CRP, IL-6

CRP und IL-6: Zwei Entzündungsmarker erhöhen Diabetesrisiko um das 5,1-Fache

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 07:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Entzündungsmarker steigen früh bei Stoffwechselrisiken; Studien untersuchen zudem Medikamente, Walnüsse und Forschungsansätze zur Entzündungsregulation.
Abstrakte mikroskopische Aufnahme zellulärer Strukturen in Rot- und Weißtönen als Sinnbild für Entzündungsprozesse. Illustration mit AI erstellt.

Systemische Entzündungsprozesse spielen eine entscheidende Rolle bei der Entstehung metabolischer Erkrankungen. Wie aus einer großen Kohortenstudie hervorgeht, ist eine hochgradige Entzündung mit einem deutlich erhöhten Diabetesrisiko verbunden, wobei das Erkrankungsrisiko um bis zu 63 Prozent ansteigt.

Medizinische Fachberichte von Mitte Oktober 2026 verdeutlichen, dass Entzündungsmarker bereits in sehr frühen Krankheitsstadien anspringen und den Stoffwechsel nachhaltig beeinflussen.

Frühe Biomarker und vervielfachtes Erkrankungsrisiko

Veränderungen im Immunsystem treten oft lange vor einer klinischen Diagnose auf. Bei US-Erwachsenen steigt das hochsensitive C-reaktive Protein (hs-CRP) bereits in der frühesten Phase des kardiovaskulär-renalen-metabolischen Syndroms (CKM) – charakterisiert allein durch überschüssiges oder ungesundes Körperfett – nahezu auf das Doppelte an.

Anschließend verharrt der hs-CRP-Wert dauerhaft über dem Schwellenwert für kardiovaskuläre Risiken, ohne dass es bei einer späteren Manifestation von Diabetes oder Nierenerkrankungen zu einem nennenswerten weiteren Anstieg kommt.

Treffen mehrere Entzündungsmediatoren zusammen, verschärft sich die Gefährdung erheblich. Ein Mini-Review der Forschenden Kutek und Witkowski von der Medizinischen Universität Danzig, erschienen in der Fachzeitschrift Acta Biochimica Polonica, legt dar, dass eine gleichzeitige Erhöhung von CRP und Interleukin-6 (IL-6) mit einem 5,1-fach erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes einhergeht.

Stoffwechselbelastung bei Begleiterkrankungen

Welche Dynamik Entzündungsmarker im Zusammenspiel mit Infektionen entfalten, untersuchte eine Querschnittsstudie der Marien Ngouabi University in Brazzaville (Republik Kongo) an 360 Teilnehmern.

Die Kohorte gliederte sich in Personen mit alleinigem Typ-2-Diabetes (n=240), alleiniger chronischer Hepatitis C (HCV, n=100) sowie Betroffene mit beiden Erkrankungen (n=20). Innerhalb der HCV-Gruppe lag der Anteil von Typ-2-Diabetes bei 16,7 Prozent (20 von 120 Personen).

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Die Untersuchung ergab bei der Doppeldiagnose einen Median-HOMA-IR-Wert von 7,11, verglichen mit 5,43 bei reinem Typ-2-Diabetes und 1,98 bei alleiniger HCV-Infektion (P<0,001). Eine Insulinresistenz (HOMA-IR ?2,5) wiesen 95,0 Prozent (95% CI 75,1–99,9) der Patienten mit Komorbidität auf, während es in der Diabetes-Gruppe 84,6 Prozent und in der HCV-Gruppe 31,0 Prozent waren.

Zudem waren hs-CRP, IL-6 und TNF-? bei der Doppeldiagnose signifikant erhöht und korrelierten stark mit dem HOMA-IR-Wert. Als methodische Einschränkungen nannten die Autoren das Querschnittsdesign sowie die kleine Fallzahl von 20 Patienten mit Komorbidität.

Ansätze zur Modulation von Immun- und Gefäßreaktionen

Therapeutische Interventionen zielen zunehmend darauf ab, diesen Entzündungskreislauf zu durchbrechen. Eine in Circulation veröffentlichte randomisierte kontrollierte Studie von Vanderbilt Health untersuchte 16 Frauen mit Adipositas und Prädiabetes über drei Monate.

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Unter der Gabe des SGLT2-Hemmers Empagliflozin sanken die Monozyten-Thrombozyten-Aggregate (MPA) innerhalb von zwei Wochen signifikant und verringerten sich nach drei Monaten weiter, während eine kalorienreduzierte Diät keinen vergleichbaren Rückgang bewirkte.

Zudem zeigten Immunzellen eine metabolische Reprogrammierung in einen stabileren Energiestatus. Vanderbilt bereitet nun eine Folgestudie mit 74 Personen vor. Aus früheren großen Untersuchungen ist bereits bekannt, dass SGLT2-Hemmer kardiovaskuläre Todesfälle und Krankenhauseinweisungen wegen Herzinsuffizienz bei Typ-2-Diabetes senken.

Auf grundlegender Ebene setzt auch das im Oktober 2026 gestartete europäische Forschungsnetzwerk HARPNET an. Das von der Queen Mary University of London geleitete und mit 4,8 Millionen Euro aus dem Marie-Sk?odowska-Curie-Programm finanzierte Projekt widmet sich mit 15 Doktoranden über vier Jahre der Entzündungsauflösung. Dabei untersucht die Universität Jena unter Leitung von Prof. Oliver Werz am Institut für Pharmazie Verschiebungen von Lipidmediatoren zugunsten entzündungsauflösender Signalstoffe, auch in Kombination mit Omega-3-Fettsäuren.

Parallel dazu zeigte die an der Loma Linda University durchgeführte zweijährige Studie „Walnuts and Healthy Aging“ an 319 älteren Erwachsenen, dass der tägliche Verzehr von 30 bis 60 Gramm Walnüssen zu statistisch signifikant niedrigeren Werten beim Dietary Inflammatory Index (DII) führte.

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