Cottbus siegt im Städteranking: Medizinische Uni lockt Fachkräfte
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 01:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Lausitz-Stadt belegt im IW-Dynamikranking 2026 Platz eins – und das aus gutem Grund.
Besonders bei jungen Erwachsenen zwischen 25 und 30 Jahren zieht es viele nach Cottbus. Zwischen 2022 und 2024 verzeichnete die Kommune einen positiven Wanderungssaldo von 5,7 Personen je 1.000 Einwohner. Das Umland musste dagegen teils deutliche Verluste hinnehmen.
Ein Grund für den Aufschwung: die geplante Medizinische Universität Lausitz. Im Oktober 2026 startet sie mit zunächst 36 Studierenden. Hinzu kommt der Zuwachs an hochqualifizierten Beschäftigten, der den Strukturwandel in der Region vorantreibt.
Probewohnen als Lockmittel
Andere Kommunen setzen auf kreative Methoden, um Großstädter anzulocken. In Guben startete bereits 2024 ein Projekt zum „Probewohnen“. Das Programm richtet sich gezielt an Menschen aus Metropolen.
Die Bilanz bis Mitte 2026: 205 Bewerbungen gingen ein, 32 Probewohnungen wurden durchgeführt – fünf führten zu dauerhaften Zuzügen. Ausschlaggebend waren oft die niedrigen Lebenshaltungskosten. Eine 100 Quadratmeter große Dachgeschosswohnung gibt es dort für eine Warmmiete von unter 700 Euro.
Bürgermeister Fred Mahro bezeichnete das Vorhaben als wirksames Instrument zur Revitalisierung der 16.000-Einwohner-Stadt.
Kinderbetreuung wird zur Wachstumsbremse
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Doch nicht überall läuft die Entwicklung rund. In der Steiermark warten rund 2.600 Kinder auf einen Kindergartenplatz. Nur weniger als die Hälfte der Einrichtungen erfüllt die Qualitätskriterien für die Vollzeitbeschäftigung beider Elternteile.
Die Folge: Viele Mütter müssen ihre Arbeitszeit reduzieren oder ganz aufhören zu arbeiten. Das Land reagierte mit einer massiven Erhöhung der Förderungen für Krippengruppen – von 30.000 auf bis zu 150.000 Euro pro Gruppe. Im Maximalfall sind sogar 320.000 Euro möglich.
Auch die IHK Elbe-Weser macht Druck. Im Hinblick auf die Kommunalwahlen im September 2026 fordert sie verlässliche Kinderbetreuung, eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur und schnellere Genehmigungsverfahren. IHK-Präsident Sebastian Vossmann und Hauptgeschäftsführer Christoph von Speßhardt betonten die Notwendigkeit eines Bürokratieabbaus.
Digitalisierung und Tourismus als Zugpferde
Neben sozialer Infrastruktur investieren Regionen verstärkt in Technologie. In Oberösterreich startete die KI-Transferplattform „Hub4000“ mit einer Anschubfinanzierung von 500.000 Euro. Das Projekt soll die Vernetzung zwischen Wissenschaft und Industrie fördern – in Bereichen wie humanoider Robotik und industrieller Künstlicher Intelligenz.
Wo Investitionen in Digitalisierung und KI wie beim Projekt „Hub4000“ zunehmen, müssen Unternehmen auch die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen im Blick behalten. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act erklärt Ihnen kompakt alle Fristen, Pflichten und Risikoklassen für Ihren Betrieb. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen und Pflichten kompakt erklärt
Die Steiermark setzt derweil auf eine Qualitätsoffensive in der Hotellerie. Nach dem erfolgreichen Tourismusjahr 2025 mit rund 14 Millionen Nächtigungen stehen nun 5,5 Millionen Euro Förderbudget bereit. Investitionen in Energieeffizienz, Digitalisierung und Mitarbeiterunterkünfte sollen damit angeschoben werden. Landeshauptmann Mario Kunasek peilt ein Gesamtinvestitionsvolumen von 27,5 Millionen Euro an.
Gemeinsinn als Standortfaktor
Der Erfolg regionaler Entwicklung hängt aber nicht nur von harten Faktoren ab. Beim Abschlussfestival der „Regionale Bergisches Rheinland 2025“ in Much wurde deutlich: Vereine und bürgerschaftliches Engagement sind eine tragende Säule für Lebensqualität. Rund 60 Projekte wurden im Rahmen des Formats umgesetzt, um die Identität der Region zwischen Köln und dem Bergischen Land zu stärken.
Für Oldenburg skizzierte IHK-Geschäftsführerin Carola Havekost eine Vision, die wirtschaftliches Wachstum mit sozialen und ökologischen Qualitäten verknüpft. Eine lebendige Innenstadt und regionale Kooperationen – das sind die Zutaten, um Fachkräfte und Unternehmen gleichermaßen anzuziehen.
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