Cyber-Angriffe, Hackergruppe

Cyber-Angriffe: Hackergruppe UNC6671 imitiert IT-Mitarbeiter per KI

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 22:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hacker täuschen IT-Mitarbeiter per KI-Stimmen und stehlen Cloud-Zugänge. Über 200 Firmen betroffen, Lösegeldsummen im Millionenbereich.

KI-Vishing-Angriffe: Cyberkriminelle Gruppe UNC6671 zielt auf Firmen-Cloud-Zugänge
Ein modernes Smartphone auf einem Büroschreibtisch mit digitalem Glitch-Effekt als Symbol für KI-gestützte Cyberangriffe. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsbehörden schlagen Alarm: Die Gruppe UNC6671 attackiert Unternehmen mit KI-gestützten Vishing-Angriffen. Die Täter imitieren Stimmen und geben sich als IT-Helpdesk-Mitarbeiter aus, um an Cloud-Zugänge zu gelangen.

Perfider Trick über das Telefon

Die Methode ist simpel und effektiv zugleich. Die Angreifer rufen Mitarbeiter auf deren privaten Mobiltelefonen an und geben vor, vom internen IT-Support zu sein. Ihr Ziel: Zugangsdaten erfragen oder Freigaben für Multi-Faktor-Authentifizierungs-Tokens (MFA) erschleichen.

Dabei setzt die Gruppe auf eine hochentwickelte „Adversary-in-the-Middle“-Infrastruktur. Die Opfer landen auf täuschend echten Kopien von Anmeldeseiten für Microsoft 365 oder Okta. In Echtzeit greifen die Täter dort die Sitzungstoken ab. Über 70 solcher Phishing-Seiten tauchten in den letzten Wochen auf – hinter Namen wie Redact, Pink, Helix oder Falcon.

Finanzbranche im Fadenkreuz

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Die Angriffe zielen vor allem auf Finanzdienstleister, Private-Equity-Firmen, Anwaltskanzleien und Beratungshäuser. Mehr als 200 Unternehmen sollen bereits betroffen sein. Auch Levi Strauss & Co. bestätigte einen Vorfall: Drei Mitarbeiter wurden per Social Engineering überlistet. Verbraucherdaten seien nicht betroffen, so der Konzern.

Haben die Täter erst einmal Zugriff auf die SaaS-Umgebungen, extrahieren automatisierte Skripte die Datenbestände. Die Lösegeldforderungen liegen üblicherweise zwischen einer und drei Millionen US-Dollar. In über der Hälfte der bekannten Fälle zahlten die Unternehmen – im Schnitt rund 750.000 US-Dollar. Allein in der ersten Jahreshälfte 2026 flossen über zehn Millionen US-Dollar in Bitcoin-Wallets der Gruppe.

Behörden reagieren weltweit

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Die neue Bedrohungslage beschäftigt längst auch staatliche Stellen. Indien verschickte rund 58.000 SMS-Warnungen an Bürger, um vor „Boss-Betrug“-Maschen zu warnen. In Dubai und Malaysia häufen sich ebenfalls Fälle mit KI-gestützter Täuschung. Deutschland zieht nach: Hessen gründete eine spezialisierte Abteilung zur Spionageabwehr.

Schutz durch moderne Authentifizierung

IT-Sicherheitsexperten raten Unternehmen, auf phishing-resistente Verfahren wie FIDO2 oder WebAuthn umzusteigen. Herkömmliche MFA-Lösungen mit SMS-Codes oder Push-Benachrichtigungen bieten gegen die aktuellen Angriffe keinen Schutz mehr. Auch die engmaschige Überwachung der Identity-Provider-Protokolle hilft, ungewöhnliche Anmeldeversuche frühzeitig zu erkennen.

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