Copilot-Integration: 90% der Unternehmen fürchten Sicherheitsfehler
Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 04:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Einführung von generativer künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz stellt IT-Abteilungen vor praktische Herausforderungen. Eine neue technische Dokumentation widmet sich der Bereitstellung von Microsoft 365 Copilot und liefert konkrete Lösungsansätze für wiederkehrende Integrationsfehler, wie Berichte von Mitte September 2026 zeigen.
Im Fokus stehen dabei vor allem nicht angezeigte Schaltflächen in der Benutzeroberfläche, fehlschlagende Lizenzvalidierungen sowie unpassende Speicherorte von Arbeitsdateien.
Fehlerquellen bei Schnittstellen und Lizenzen beheben
Microsoft 365 Copilot steht Anwendern über eine eigenständige Anwendung, im Web sowie direkt in Kernprogrammen wie Word, Excel, PowerPoint, Outlook und OneNote zur Verfügung. In der Praxis kommt es jedoch immer wieder zu Störungen, bei denen der KI-Assistent in den Desktop-Programmen gar nicht erst angezeigt wird oder Berechtigungsfehler gemeldet werden.
Laut der Dokumentation lassen sich many dieser Probleme durch spezifische Konfigurationsschritte lösen. Neben der Aktualisierung der Software und dem manuellen Abgleich der zugewiesenen Nutzerlizenzen ist die Freigabe optionaler verbundener Erfahrungen in den Datenschutzeinstellungen von Office erforderlich.
Für Webanwendungen müssen zudem Drittanbieter-Cookies zugelassen sein. Ein weiterer häufiger Stolperstein betrifft den Speicherort von Dokumenten: Da der Assistent für die vollständige Funktionsfähigkeit eine Synchronisation mit der Cloud voraussetzt, müssen bearbeitete Dateien auf OneDrive oder SharePoint abgelegt sein.
Die Sprachsteuerungsfunktion wird zudem standardmäßig deaktiviert ausgeliefert und steht bislang nur auf Englisch zur Verfügung. Am 12. September 2026 informierte Microsoft zudem über die Einführung einer direkten Prompt-Eingabe über die Copilot-Schaltfläche in Word, Excel und PowerPoint.
Die Integration von KI-Systemen stellt IT-Abteilungen vor neue technische und regulatorische Aufgaben. Dieser kostenlose Download verschafft Ihnen den Überblick über Fristen und Pflichten, den Ihre Rechts- und IT-Abteilung jetzt dringend braucht. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Geänderte Netzwerkanforderungen ab September 2026
Parallel zu den clientseitigen Anpassungen müssen Administratoren erhebliche Umstellungen in der Netzwerkinfrastruktur vornehmen. Microsoft verlegt Webnutzer von Microsoft 365 und Teams ab September 2026 auf neue Domain-Endpunkte. Für Copilot wird dabei der Zugriff über die Adressen copilot.cloud.microsoft und die Wildcard-Domain des Dienstes vorausgesetzt.
Unternehmen mit strikten Firewall-, Proxy- oder Gateway-Konfigurationen müssen ihre Freigabelisten anpassen. IT-Experten weisen darauf hin, dass herkömmlicher HTTPS-Verkehr über Port 443 nicht mehr genügt, da Copilot zwingend Verbindungen über das Websocket-Protokoll (WSS) verlangt. Werden diese Netzwerkpfade blockiert, scheitert der Aufruf der KI-Dienste in den Web- und Desktopanwendungen trotz gültiger Lizenzen.
Fehlkonfigurationen bergen Sicherheitsrisiken
Die Bedeutung einer sorgfältigen Vorbereitung verdeutlichen auch aktuelle Erhebungen zur Governance in Microsoft-365-Umgebungen. Ein am 10. September 2026 veröffentlichter Bericht des Softwareanbieters Syskit, für den 327 IT- und Sicherheitsentscheider in US-amerikanischen und britischen Unternehmen mit mindestens 500 Mitarbeitern befragt wurden, zeigt erhebliche Versäumnisse bei der Einführung auf.
Während technische Fehler den Workflow behindern, können rechtliche Versäumnisse bei der KI-Einführung empfindliche Strafen nach sich ziehen. Sichern Sie sich jetzt den kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act mit allen relevanten Übergangsfristen. Kostenlosen KI-Report jetzt herunterladen
Zwar gaben 76 Prozent der Befragten an, Copilot oder vergleichbare KI-Werkzeuge bereits eingeführt oder getestet zu haben, doch nur 43 Prozent prüften vorab die bestehenden Dateiberechtigungen. Dies hat gravierende Folgen, da KI-Assistente organisationsweit auf alle Dokumente zugreifen können, für die ein Nutzer Leserechte besitzt.
Dem Bericht zufolge vermuten oder erlitten 90 Prozent der befragten Unternehmen innerhalb von zwei Jahren einen Sicherheitsvorfall durch Fehlkonfigurationen; bei 39 Prozent der Teilnehmer wurde ein solcher Vorfall bereits bestätigt. Nur 22 Prozent der Organisationen verfügen bislang über eine formale Richtlinie für den Einsatz von KI-Agenten.
