Crescent, Island

Crescent Island: Intels KI-Chip mit 480 GB Speicher greift Nvidia an

04.06.2026 - 18:18:22 | boerse-global.de

Intel präsentiert auf der Computex den KI-Chip Crescent Island mit bis zu 480 GB Speicher und die erste 18A-Server-CPU Clearwater Forest.

Intel auf der Computex 2026: KI-Beschleuniger und neue Server-CPU
Crescent - Close-up of a futuristic Intel datacenter GPU with blue and purple lighting, highlighting circuits and cooling fins in a server rack. 04.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Im Fokus stehen ein spezieller KI-Beschleuniger mit enormem Arbeitsspeicher und die erste Server-CPU auf dem modernsten Fertigungsverfahren des Konzerns.

Crescent Island: KI-Beschleuniger mit bis zu 480 GB Speicher

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Mit dem neuen Datacenter-Grafikchip „Crescent Island" schlägt Intel einen ungewöhnlichen Weg ein. Statt auf teuren High-Bandwidth-Speicher (HBM) zu setzen, verbaut der Konzern bis zu 480 Gigabyte LPDDR5X-Speicher. Die Karte basiert auf der Xe3P-Architektur und ist speziell für KI-Inferenz und Prefill-Beschleunigung ausgelegt – ein direkter Angriff auf Nvidias Dominanz in diesem Bereich.

Die Crescent Island wird als PCIe-Karte mit einer Leistungsaufnahme von 350 Watt ausgeliefert und kommt mit Luftkühlung aus. Eine Referenzversion bietet 160 GB Speicher, die Plattform erlaubt jedoch Konfigurationen bis zu 480 GB. Branchenkenner schätzen die Speicherbandbreite auf etwa 1,2 TB/s – je nach Buskonfiguration mindestens 684 GB/s. Der Chip unterstützt Präzisionsformate von FP4 bis FP64 und ist mit Nvidias Dynamo-Software kompatibel.

Erste Muster sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 an Partner gehen, die Markteinführung ist für Ende des Jahres geplant.

Clearwater Forest: Erste Server-CPU auf Intel 18A

Bereits am 2. Juni 2026 hatte Intel die Xeon-6+-Prozessorserie mit dem Codenamen Clearwater Forest offiziell vorgestellt. Diese CPUs sind die ersten, die auf dem hauseigenen 18A-Fertigungsverfahren basieren – ein Meilenstein für den angeschlagenen Konzern. Das Flaggschiff Xeon 6990E+ bringt es auf 288 Effizienzkerne (E-Cores) auf Basis der Darkmont-Architektur.

Die technischen Daten können sich sehen lassen:
- Bis zu 576 MB L3-Cache
- 12-Kanal-DDR5-8000-Speicherunterstützung
- 96 PCIe-Gen5-Lanes

Intel verspricht eine um 30 Prozent höhere Leistung pro Thread im Vergleich zum AMD EPYC 9965. Die Prozessoren sind ab sofort verfügbar und sollen als Orchestrierungs-CPUs für „agentische KI" und Cloud-Workloads dienen.

KI-Infrastruktur und Netzwerk-Upgrades

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Für den Aufbau großer KI-Cluster hat Intel zudem den neuen Ethernet-Adapter E835 vorgestellt, der 200-Gigabit-Verbindungen ermöglicht. Auf der Computex präsentierte das Unternehmen gemeinsam mit Partnern wie SambaNova und Foxconn „Rackscale AI"-Lösungen. Auch Kooperationen mit Siemens, Hitachi und Echo Neurotechnologies wurden bekannt gegeben – sie sollen die KI-Innovationen in industrielle und medizinische Anwendungen bringen.

Der CEO von Perplexity demonstrierte auf der Messe, wie die Technologien hybride Computing-Umgebungen unterstützen.

Neue Mobil- und Desktop-Hardware

Auch für den Consumer-Bereich gab es Neuigkeiten: Intels Partner Maxsun zeigte die ersten „Mobile on Desktop"-Mainboards (MoTD) für die Panther-Lake- und Wildcat-Lake-Architekturen. Diese erlauben den Einsatz von High-End-Mobilchips wie dem Core Ultra X9 388H im Desktop-Format.

Asus stellte die NUC-16-Serie mit Wildcat-Lake-Prozessoren vor. Die Systeme unterstützen bis zu 64 GB DDR5-6400-RAM, Thunderbolt 4 und WiFi 7.

Auf die Frage nach der Zukunft dedizierter Grafikkarten antwortete Intel-Manager Alex Katouzian am 4. Juni: Arc-GPUs blieben ein Kernbestandteil der PC-Roadmap. Der aktuelle Fokus der Arc-G3-Serie liege auf integrierten Grafikeinheiten und Handheld-Gaming-Geräten – Details zu künftigen High-End-Desktop-Karten blieb der Manager allerdings schuldig.

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