Curcumin gegen Darmpolypen: Studie zeigt 44 Prozent weniger große Adenome
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 04:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deIn der gastroenterologischen Präventionsforschung wird der Einsatz pflanzlicher Wirkstoffe zunehmend im Rahmen kontrollierter klinischer Studien überprüft.
Ein Forschungsteam der Universität Tokushima und weiterer beteiligter Einrichtungen untersuchte in einer groß angelegten Untersuchung, welchen Einfluss ein hochabsorbierbares Curcumin-Präparat auf das Wiederauftreten von Darmadenomen nach deren endoskopischer Entfernung hat.
Die Studie, die am 28. August 2026 online im Fachjournal American Journal of Gastroenterology publiziert und am 21. Oktober 2026 von der Universität Tokushima näher vorgestellt wurde, liefert erste umfangreiche Evidenz aus einer randomisierten kontrollierten Studie zu diesem Wirkstoff.
Methodischer Ansatz und Bioverfügbarkeit
Konventionelles Curcumin weist bei oraler Aufnahme üblicherweise eine sehr geringe Bioverfügbarkeit auf. Aus diesem Grund kommen in der pharmazeutischen Forschung spezielle Darreichungsformen wie Liposomen oder Nanopartikel zum Einsatz, um die Aufnahme des Stoffes im Körper zu verbessern.
Die Untersuchung der Universität Tokushima und ihrer Partner wurde als randomisierte Doppelblindstudie an 26 japanischen Zentren durchgeführt. Insgesamt nahmen rund 600 Personen teil, bei denen zuvor Darmadenome endoskopisch entfernt worden waren. Über einen Zeitraum von zwei Jahren erhielt eine Gruppe das hochabsorbierbare Curcumin-Präparat („Theracurmin“), während die Kontrollgruppe ein Placebo einnahm.
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Differenzierte Ergebnisse bei Größe und Wiederauftreten
Hinsichtlich der allgemeinen Rückfallrate aller Adenome zeigte sich zwischen den beiden Gruppen kein statistisch signifikanter Unterschied. Eine Differenzierung nach Größe und Häufigkeit der Neubildungen ergab jedoch abweichende Beobachtungen:
- Adenome mit einem Durchmesser von 6 Millimetern oder mehr traten bei 7,5 Prozent der Teilnehmenden in der Curcumin-Gruppe auf, verglichen mit 13,3 Prozent in der Placebo-Gruppe.
- Daraus ergab sich ein relatives Risiko von 0,56 (95%-Konfidenzintervall 0,33–0,95), was einer Risikoreduktion von etwa 44 Prozent entspricht.
- Sowohl die Anzahl als auch die Größe der festgestellten Adenome fielen in der Curcumin-Gruppe signifikant geringer aus.
- Bei Patienten, bei denen vorab mindestens sechs Adenome entfernt worden waren, reduzierte sich das Risiko für vier oder mehr neue Adenome innerhalb von zwei Jahren signifikant bei einem Risikoverhältnis von 0,40.
Sicherheitsprofil und weiterer Forschungsbedarf
Neben der Wirksamkeit analysierten die Forscher auch die Verträglichkeit der zweijährigen Intervention. Das Auftreten von Nebenwirkungen war unter der Gabe des Curcumin-Präparats nicht erhöht. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse mit einem kausalen Zusammenhang zur Curcumin-Einnahme wurden im Rahmen der Studie nicht festgestellt.
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Trotz der beobachteten Effekte auf Größe und Zahl wiederkehrender Adenome wiesen die beteiligten Wissenschaftler darauf hin, dass eine tatsächliche Prävention von Darmkrebs durch diese Daten nicht belegt ist. Um die langfristigen klinischen Auswirkungen zu prüfen, ist eine längerfristige Nachbeobachtung der Studienkohorte vorgesehen.
