Cyberangriffe, KMU

Cyberangriffe: 90 Prozent der europäischen KMU betroffen

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 18:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Erhebung zeigt: Neun von zehn europäischen Mittelständlern erlebten Sicherheitsvorfälle. Die Mehrheit reagiert mit höheren IT-Budgets.

Kaspersky-Studie: 90% der europäischen KMU von Cyberangriffen betroffen
Ein IT-Mitarbeiter arbeitet konzentriert in einem modernen Büro vor mehreren Bildschirmen an Cybersicherheitslösungen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Sicherheitslage für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Europa hat sich im vergangenen Jahr drastisch zugespitzt. Wie aus aktuellen Erhebungen des Sicherheitsdienstleisters Kaspersky hervorgeht, waren 90 Prozent der europäischen KMU in den letzten zwölf Monaten von mindestens einem Sicherheitsvorfall betroffen. Diese nahezu flächendeckende Gefährdung unterstreicht die wachsende Komplexität der Bedrohungslandschaft, mit der sich mittelständische Betriebe konfrontiert sehen.

Die weitreichenden Folgen dieser Vorfälle führen in den betroffenen Betrieben zu einem Umdenken bei der Budgetplanung. Laut den vorliegenden Daten haben 74 Prozent der europäischen KMU, die einen Sicherheitsvorfall verzeichnen mussten, als direkte Reaktion darauf ihre Investitionen in die Cybersicherheit erhöht. Dieser Trend verdeutlicht, dass die Abwehr von digitalen Angriffen zunehmend als existenzielle Notwendigkeit begriffen wird, nachdem bereits konkrete Schäden oder Störungen im Betriebsablauf eingetreten sind.

Fachkräftemangel und technische Defizite als Risikofaktoren

Trotz der Bereitschaft zu höheren Investitionen identifizieren viele Unternehmen strukturelle Schwachstellen in der eigenen Organisation. Ein zentraler Risikofaktor bleibt dabei der Mangel an qualifiziertem Personal. Den Erhebungen zufolge sehen 24 Prozent der europäischen KMU das Fehlen von IT-Fachkenntnissen als wesentliches Hindernis für eine effektive Cybersicherheitsstrategie an. Die Schwierigkeit, entsprechendes Know-how intern aufzubauen oder extern zu rekrutieren, macht viele Betriebe anfällig für professionelle Angreifer.

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Neben dem Faktor Mensch spielen auch technologische Lücken eine Rolle, wenngleich diese seltener als Ursache angeführt werden als der Wissensmangel. Etwa 16 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass das Fehlen geeigneter Sicherheitslösungen ein entscheidender Grund für ihre jeweilige Anfälligkeit gegenüber Cyberattacken sei. Dies deutet darauf hin, dass ein Teil des Marktes Schwierigkeiten hat, die für ihre spezifischen Anforderungen passenden Schutzwerkzeuge zu identifizieren und zu implementieren.

Phishing und KI-gestützte Angriffe dominieren

Die Analyse der Angriffswege zeigt ein breites Spektrum an Methoden, mit denen Kriminelle versuchen, in Unternehmensnetzwerke einzudringen. Als häufigster Angriffsvektor wurde Phishing identifiziert, das bei 23 Prozent der betroffenen KMU in Europa zum Erfolg führte. Manipulierte E-Mails oder Nachrichten bleiben somit das primäre Werkzeug, um Zugriff auf sensible Daten oder Systeme zu erhalten.

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Besonders auffällig ist zudem die Rolle neuer Technologien bei der Bedrohungsentwicklung. Schwachstellen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) wurden von 18 Prozent der Unternehmen als Einfallstor genannt. Damit rangieren KI-basierte Risiken bereits vor klassischen Software-Schwachstellen, die bei 15 Prozent der Vorfälle eine Rolle spielten.

Ebenfalls mit jeweils 15 Prozent sind weitere spezialisierte Angriffsformen vertreten. Hierzu zählen das sogenannte Business Email Compromise (BEC), bei dem Angreifer geschäftliche Kommunikationswege manipulieren, sowie Angriffe auf die Lieferkette (Supply-Chain-Angriffe). Auch der Einsatz von Deepfakes zur Täuschung von Mitarbeitern oder Sicherheitssystemen wurde von 15 Prozent der betroffenen Unternehmen als Vektor für Sicherheitsvorfälle im vergangenen Jahr bestätigt. Diese Verteilung macht deutlich, dass KMU heute mit einer Vielzahl technisch anspruchsvoller Bedrohungen gleichzeitig konfrontiert werden.

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