Copilot Studio: Microsoft gibt KI-Agenten eigene Konten und Gedächtnis
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 17:13 Uhr | Redaktion boerse-global.deMicrosoft baut die Automatisierungsfähigkeiten in seiner Bürosoftware weiter aus. Wie aus einem Bericht vom 15. Oktober 2026 hervorgeht, führt das Unternehmen in Copilot Studio sogenannte Agent Accounts sowie ein Business Process Memory ein. Damit erhalten softwarebasierte Assistenten in Microsoft 365 erstmals die Möglichkeit, mit eigenständigen Zugangsdaten anstelle der Berechtigungen menschlicher Nutzer zu agieren. Gleichzeitig können die Agenten arbeitsbezogene Kontexte dauerhaft über einzelne Zyklen hinweg speichern.
Eigenständige Konten und persistenter Kontext in Office-Programmen
Bislang führten digitale Assistenten Aktionen häufig stellvertretend im Kontext des angemeldeten Benutzers aus. Durch die Einführung dedizierter Agent Accounts erhalten die virtuellen Akteure eigene Berechtigungsnachweise. Innerhalb der Produktivitätssuite Microsoft 365 lassen sich die Assistenten über direkte Erwähnungen per Adressierungszeichen in Teams, Outlook, Word, Excel und PowerPoint ansprechen.
Das neue Business Process Memory sorgt dafür, dass relevante Prozessinformationen über einzelne Arbeitsphasen hinweg erhalten bleiben. Ergänzend sind für die kommenden Monate sogenannte Agent Refinements angekündigt, die eigenständig Vorschläge für operative Verbesserungen unterbreiten sollen.
Über Trigger im GitHub Copilot Harness können die Agenten zudem dauerhaft in Bereitschaft versetzt werden, wobei sie entweder auf externe Signale oder auf festgelegte Taktungen reagieren.
Die Einführung der Funktionen erfolgt schrittweise über das sogenannte Frontier-Programm. Als früher Anwender setzt das Telekommunikationsunternehmen Ooredoo Qatar bereits einen spezialisierten Prüfassistenten für geschäftliche Vorlagen ein, der Arbeitsabläufe anwendungsübergreifend über Outlook, Teams und Word begleitet.
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Integration in bestehende Sicherheits- und Identitätsstrukturen
Die Neuerung fügt sich in die übergeordneten Sicherheitsmechanismen des Softwarekonzerns ein. Bereits seit August CY2026 stellt Microsoft mit Entra Agent Identities verwaltete Identitäten für Dataverse-Agent-User bereit, die über dedizierte Sicherheitsrollen nach dem Prinzip der geringsten Berechtigungsvergabe verfügen.
Diese Architektur erlaubt eine identitätsbasierte Zuweisung von Zugriffsrechten sowie eine lückenlose Protokollierung sämtlicher durch Software-Agenten ausgelöster Aktionen für Audit- und Compliance-Zwecke.
Hintergrund für die stärkere Reglementierung und Eigenständigkeit nicht-menschlicher Konten sind wachsende Sicherheitsrisiken bei der autonomen Aufgabenausführung. Laut einer Microsoft-Erhebung aus dem Jahr 2025 unter 1.725 Verantwortlichen für Datensicherheit gaben fast drei von zehn Mitarbeitern an, nicht genehmigte Assistenten im Arbeitsalltag einzusetzen.
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Zudem zeigte eine Umfrage von Deloitte unter 3.235 Leitungsverantwortlichen aus IT und Geschäftsführung, dass lediglich 21 Prozent der Organisationen über ausgereifte Steuerungsmodelle für Risiken durch autonome Systeme verfügen.
Auch die Cloud Security Alliance wies darauf hin, dass mehr als die Hälfte der von ihr befragten Unternehmen bereits Vorfälle erlebte, bei denen digitale Agenten ihre vorgesehenen Zugriffsgrenzen überschritten hatten. Die Zuweisung isolierter Identitäten und klar definierter Gedächtnisstrukturen soll verhindern, dass autonome Werkzeuge mit übermäßigen Zugriffsrechten im Netzwerk agieren oder unternehmensweites Wissen unkontrolliert abfließt.
