CoSnitch-Lücke: Microsoft Copilot gefährdet 30 Millionen Nutzer
Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 20:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsexperten haben eine schwerwiegende Schwachstelle in Microsoft Copilot Personal identifiziert, die weitreichende Angriffe auf Nutzerdaten ermöglichte. Unter der Bezeichnung CoSnitch (CVE-2026-24301) wurde ein Risiko dokumentiert, das mit einem CVSS-Wert von 8.8 als kritisch eingestuft wird.
Die Sicherheitslücke erlaubte es potenziellen Angreifern, durch das bloße Anklicken eines manipulierten Links sensible Informationen wie Passwörter, E-Mails, Kalenderdaten, Cloudspeicher-Inhalte und Chatverläufe zu entwenden.
Entdeckung durch Meta-Hacking
Die Schwachstellen wurden vom Sicherheitsunternehmen Varonis aufgedeckt. Die Forscher nutzten dabei eine Methode, die sie als Meta-Hacking bezeichnen. Dabei verriet die Künstliche Intelligenz von Microsoft Copilot selbst einen zuvor undokumentierten URL-Parameter. Dieser Parameter bildete die Grundlage für eine dreiteilige Angriffskette, über die Daten unbemerkt exfiltriert werden konnten.
Laut Angaben von Varonis wurde die Meldung über die Sicherheitslücken bereits im Dezember 2025 an Microsoft übermittelt. Die Analyse des Unternehmens ergab, dass rund 30 Millionen Nutzer von der Schwachstelle in der Personal-Variante des KI-Assistenten betroffen waren.
Da die Funktion tief in das Microsoft-Ökosystem integriert ist, hatten Angreifer Zugriff auf eine Vielzahl privater und beruflicher Informationen, sofern der Nutzer auf den präparierten Link klickte.
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Microsoft reagiert mit Sicherheits-Patches
Microsoft hat in der Folge reagiert und im August 2026 entsprechende Sicherheits-Updates veröffentlicht. Das Unternehmen bestätigte die Bereitstellung von Patches für die CoSnitch-Schwachstellenkette, um den Datendiebstahl zu unterbinden. Nutzer der betroffenen Copilot-Versionen sind durch diese Aktualisierungen vor der beschriebenen Angriffsmethode geschützt.
Die Sicherheitslücke betraf explizit Microsoft Copilot Personal. In diesem Bereich sind die Risiken durch die Verknüpfung mit persönlichen Dateien, Kalendern und E-Mails besonders hoch, da der KI-Assistent für seine Funktionen standardmäßig Zugriff auf diese Datenquellen benötigt.
Kurskorrektur bei Copilot-Funktionen in Excel
Parallel zur Behebung der Sicherheitsmängel nimmt Microsoft Anpassungen an der Funktionsplanung für Copilot vor. Eine ursprünglich für die Tabellenkalkulation Excel vorgesehene Funktion wird bereits in wenigen Wochen, zum 14. September 2026, wieder entfernt. Dabei handelte es sich um eine Erweiterung, die bislang ausschließlich für Teilnehmer des Beta-Testprogramms verfügbar war.
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Nach ursprünglichen Plänen sollte diese spezifische Excel-Funktion bis Januar 2027 flächendeckend an alle Nutzer ausgerollt werden. Microsoft hat sich nun jedoch gegen die weitere Verfolgung dieses Features entschieden.
Als Ersatz für die gestrichene Funktion verweist das Unternehmen auf bereits bestehende Werkzeuge innerhalb der Anwendung. Dazu gehören die Copilot-Seitenleiste sowie der sogenannte Dynamic Action Button, die weiterhin zur Unterstützung bei der Datenverarbeitung in Excel zur Verfügung stehen.
Die Streichung erfolgt im Zuge einer Konsolidierung der KI-Funktionen, während Microsoft gleichzeitig die Sicherheit seiner Copilot-Plattform nach den Berichten über CoSnitch stärkt. Experten raten Nutzern von KI-gestützten Systemen generell zur Vorsicht beim Umgang mit externen Links und zur zeitnahen Installation aller bereitgestellten Sicherheitsupdates.
