Copilot-Update, Microsoft

Copilot-Update: Microsoft integriert Claude und startet 40+ Neuerungen

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 22:45 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Microsoft präsentiert über 40 Copilot-Neuerungen und eine werbefreie Windows-Suche. CEO Nadella warnt vor versteckten Kosten proprietärer KI-Modelle.

Microsoft KI-Offensive: Copilot-Updates und Windows-Suche im Juli 2026
Leuchtendes neuronales Netzwerk, das KI-Integration symbolisiert, subtil über einer digitalen Oberfläche mit Microsoft Bing-Suchleiste und Edge-Browser-Symbol. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mehr als 40 Updates für die Copilot-Plattform sowie eine grundlegend überarbeitete Windows-Suche sollen die Nutzererfahrung verbessern – doch gleichzeitig warnen Konzernchefs vor den versteckten Kosten proprietärer KI-Modelle.

Copilot bekommt Claude-Integration und Wasserzeichen

Microsoft hat im Juli 2026 über 40 Neuerungen für seinen KI-Assistenten Copilot ausgerollt. Besonders bemerkenswert: Nutzer können jetzt innerhalb von Copilot Chat auf das Modell Claude zurückgreifen. Damit erweitert der Konzern das Angebot an generativen KI-Modellen deutlich.

Ebenfalls neu: Der Copilot Cowork ist ab sofort allgemein verfügbar. Zudem führt Microsoft eine KI-gestützte Kennzeichnung von Audio- und Videoinhalten ein – ein Schritt, der angesichts zunehmender Deepfake-Sorgen auf breites Interesse stoßen dürfte.

Seit dem 1. Juli sind Microsoft-365-Business-Standard- und -Premium-Abonnements mit Copilot dauerhaft als Standardprodukte erhältlich. Die Strategie dahinter ist klar: Mit KI-gestützter Suche in Bing und Edge will Microsoft Marktanteile von Google zurückerobern. Interne Berechnungen zeigen, dass jeder Prozentpunkt mehr im Suchmarkt rund zwei Milliarden Euro zusätzliche Werbeeinnahmen bringen könnte.

Windows-Suche: Schluss mit Werbung und Klickfallen

Parallel zur KI-Offensive hat Microsoft die Windows-Suche grundlegend überarbeitet. Seit dem 13. und 15. Juli testen Windows-Insider im Experimental-Kanal die Neuerungen – Teil der sogenannten Windows-K2-Initiative.

Die wichtigste Änderung: Microsoft hat Werbeanzeigen, MSN-Inhalte und Promotion-Kacheln aus dem Startbildschirm der Suche entfernt. Stattdessen zeigt die Suche jetzt vor allem lokale Inhalte und kürzlich verwendete Dateien. Die Tippfehlertoleranz wurde verbessert, und selbst bei nur zwei eingegebenen Zeichen findet das System bereits Dateien.

Nutzer haben zudem mehr Kontrolle: Unter den Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen lassen sich Web- und Microsoft-Store-Vorschläge komplett deaktivieren. Der Speicherverbrauch wurde gesenkt, die Ergebnisse sind jetzt klar in Apps, Einstellungen, Dateien und Webinhalte unterteilt.

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Nadella warnt vor „Intelligence Exhaust“

Trotz der aggressiven Ausbaustrategie schlägt Microsoft-CEO Satya Nadella gegenüber Geschäftskunden alarmierende Töne an. In einem Beitrag vom 12. Juli warnte er vor den versteckten Kosten proprietärer KI.

Seine Analyse: Unternehmen zahlen oft doppelt für Intelligenz – einmal für die Nutzung der KI-Dienste und ein zweites Mal durch die sensiblen Daten, die sie bei Anfragen, Korrekturen und Bewertungen preisgeben. Nadella nennt dieses Phänomen das „Reverse Information Paradox“: Die Abwärme menschlicher Korrekturen – der sogenannte „Intelligence Exhaust“ – fließt direkt zurück zum KI-Anbieter.

Sein Lösungsvorschlag: Ein Fünf-Punkte-Rahmenwerk, das auf privaten Lernumgebungen und Orchestrierungsebenen basiert. Unternehmen sollen zwischen verschiedenen Modellen wechseln können, ohne ihre Daten aus der Hand zu geben. Aktuelle Daten zeigen, dass offene Modelle bereits 29 Prozent des Entwicklerverkehrs ausmachen – ein Trend, der Nadellas Warnung untermauert.

Browser-Wettbewerb: Mozilla-Studie kritisiert Microsoft

Die Integration von KI in Windows ruft Kritiker auf den Plan. Eine von Mozilla in Auftrag gegebene und am 14. Juli aktualisierte Studie zeigt: Windows 11 lenkt Nutzer weiterhin gezielt zum Edge-Browser. Die Forscher Dr. Harry Brignull und Cennydd Bowles stellten fest, dass Copilot Links häufig in einem Edge-Seitenpanel öffnet – unabhängig vom eingestellten Standardbrowser.

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Die Browser Choice Alliance fordert deshalb erneut ein Ende dieser Praktiken. Der Vorwurf: Microsoft nutze seine Marktmacht, um Wettbewerber systematisch zu benachteiligen.

KI-Suche: OpenAI und Google ziehen nach

Der Suchmaschinenmarkt bleibt in Bewegung. OpenAI hat am 15. Juli eine einheitliche Suchfunktion für ChatGPT auf allen Nutzerstufen eingeführt. Google wiederum erweitert seine KI-Übersichten um die direkte Generierung von Bildern.

Eine Mitte Juli veröffentlichte Marktstudie zeigt: In Schwellenländern ist die Akzeptanz von KI-Assistenten besonders hoch. In Indien beginnen bereits 60 Prozent der Online-Sucher ihren Tag mit mindestens einer Anfrage an einen KI-Assistenten. Der Wettlauf um die Zukunft der Suche hat gerade erst begonnen.

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