COVID-Impfung: STIKO hebt Altersgrenze auf 75 Jahre an
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 19:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Kern der Neuausrichtung: Der Verzicht auf die Empfehlung zur Basisimmunität für die allgemeine Erwachsenenbevölkerung. Gleichzeitig steigt die Altersgrenze für jährliche Auffrischungsimpfungen.
Die aktualisierten Richtlinien veröffentlichte die STIKO am 9. Juli im Epidemiologischen Bulletin. Sie reagiert damit auf die veränderte epidemiologische Lage.
Impfziele neu definiert
Mehr als 95 Prozent der Erwachsenen in Deutschland verfügen über eine Immunität gegen COVID-19. Das bisherige Ziel einer breiten Grundimmunisierung ist damit erreicht. Die STIKO hat die entsprechende Empfehlung gestrichen.
Der Fokus verschiebt sich nun auf den Schutz besonders gefährdeter Gruppen. Eine jährliche Auffrischungsimpfung empfiehlt die Kommission ab sofort für Personen ab 75 Jahren. Bislang lag die Altersgrenze bei 60 Jahren.
Zur Zielgruppe gehören auch Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen. Dazu zählen chronische Atemwegs-, Herz-, Leber- und Nierenerkrankungen, Diabetes, Adipositas, Krebserkrankungen und Immundefizienzen.
Personal und Pflege im Fokus
Bewohner von Pflegeeinrichtungen und medizinisches Personal erhalten ebenfalls eine jährliche Impfempfehlung. Besonders betroffen sind Fachkräfte auf Intensivstationen und in anderen Bereichen mit hohem Infektionsrisiko.
Die STIKO hat die Altersgrenze für die jährliche COVID-Auffrischung von 60 auf 75 Jahre angehoben. Wer jetzt unsicher ist, ob er zur Zielgruppe gehört, findet im neuen Leitfaden eine klare Checkliste und den optimalen Zeitplan für die Impfung. Jetzt kostenlosen Impf-Leitfaden anfordern
Als optimalen Zeitpunkt nennen die Experten den Spätsommer oder frühen Herbst. Wichtig: Ein Mindestabstand von sechs Monaten zur letzten Infektion oder Impfung sollte eingehalten werden.
Gesundheitssystem entlastet
Die Anpassung erfolgt vor dem Hintergrund deutlich gesunkener Belastungen für die Kliniken. Die Zahl der Hospitalisierungen sank von rund 135.000 in der Saison 2023/24 auf circa 50.000 im Zeitraum 2025/26. Bei den Todesfällen zeigt sich ein ähnlicher Trend: von 4.300 auf 900.
Doch das Risiko bleibt ungleich verteilt. Rund 80 Prozent der Krankenhauseinweisungen und etwa 97 Prozent der Todesfälle entfallen auf Menschen über 60. Die Impfbereitschaft in dieser Gruppe war zuletzt moderat: In der Saison 2024/25 ließen sich nur 13 Prozent der Über-60-Jährigen eine Auffrischung verabreichen.
mRNA-Technologie bestätigt
Rund 80 Prozent der Krankenhauseinweisungen durch COVID entfallen auf Menschen über 60 – und die Impfbereitschaft sinkt. Mit der neuen STIKO-Empfehlung wird der Individualschutz für Senioren ab 75 noch wichtiger. Unser Report zeigt, wie Sie sich und Ihre Angehörigen rechtzeitig schützen. Schutz-Report jetzt kostenlos sichern
Begleitend zur klinischen Praxis untermauern wissenschaftliche Studien die Sicherheit der Impfstoffe. Eine im Juli veröffentlichte Übersicht kanadischer Forscher bestätigte erneut die Wirksamkeit und das Sicherheitsprofil von mRNA-Vakzinen.
Die Erkenntnisse aus der Pandemie finden bereits in der Erprobung neuer Therapieansätze Anwendung – etwa in der Onkologie. Die STIKO markiert mit der Empfehlungsänderung den Übergang in eine endemische Phase. Die Impfung wird zum gezielten Instrument für den Individualschutz bei hohem Risiko, statt eine breite Herdenimmunität durch Massenimpfungen anzustreben.
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