Cosmos, NVIDIAs

Cosmos 3: NVIDIAs erstes offenes KI-Modell für Roboter

08.06.2026 - 01:48:45 | boerse-global.de

NVIDIA präsentiert mit Cosmos 3 ein offenes Omnimodell für physische KI und gründet eine Entwicklerkoalition.

NVIDIA Cosmos 3: Offenes KI-Framework für Roboter und autonome Fahrzeuge
Cosmos - A robotic arm with glowing blue joints interacts with a holographic interface showing data streams and AI code in a dark, high-tech lab. 08.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Es gilt als erstes vollständig offenes „Omnimodell" für physische Künstliche Intelligenz – eine Technologie, die Robotern und autonomen Fahrzeugen das Verständnis der realen Welt ermöglichen soll.

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Eine Architektur für drei Kernaufgaben

Cosmos 3 vereint visuelles Verständnis, Welterzeugung und Aktionsgenerierung in einem einzigen System. Das am 5. Juni unter der OpenMDW-1.1-Lizenz veröffentlichte Framework nutzt eine sogenannte Mixture-of-Transformers-Architektur. Sie kombiniert einen autoregressiven Reasoner mit einem diffusionsbasierten Generator, um Bilddaten, Sensoreingaben und Umgebungsreize zu verarbeiten.

Der entscheidende Unterschied zu herkömmlichen KI-Modellen: Cosmos 3 beschränkt sich nicht auf digitale Umgebungen. Es kann physikalische Veränderungen in der realen Welt vorhersagen und direkt Aktionsdaten erzeugen – etwa Gelenkwinkel oder Bewegungsbahnen für Roboterarme.

Trainiert wurde das Modell auf einem Datensatz von 20 Billionen Tokens multimodaler Daten. Darunter: knapp eine Milliarde Bilder, 400 Millionen Videos sowie Audio-, Text- und spezifische Bewegungsdaten. NVIDIA stellt die Modellgewichte, Trainingsrezepte und sechs spezialisierte synthetische Datensätze auf Hugging Face und GitHub zur Verfügung.

Varianten für Rechenzentrum und Arbeitsplatz

Das Framework erscheint in verschiedenen Konfigurationen. Die „Super"-Version ist für höchste physikalische Genauigkeit in Rechenzentren ausgelegt, während die „Nano"-Variante für Workstations optimiert wurde. Für das vierte Quartal 2026 kündigte NVIDIA zudem ein 4-Milliarden-Parameter-Modell für den Edge-Bereich an – gedacht für den lokalen Betrieb auf stromsparender Hardware.

Die Cosmos-Koalition und strategische Partnerschaften

Parallel zum technischen Launch gründete NVIDIA die Cosmos Coalition. Zu den Partnern zählen Agile Robots, Black Forest Labs, Runway und Skild AI. Ziel der Allianz: Die Entwicklung physischer KI zu standardisieren und Cosmos 3 auf unterschiedlichste Roboterplattformen zu bringen.

Über die Global Developer Collaboration Alliance erweitert NVIDIA zudem sein Entwickler-Ökosystem. Integrationswerkzeuge für bestehende Plattformen wie Omniverse, Isaac Sim und Isaac Lab wurden auf der GTC Taipei vorgestellt. Zu den weiteren Partnern zählen Foxconn, Delta Electronics, Siemens und Microsoft.

Huang auf Einkaufstour in Südkorea

NVIDIA-CEO Jensen Huang reiste am 7. Juni nach Südkorea, um die Lieferkette für die physischen KI-Initiativen abzusichern. Er traf Führungskräfte von Hyundai Motor Group, Doosan Group und SK Group, um über Robotik-Partnerschaften und den Bedarf an High-Bandwidth Memory (HBM) zu sprechen. Ein Treffen mit der Samsung-Führungsspitze war für den 8. Juni angesetzt – Thema: die Lieferung von HBM4-Komponenten.

Markt mit enormem Wachstumspotenzial

Branchenanalysten prognostizieren dem Sektor der physischen KI ein explosives Wachstum. Der Markt für Robotik, autonome Fahrzeuge und Lagerautomatisierung soll bis 2029 jährlich um 40 bis 50 Prozent zulegen.

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Weitere Produktneuheiten

Neben Cosmos 3 nutzte NVIDIA die Veranstaltungen Anfang Juni für mehrere weitere Ankündigungen:

  • Nemotron 3 Ultra: Ein offenes Modell mit 550 Milliarden Parametern, veröffentlicht am 4. Juni 2026
  • Vera CPU: Ein neuer Prozessor, vorgestellt im Rahmen der GTC-Taipei-Keynote
  • RTX Spark PCs: Neue KI-orientierte Personal Computer, verfügbar ab Herbst 2026
  • DGX Station für Windows: Eine professionelle Workstation-Lösung für lokale KI-Entwicklung

Ausblick

Für das dritte Quartal 2026 ist die Veröffentlichung des Generator NIM geplant. Ab 2027 soll Cosmos 3 schrittweise in kommerzielle Roboterplattformen integriert werden. Trotz der Innovationsdynamik zeigen Umfragen aus dem ersten Halbjahr 2026: Unternehmen bleiben besorgt über Governance, Sicherheit und regulatorische Compliance in physischen KI-Umgebungen – ein Thema, das die Branche noch lange begleiten dürfte.

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