Copilot wird eigenständige App: Microsoft trennt KI von Windows 11
28.06.2026 - 22:14:36 | boerse-global.de
Microsoft treibt die Integration seiner KI in den Arbeitsalltag voran. Der Copilot-Assistent wird zur eigenständigen Anwendung und erhält neue Funktionen speziell für Finanzexperten.
Der Technologiekonzern wandelt Copilot von einer festen Windows-11-Komponente in eine separate App um. Künftig wird der KI-Assistent über den Microsoft Store ausgeliefert und über die regulären Microsoft-365-Updates synchronisiert. Die Basisversion bleibt für Nutzer mit einem Microsoft-Konto kostenlos, die Unternehmensvariante Copilot for Microsoft 365 kostet weiterhin rund 28 Euro pro Nutzer und Monat.
Automatische Installation auf Geschäftsgeräten
Parallel dazu hat Microsoft die automatische Installation der Copilot-App auf gewerblichen Windows-11-Geräten wieder aufgenommen. Der Rollout startete Mitte Juni 2026 und soll bis Anfang Juli abgeschlossen sein. Die Funktion ist für Geschäftskunden standardmäßig aktiviert, IT-Administratoren können sie jedoch deaktivieren. Geräte im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) sind von der automatischen Installation ausgenommen.
Erst Anfang des Jahres hatte Microsoft die KI-Anwendung nach Nutzerkritik an vorinstallierter Software wieder entfernbar gemacht. Nun kehrt der Konzern zur aggressiveren Verbreitungsstrategie zurück – mit Ausnahme des europäischen Marktes, wo strengere Regeln gelten.
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Neue Finanzfunktionen in Excel
Für Finanzprofis hält das Update drei spezifische Neuerungen bereit. Mit sogenannten „Skills" lassen sich wiederkehrende Prozesse wie Abweichungsanalysen oder Discounted-Cashflow-Modelle automatisieren. Die neue „Plans"-Funktion zeigt Nutzern eine strukturierte Aufgabenliste, bevor die KI einen Befehl ausführt.
Microsoft hat zudem externe Datenquellen namhafter Anbieter integriert – darunter Moody's, CB Insights, Morningstar und PitchBook. Benutzerdefinierte Skills sind zunächst über das Insider-Programm verfügbar, die öffentliche Freigabe folgt im nächsten Monat. Die Preise für die erweiterten Dienste liegen bei rund 28 Euro pro Nutzer und Monat für große Unternehmen und bei etwa 20 Euro für kleine und mittlere Betriebe mit weniger als 300 Mitarbeitern.
Hardware-Integration und Tastatur-Änderungen
Die Verzahnung von KI und Hardware bleibt ein Schwerpunkt. Copilot+-PCs benötigen künftig eine Neural Processing Unit (NPU) mit mindestens 40 Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS). Microsoft räumt ein, dass die spezielle Copilot-Taste auf neueren Tastaturen die Effizienz mancher Nutzer beeinträchtigen kann. Abhilfe soll eine künftige Windows-11-Funktion schaffen, die das Neubelegen dieser Taste erlaubt.
Bis dahin helfen Drittanbieter-Lösungen wie die App Repilot, die Ende Juni im Microsoft Store erschien. Sie ermöglicht das Umbelegen der Copilot-Taste oder der Tastenkombination Win+C auf beliebige Aktionen – vom Öffnen bestimmter Dateien bis zu Webseiten – ohne dass ein Hintergrunddienst läuft.
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Regulatorischer Kontext in den USA
Die Neuerungen fallen in eine Phase sich verändernder KI-Regulierung in den USA. Nach einer Präsidentenverordnung zur freiwilligen Überprüfung fortgeschrittener KI-Modelle haben mehrere große Entwickler ihre Veröffentlichungspläne angepasst.
OpenAI gewährte am 26. Juni 2026 ausgewählten Partnern einen ersten Einblick in die GPT-5.6-Serie mit den Modellen Sol, Terra und Luna. Ein breiterer Zugang wird in den kommenden Wochen erwartet. Parallel erhielt Anthropic eine begrenzte Genehmigung, Cybersicherheitsfirmen Zugang zu seinem Modell Mythos 5 zu gewähren – das Anfang Juni aus nationalen Sicherheitserwägungen eingeschränkt worden war. Branchenbeobachter verweisen auf eine externe Frist für KI-Sicherheitsprüfungen, die am 1. August 2026 ausläuft.
