CRP bei Psoriasis-Arthritis: Mehr als vierfaches Risiko für Dauerverlauf
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 11:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Nachweis des C-reaktiven Proteins (CRP) bei der Erstdiagnose einer Psoriasis-Arthritis (PsA) kann als verlässlicher Indikator für den langfristigen Krankheitsverlauf dienen. Dies belegen Daten einer griechischen multizentrischen Kohorte der Griechischen Rheumatologischen Gesellschaft, über die thieme.de in einem Bericht vom 3. November 2026 berichtet.
Die Auswertung umfasst 609 von insgesamt 923 PsA-Patienten, die nach den CASPAR-Kriterien erfasst wurden und über vollständige CRP-Werte zum Zeitpunkt der Diagnose verfügten. Das Durchschnittsalter der Kohorte lag bei 55,7 Jahren, der Frauenanteil betrug 55,0 Prozent und die mittlere Nachbeobachtungszeit erstreckte sich über 8,3 Jahre.
Signifikante Unterschiede bei Entzündungswerten und Begleiterkrankungen
Bei einem definierten CRP-Grenzwert von 0,5 mg/dl wiesen 477 Patienten (78,3 Prozent) erhöhte und 132 Personen (21,7 Prozent) normale Werte auf. Bemerkenswert stabil blieb die Gruppe mit unauffälligen Ausgangswerten: Bei einem initial normalen CRP blieben 80,3 Prozent der Betroffenen auch im weiteren Verlauf im Normbereich.
In einer univariaten Analyse zeigten sich deutliche Zusammenhänge zwischen erhöhten CRP-Werten und verschiedenen klinischen Faktoren. So war ein erhöhter Wert signifikant mit einem Body-Mass-Index von über 25 kg/m² assoziiert (77,1 gegenüber 65,1 Prozent; p=0,014).
Auch eine Enthesitis trat bei Patienten mit erhöhten Werten sowohl bei der Diagnose (35,6 gegenüber 22,0 Prozent; p=0,004) als auch im weiteren Verlauf (55,1 gegenüber 44,9 Prozent; p=0,045) häufiger auf. Zudem korrelierte das Protein mit Hypertonie (48,7 gegenüber 35,5 Prozent; p=0,011) sowie erhöhter Harnsäure (21,3 gegenüber 8,3 Prozent; p<0,001).
Strukturelle Schäden und Krankheitsaktivität im Langzeitverlauf
Die univariate Analyse verdeutlichte darüber hinaus Auswirkungen auf die Gelenkstruktur und die Krankheitsaktivität. Bei Patienten mit erhöhtem CRP zeigten sich signifikant häufiger neue Knochenanlagerungen an den Händen (60,1 gegenüber 31,2 Prozent; p<0,0001).
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Zudem litten diese Betroffenen verstärkt unter persistierender Krankheitsaktivität (50,7 gegenüber 25,0 Prozent; p=0,0001) und wiesen vermehrt einen persistierenden Krankheitsverlauf auf (80,1 gegenüber 59,8 Prozent; p<0,001). Auch Organbeteiligungen außerhalb des Bewegungsapparats traten in dieser Gruppe häufiger auf (59,7 gegenüber 48,5 Prozent; p=0,022).
Nach einer multivariable Adjustierung unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und Nachbeobachtungszeit bestätigten sich diese Risiken. Für übergewichtige Patienten ergab sich demnach ein 1,7-fach erhöhtes Risiko.
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Das Risiko für eine Enthesitis sowie für Hypertonie stieg jeweils um etwa das Zweifache. Für neue Knochenanlagerungen wurde ein 2,6-fach erhöhtes Risiko festgestellt, während sich die Wahrscheinlichkeit eines persistierenden Verlaufs sogar um mehr als das Vierfache erhöhte.
Einordnung als prognostischer Biomarker
Trotz der deutlichen Zusammenhänge mit Entzündung und strukturellen Veränderungen zeigten sich in anderen Bereichen keine statistischen Abweichungen. Weder beim Auftreten von Diabetes mellitus Typ 2 noch hinsichtlich therapierefraktärer Verläufe oder bei den eingesetzten Therapien gab es signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen.
Aus den Daten wird daher abgeleitet, dass das CRP als prognostischer, nicht jedoch als prädiktiver Biomarker für das Ansprechen bestimmter Behandlungen eingeordnet werden muss.
