Curcumin, PEITC

Curcumin und PEITC: Kombination verringerte Prostatatumoren im Tiermodell

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 04:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Versuche an Zellen und Tieren zeigen stärkere Effekte kombinierter Pflanzenstoffe; ein therapeutischer Nutzen beim Menschen ist nicht belegt.
Frischer Blumenkohl und Kurkumawurzeln auf einer dunklen Holzoberfläche in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Laborstudien deuten darauf hin, dass sich Inhaltsstoffe aus Kurkuma und Kreuzblütlern wie Blumenkohl in ihrer biologischen Wirkung ergänzen könnten. Wissenschaftler untersuchen dieses Zusammenspiel vor allem im Hinblick auf zelluläre Prozesse, wobei Kombinationen sekundärer Pflanzenstoffe im Zentrum der experimentellen Analysen stehen.

Erkenntnisse aus Versuchsreihen an der Rutgers-Universität

Grundlegende Daten zu diesem Wirkungsgefüge lieferten Forschungsarbeiten an der US-amerikanischen Rutgers-Universität unter Leitung von Professor Ah-Ng Tony Kong. In einer im Jahr 2006 im Fachjournal Cancer Research publizierten Untersuchung prüfte das Team den kombinierten Einsatz von Curcumin, dem charakteristischen Bestandteil aus Kurkuma, und Phenethylisothiocyanat (PEITC), das in Kreuzblütengewächsen vorkommt.

Dabei zeigte sich, dass beide Substanzen bereits einzeln das Wachstum menschlicher Prostatakrebszellen in Mäusen verlangsamten. Wurden Curcumin und PEITC jedoch gemeinsam verabreicht, fiel dieser Effekt deutlich stärker aus. Bei bereits etablierten Tumoren erzielten die Einzelstoffe kaum eine messbare Wirkung, während die Kombination das Tumorwachstum signifikant reduzierte.

In einer Folgestudie, die in der Fachzeitschrift Pharmaceutical Research erschien, verabreichten die Wissenschaftler die Wirkstoffe über das Futter. Auch hier führte die Intervention zu einem selteneren Auftreten von Prostatatumoren im Tiermodell.

Epidemiologische Beobachtungen und Nährstoffprofile

Neben den molekularen Befunden im Labor liefern Beobachtungsstudien Anhaltspunkte für Zusammenhänge zwischen Ernährungsgewohnheiten und Gesundheit. Eine im Journal of the National Cancer Institute veröffentlichte Erhebung stellte fest, dass Männer, die regelmäßig Brokkoli, Blumenkohl und Kohl verzehrten, seltener an aggressivem Prostatakrebs erkrankten.

Kreuzblütler gelten zudem als Träger wichtiger Mikronährstoffe. Nach Angaben der Nährstoffdatenbank USDA FoodData Central enthält beispielsweise roher Blumenkohl rund 48 mg Vitamin C pro 100 g.

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Herausforderungen bei der Aufnahme und offene Fragen

Trotz der im Labor beobachteten Effekte stehen Wissenschaftler vor der Herausforderung, dass Curcumin vom menschlichen Organismus nur schlecht aufgenommen wird. Wie eine Untersuchung im Fachblatt Planta Medica darlegt, lässt sich die biologische Verfügbarkeit jedoch durch die Zugabe von Piperin, einem Schärfestoff aus schwarzem Pfeffer, stark erhöhen.

Vor dem Hintergrund der Verwendung in Nahrungsergänzungsmitteln und Lebensmitteln hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zudem eine duldbare tägliche Aufnahmemenge für den Farbstoff Curcumin (E 100) definiert.

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Fachleute mahnen zugleich zur zurückhaltenden Einordnung der bisherigen Ergebnisse. Bei den experimentellen Arbeiten handelt es sich überwiegend um Tier- und Laborstudien, bei denen Konzentrationen verwendet wurden, die weit über den mit einer üblichen Mahlzeit erreichbaren Mengen liegen.

Ein Nachweis für die therapeutische Behandlung von Erkrankungen beim Menschen ist damit nicht erbracht. Um verlässliche Aussagen über tatsächliche gesundheitliche Effekte bei Patienten treffen zu können, sind weiterführende klinische Studien erforderlich.

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