CoSnitch, Microsoft

CoSnitch: Microsoft Copilot anfällig für One-Click-Angriffe

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 19:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsforscher deckten kritische Schwachstellen in Microsofts KI-Assistenten auf. Angreifer konnten per manipuliertem Link Daten stehlen und das System dauerhaft beeinflussen.

CoSnitch-Lücke in Microsoft Copilot: One-Click-Angriff ermöglichte Datenklau
Ein moderner Arbeitsplatz mit einem Laptop, der in einer gedimmten Büroumgebung steht und Cybersicherheit symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsforscher der Varonis Threat Labs haben eine als „CoSnitch“ bezeichnete Schwachstelle in Microsoft Copilot identifiziert, die die automatisierte Ausführung von Befehlen ermöglichte.

Die Schwachstelle betrifft sowohl die Privatkundenversion Microsoft Copilot Personal als auch die Geschäftskundenlösung Microsoft 365 Copilot Enterprise. Durch das Ausnutzen dieser Lücke konnten Angreifer Daten exfiltrieren oder das Systemverhalten dauerhaft manipulieren, sofern ein Nutzer einen speziell präparierten Link anklickte.

Die Entdeckung basiert auf der Identifizierung von drei spezifischen Schwachstellen innerhalb der Architektur des KI-Assistenten. Im Zentrum der Angriffsmethode steht die Verwendung eines undokumentierten Parameters mit der Bezeichnung „?autorun=1“.

In Verbindung mit dem Abfrageparameter „?q=“ erlaubte dieser Zusatz die Ausführung von Prompts, ohne dass eine weitere Interaktion durch den Anwender erforderlich war. Ein einfacher Klick auf einen manipulierten Link genügte somit, um den KI-Dienst zu instruieren.

Meta-Hacking und Datenexfiltration

Interessante Details lieferten die Forscher zur Identifizierung der Schwachstelle. Demnach kam eine Methode zum Einsatz, die als Meta-Hacking beschrieben wird: Copilot gab in Interaktionen selbst Informationen über seine eigenen, eigentlich undokumentierten Parameter preis. Diese Informationen ermöglichten es den Experten erst, die Tragweite der Sicherheitslücke zu erfassen.

Die praktischen Auswirkungen einer Ausnutzung wären erheblich gewesen. Laut den Analysen der Varonis Threat Labs hätten Angreifer über diesen Weg Daten aus Drittanbieter-Anwendungen ausleiten können, sofern diese mit Copilot verbunden waren. Explizit genannt werden hierbei Dienste wie Gmail und Google Drive, die über OAuth-Connectors angebunden sind.

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Neben dem Diebstahl von Informationen bestand zudem das Risiko eines sogenannten persistenten „Memory Poisoning“. Dabei wird das Langzeitgedächtnis der KI gezielt mit falschen oder schädlichen Informationen angereichert, um zukünftige Antworten und Aktionen des Assistenten dauerhaft zu beeinflussen.

Zeitplan der Fehlerbehebung

Der Prozess der Offenlegung und Behebung zog sich über mehrere Monate hinweg. Die erste Meldung der Schwachstelle durch die Varonis Threat Labs an Microsoft erfolgte bereits im Dezember 2025. Im Februar 2026 reagierte Microsoft mit ersten Maßnahmen zur Schadensbegrenzung, um die unmittelbare Gefahr zu mindern.

Am heutigen 18. August 2026 wurden nun umfassendere Korrekturen veröffentlicht, um die Schwachstelle final zu adressieren. Trotz der Schwere der theoretischen Auswirkungen gibt es laut den Sicherheitsforschern derzeit keine Erkenntnisse darüber, dass die CoSnitch-Lücke bereits aktiv in der freien Wildbahn für Angriffe ausgenutzt wurde.

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Die Entdeckung unterstreicht die neuen Sicherheitsherausforderungen, die mit der Integration von KI-Assistenten in produktive Arbeitsumgebungen einhergehen. Insbesondere die Fähigkeit der Systeme, über undokumentierte Parameter gesteuert zu werden oder sensible Informationen über ihre eigene Konfiguration preiszugeben, rückt verstärkt in den Fokus von Sicherheitsanalysen.

Microsoft hat mit den jüngsten Updates die spezifischen Einfallstore für diese Form des One-Click-Angriffs geschlossen. Anwender der betroffenen Copilot-Versionen profitieren von den serverseitigen Fixes, die den automatisierten Aufruf kritischer Funktionen unterbinden.

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