Cyberangriff, Berlin

Cyberangriff Berlin: Rhysida fordert 2 Millionen Euro Lösegeld

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 22:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach dem Angriff auf Berliner Verwaltungssysteme laufen Ermittlungen. Rhysida droht mit einer Datenauktion, während weitere Abflüsse offenbleiben.

Cyberangriff auf Berlin: Rhysida fordert 30 Bitcoin Lösegeld
Dunkler Serverraum mit blinkenden Kontrollleuchten in einem modernen Verwaltungsgebäude nach einem Cyberangriff. Illustration mit AI erstellt.

Der Berliner Senat hat einen Cyberangriff auf seine Verwaltungssysteme bestätigt und eine Lösegeldforderung von 30 Bitcoin, umgerechnet rund 2 Millionen Euro, öffentlich gemacht. Hinter dem Angriff steht nach Angaben der Behörden die Ransomware-Gruppe Rhysida.

Eine Zahlung schließt der Senat kategorisch aus. Regierender Bürgermeister Kai Wegner erklärte, das Land Berlin lasse sich nicht erpressen. Senatssprecherin Christine Richter bestätigte die Forderungshöhe und wies darauf hin, dass die Angreifer eine Auktion der erbeuteten Daten bis Freitag angekündigt haben.

Umfangreicher Datendiebstahl

Rhysida beansprucht, insgesamt 5,79 Terabyte Daten aus dem Berliner Verwaltungsnetz erbeutet zu haben, verteilt auf 1,44 Millionen Dateien. Zu den nach Angaben der Gruppe entwendeten Kategorien zählen 124.823 Geodaten, 77.939 Rechtsdokumente, 55.553 Finanzdaten, 46.522 Verträge, 27.299 Personalakten, 11.777 vertrauliche Dokumente, 8.110 Infrastrukturdaten, 5.941 Passwörter, 2.738 Gesundheitsdaten sowie 2.287 Kontakte.

Darüber hinaus sollen personenbezogene Daten von 12.076 Personen betroffen sein, dazu 16.389 E-Mail-Adressen, 11.963 Telefonnummern und 148 IBANs. Unter den gestohlenen Daten fanden sich laut Berichten auch im Klartext gespeicherte Passwörter, darunter ein Beispiel wie „Sonnenschein13“.

Der Senat selbst hat die von Rhysida genannte Datenmenge und die Kategorien bislang nicht offiziell bestätigt. Einwohnerinnen und Einwohner Berlins wurden aufgefordert, verstärkt auf Phishing-Versuche zu achten.

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Ermittlungen dauern an

Der eigentliche Datenabfluss soll sich zwischen dem 7. und 12. August ereignet haben, die betroffenen Systeme wurden jedoch erst am 14. August isoliert – eine Lücke von etwa sieben Tagen, in der die Angreifer offenbar unbemerkt agieren konnten.

Nach Angaben des Senats werden derzeit rund um die Uhr 12.000 Systeme gescannt, um weitere Schwachstellen zu identifizieren. Die Untersuchungen zum Vorfall sind nach Senatsangaben noch nicht abgeschlossen, weitere Datenabflüsse könnten demnach nicht ausgeschlossen werden.

Als Konsequenz aus dem Angriff wurde der Homeoffice-Zugang für Mitarbeiter der Senatsverwaltungen für Verkehr und für Bauen, Stadtentwicklung und Mobilität nach erneuten Einschränkungen vollständig blockiert, nachdem Passwörter für Fachverfahren offengelegt worden waren.

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Auswirkungen auf Bürger und Verwaltung

Die Folgen des Angriffs sind bereits spürbar: Rund 50.000 Haushalte sind von Verzögerungen bei Wohngeldzahlungen betroffen. Zudem sollen sich unter den gestohlenen Daten Informationen zu 80.000 Ordnungswidrigkeitsverfahren befinden. Nach Angaben des Senats sind die Wahlsysteme von dem Vorfall nicht betroffen.

Rhysida bietet die erbeuteten Daten nach eigenen Angaben im Darknet zum Verkauf an, die Auktion soll bis Freitag laufen. Die Gruppe ist seit Mai 2023 aktiv und soll nach eigenen Angaben bereits 280 Opfer verzeichnet haben.

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