Cosmos 3: Nvidia stellt Weltmodell für humanoide Roboter vor
01.06.2026 - 19:39:35 | boerse-global.deNvidia-CEO Jensen Huang kündigt auf der GTC Taipei eine neue Ära der künstlichen Intelligenz an.
Der Chipriese Nvidia treibt die Entwicklung von physischer Künstlicher Intelligenz massiv voran. Auf der GTC Taipei präsentierte Konzernchef Jensen Huang am heutigen Montag das neue Cosmos 3 Foundation Model sowie eine Referenzplattform für humanoide Roboter. Der Fokus liege auf „agentischer KI" – autonomen Systemen, die mit großen Modellen eigenständig denken, handeln und in der realen Welt agieren können.
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Cosmos 3: Das offene Fundament für Roboter und autonome Fahrzeuge
Im Zentrum der Ankündigungen steht Cosmos 3, ein quelloffenes Weltmodell für Robotik und autonomes Fahren. Die Architektur basiert auf einem Mixture-of-Transformers-Ansatz und vereint visuelle Analyse, multimodale Generierung – also Text, Video und Audio – sowie Handlungsvorhersagen in einem System. Trainiert wurde das Modell auf 20 Billionen Tokens, darunter rund eine Milliarde Bilder und 400 Millionen Videos.
Cosmos 3 erscheint in drei Varianten: Die „Super"-Version liefert höchste physikalische Genauigkeit, „Nano" ist für schnelle Berechnungen optimiert, und „Edge" richtet sich an Echtzeitanwendungen. Zur Unterstützung des Ökosystems gründete Nvidia die Cosmos Coalition mit Partnern wie Agile Robots, Black Forest Labs und Runway. Die Modelle sind ab sofort auf GitHub und Hugging Face verfügbar.
Humanoide Roboter: Referenzplattform Isaac GR00T
Gemeinsam mit dem chinesischen Robotikspezialisten Unitree und dem Hardware-Experten Sharpa stellte Nvidia die Isaac GR00T-Referenzplattform vor. Das System nutzt das Unitree H2 Plus-Chassis, das rund 1,80 Meter groß ist und 68 Kilogramm wiegt.
Angetrieben wird die Plattform vom Nvidia Jetson AGX Thor T5000 mit einer Blackwell-basierten GPU, die 2.070 FP4 TFLOPS Rechenleistung liefert. Der humanoide Roboter verfügt über insgesamt 75 Freiheitsgrade – allein die Sharpa Wave Fünf-Finger-Hände bieten 22 Freiheitsgrade pro Hand und mehr als 1.000 taktile Pixel pro Fingerspitze.
Die Plattform richtet sich vor allem an Forschungseinrichtungen. Zu den Partnern zählen die Stanford University, die ETH Zürich, die UC San Diego und das Allen Institute for AI (Ai2). Während Nvidia das Referenzdesign und den Software-Stack bereitstellt, übernimmt Unitree den Hardware-Vertrieb. Die Auslieferung soll im Oktober 2026 beginnen.
Autonomes Fahren: Alpamayo 2 Super mit 360-Grad-Wahrnehmung
Für den Automobilsektor präsentierte Nvidia Alpamayo 2 Super, ein Modell mit 32 Milliarden Parametern für autonomes Fahren der Stufe 4. Das System bietet dreimal so viele Parameter wie sein Vorgänger und unterstützt eine 360-Grad-Wahrnehmung sowie „Meta-Aktionen" wie Spurwechsel und Stopps. Eine „Chain-of-Causation"-Funktion soll die Sicherheitsdokumentation erleichtern. Das Modell ist für den Sommer 2026 angekündigt.
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Hardware-Offensive: Vera Rubin NVL72 geht in Serie
Die Vera Rubin NVL72-Plattform geht in die Massenproduktion. Der Vera-Chip mit 88 Olympus-Kernen soll bei agentischen Workloads 1,8-mal schneller sein als traditionelle x86-Architekturen. Erste Auslieferungen an Kunden wie OpenAI, Anthropic und SpaceX sind für den Herbst 2026 geplant.
Agenten-Toolkit und industrielle Anwendungen
Mit dem Nvidia Agent Toolkit stellt der Konzern quelloffene Fähigkeiten und Werkzeuge für KI-Agenten bereit. Diese können auf bestehende Nvidia-Bibliotheken wie Omniverse, Metropolis und Isaac zugreifen.
Erste Industriekunden setzen die Technologie bereits ein: TSMC nutzt Nvidias KI in der Wafer-Fertigung, Foxconn und Siemens für die Industrieautomation. Pegatron meldet eine Reduzierung der Trainingszeit um 67 Prozent, Delta Electronics eine Verbesserung der Fehlererkennung um 17 Prozent. Der Trend zu KI-gestützter Softwareentwicklung zeigt sich auch in den GitHub-Zahlen: Die Anzahl der Commits stieg von 300 Millionen im Jahr 2023 auf 1,4 Milliarden Anfang 2026.
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