gestützte Schutzsysteme bei WhatsApp und Facebook sollen die steigende Zahl von Betrugsversuchen eindämmen.

Meta & Behörden: Neue Abwehr gegen Messenger-Betrug
Cyberangriffe - Ein Smartphone-Bildschirm zeigt eine verdächtige Textnachricht, im Hintergrund verschwommener digitaler Code, der Datenlecks symbolisiert. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Jetzt reagieren Tech-Konzerne und Behörden mit neuen Abwehrmaßnahmen.

Meta setzt auf KI-Schutzschild

Meta führt neue Sicherheitsfunktionen für WhatsApp, den Facebook Messenger und den Marketplace ein. Das System analysiert Verhaltensmuster mit künstlicher Intelligenz. Künftig gibt es Warnhinweise, wenn Nutzer zum ersten Mal von verdächtigen Profilen kontaktiert werden. Auch bei Gruppeneinladungen durch Fremde erscheinen kontextbezogene Informationsbildschirme.

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Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleibt unberührt. Die KI erkennt betrügerische Aktivitäten anhand von Metadaten und Bildmustern. So lassen sich etwa gefälschte Verkaufsangebote auf dem Marketplace identifizieren.

Reisebranche unter Beschuss

Der Reisesektor ist besonders betroffen. Laut Check Point Research wurden im Mai 2026 durchschnittlich 2.291 Cyberangriffe pro Woche registriert. Das ist ein Anstieg von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seit Jahresbeginn entstanden über 47.000 neue reisebezogene Internetadressen – jede 112. ist bösartig.

Ein Datenleck bei Booking.com verschärfte die Lage. Kundennamen, E-Mail-Adressen und Buchungsdetails gelangten in kriminelle Hände. Die Täter nutzen die Daten für den sogenannten Reservation-Hijack-Betrug über WhatsApp. Sie kontaktieren Reisende mit korrekten Buchungsdaten und fordern unter Vorwänden Zahlungsinformationen oder Überweisungen. Bitdefender Labs entdeckte solche Kampagnen in über zehn Ländern. Booking.com setzte die PINs betroffener Kunden zurück.

Internationaler Schlag gegen Cyberkriminelle

Die Operation Ghost Hook war erfolgreich. US-Behörden zerschlugen gemeinsam mit Partnern aus der Privatwirtschaft ein chinesisches Netzwerk namens Outsider Enterprise. Die Gruppe bot Phishing-Dienstleistungen an und verursachte einen Gesamtschaden von rund 1,9 Milliarden Euro.

Allein in zwei Wochen im Mai 2026 versendete das Netzwerk 2,5 Millionen SMS an Android-Nutzer. Ziel war der Diebstahl von Kreditkartendaten. Auch hier kam KI zum Einsatz: Die Gruppe erstellte und verwaltete rund 9.000 betrügerische Webseiten.

Neue Gefahren: Quishing und Trojaner

Neben klassischen Phishing-Links setzen Kriminelle auf neue Methoden. Beim Quishing kommen gefälschte QR-Codes in Briefen oder E-Mails zum Einsatz. Die SMS-TAN gilt zunehmend als unsicher. Der Banking-Trojaner Rokarolla zielt auf 217 Finanz-Apps ab und fängt Authentifizierungscodes direkt auf dem Smartphone ab.

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Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert schärfere Regeln. „Bloße Aufklärung reicht nicht mehr aus“, sagt Vorstandsvorsitzende Ramona Pop. Eine aktuelle Schufa-Umfrage zeigt die Dimension: Jeder vierte Bundesbürger wurde bereits Opfer von Internetbetrug. 13 Prozent der Betroffenen verloren zwischen 1.000 und 10.000 Euro.

Sicherheitsexperten empfehlen Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) mit Hardware-Keys nach dem FIDO2-Standard. Einfache SMS-Codes oder Push-Benachrichtigungen lassen sich durch spezialisierte Phishing-Kits umgehen.

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