Copilot in Excel: Microsoft verbindet PitchBook-Daten mit Finanztools
29.06.2026 - 13:13:40 | boerse-global.de
Gleichzeitig kämpft Microsoft mit technischen Pannen und neuen Sicherheitsrisiken.
Neue Lernbegleiter für Schüler und Lehrer
Microsoft hat am Montag eine Reihe neuer KI-Funktionen für den Bildungssektor vorgestellt. Im Zentrum stehen KI-generierte Unterrichtspläne, die sich an akademischen Standards orientieren. Die vollständige Einführung ist für das nächste Quartal geplant, bis zur Konferenz ISTELive 2026 sollen die Standards in 54 Ländern unterstützt werden.
Für Schüler bringt der Konzern Lernaktivitäten wie KI-erstellte Karteikarten und Quizfragen – verfügbar ab Juli 2026. Ein neuer „Study and Learn Agent“ bietet geführtes Lernen für Schüler ab 13 Jahren. Die Zahlen untermauern den Bedarf: Laut einer Microsoft-Studie mit über 3.300 Befragten haben bereits 92 Prozent der Schüler und Verwaltungsmitarbeiter sowie 88 Prozent der Lehrkräfte KI für schulische Zwecke genutzt.
Weitere Bildungs-Neuerungen im Überblick:
- Copilot Notebooks: Für A1-, A3- und A5-Lizenzinhaber zur Erstellung von Zusammenfassungen und Karteikarten
- Learning Zone: Live-Unterricht mit Echtzeit-Feedback in 53 Sprachen, Testphase läuft bis August 2027
- Student AI Guidelines: Ein neuer Rahmen mit vier Stufen für den KI-Einsatz im Klassenzimmer
Finanzwelt im KI-Fieber: PitchBook-Daten direkt in Excel
Parallel dazu schließt Microsoft eine strategische Partnerschaft mit PitchBook. Finanzprofis können künftig per natürlicher Sprache auf private Marktdaten zugreifen – direkt in Microsoft 365 Copilot und Copilot in Excel. Die Funktionen reichen von der Deal-Suche über Due Diligence bis zur Bewertungsanalyse. Wichtig für Unternehmen: Die proprietären Daten bleiben unter eigener Kontrolle.
Die Effizienzgewinne sind bereits messbar. Die Hongkonger Kanzlei Johnson Stokes & Master entwickelte eigene KI-Agenten für Arbeitsrecht und Abrechnung. Das Ergebnis: 40 bis 60 Prozent weniger Zeit für die erste rechtliche Prüfung, 25 bis 35 Prozent weniger Nacharbeit – und bis zu zwei Stunden eingesparte Zeit pro Fall.
Auch Konsumgüterhersteller ziehen nach. Der Kristallkonzern Swarovski meldet, dass generative KI über fünf Prozent seines Digitalgeschäfts ausmacht – bei einem Budgetanteil von unter einem Prozent.
Microsoft 365: Neue Funktionen, alte Probleme
Der technologische Fortschritt bei Microsoft-Software verspricht enorme Effizienzgewinne, stellt Nutzer aber auch vor neue Herausforderungen bei der Anwendung. Dieser kostenlose Expertenreport zeigt Ihnen, wie Sie Neuerungen sicher beherrschen und den Umstieg auf aktuelle Systeme ohne Risiko und Datenverlust meistern. Windows 11 Starterpaket vom Fachverlag Computerwissen kostenlos anfordern
Zwischen Ende Juni und August 2026 rollt Microsoft zahlreiche Updates aus:
- Microsoft Teams: Unterstützung für mehrere Telefonleitungen und automatische Aufzeichnung von Anrufwarteschlangen
- Outlook: Zusammenfassung von Threads und KI-Entwurfsfunktionen
- OneDrive: Umstellung auf eine einheitliche URL-Struktur ab Anfang Juli
Doch der Rollout verläuft holprig. Mitte Juni installierte Microsoft die Copilot-App auf kommerziellen Windows-11-Geräten neu – über den Microsoft-365-Apps-Updater. Die Folge: massiver Widerstand von IT-Administratoren. Am 28. Juni veröffentlichte Microsoft eine neue Gruppenrichtlinie, die es Admins von Pro-, Education- und Enterprise-Editionen erlaubt, die Software endgültig zu entfernen – wenn sie nicht vom Benutzer installiert wurde oder seit 28 Tagen nicht genutzt wird.
Sicherheitsalarm: FBI warnt vor neuer Phishing-Welle
Am selben Tag schlug das FBI Alarm: Die Phishing-as-a-Service-Plattform Kali365 zielt gezielt auf Microsoft-365-Nutzer ab. Die Masche nutzt Gerätecode-Logins, um die Multi-Faktor-Authentifizierung zu umgehen. Angreifer erhalten Zugriff auf Teams, Outlook und OneDrive – ganz ohne Passwort. Ein Alarmsignal für Unternehmen, die auf Microsofts Sicherheitsversprechen vertrauen.
Während Angreifer immer raffiniertere Methoden wie den CEO-Fraud nutzen, um Sicherheitsvorkehrungen in Microsoft-Umgebungen zu umgehen, müssen Unternehmen proaktiv aufrüsten. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Anti-Phishing-Paket, welche psychologischen Schwachstellen Hacker ausnutzen und wie Sie Ihre Firma in vier Schritten effektiv schützen. Kostenlosen Leitfaden zur Hacker-Abwehr jetzt herunterladen
Personalabbau und Sicherheitsversprechen
Die KI-Offensive geht mit internen Umstrukturierungen einher. Im Frühjahr 2026 kündigte Microsoft ein freiwilliges Abfindungsprogramm für rund 8.750 Mitarbeiter in den USA an – etwa sieben Prozent der dortigen Belegschaft. Ausgenommen: die Teams für KI- und Copilot-Entwicklung.
Auf regulatorischer Ebene zeigen Microsoft und OpenAI Flagge. Ende Juni traten beide Unternehmen der Internationalen Koalition zur Sicherung der KI-Entwicklung des Vereinigten Königreichs bei. Gemeinsam mit Partnern aus Australien und Kanada sagen sie umgerechnet rund 6,5 Millionen Euro für das KI-Sicherheitsinstitut zu. Ein Schritt, der zeigt: Selbst die größten KI-Befürworter wissen um die Risiken ihrer eigenen Technologie.
