Copilot, Cowork

Copilot Cowork startet: Microsoft rechnet KI-Aufgaben ab sofort pro Credit ab

01.07.2026 - 13:16:12 | boerse-global.de

Microsofts KI-Plattform Copilot Cowork ist weltweit verfügbar und führt eine nutzungsbasierte Abrechnung mit Credits ein.

Microsoft Copilot Cowork: Neues Abrechnungsmodell mit KI-Credits startet
Copilot - Leuchtendes digitales Interface mit KI-Aufgabenmetriken und Kreditverbrauch vor modernem Bürohintergrund. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ab sofort zahlen Unternehmen pro Aufgabe – ein neues Abrechnungsmodell für die Branche.

Neue Währung für KI-Aufgaben

Microsoft hat seine agentische KI-Plattform Copilot Cowork in den allgemeinen Verfügbarkeitsstatus versetzt. Der Start Mitte Juni 2026 beendet die Testphase und führt mit den sogenannten Copilot Credits eine neue Verrechnungseinheit für KI-Aufgaben ein. Das System weicht damit vom klassischen Pauschalmodell ab.

Die Abrechnung funktioniert zweistufig: Unternehmen benötigen weiterhin eine Standard-Microsoft-365-Copilot-Lizenz für umgerechnet rund 28 Euro pro Nutzer und Monat. Hinzu kommen die Kosten für einzelne KI-Aufgaben, die in Copilot Credits abgerechnet werden. Ein Credit kostet einen Cent.

Drei Stufen der Aufgabenkomplexität

Die Kosten pro KI-Vorgang richten sich nach Aufwand, Modell und Rechenzeit. Microsoft unterscheidet drei Kategorien:

  • Leichte Aufgaben: 1 bis 3 Euro pro Ausführung
  • Mittlere Aufgaben: 4 bis 7 Euro pro Ausführung
  • Schwere Aufgaben: 7 Euro und mehr pro Ausführung

Für Kunden von Cloud Solution Providers gelten besondere Bedingungen: Sie benötigen ein partnerverwaltetes Azure-Konto. Eigene Azure-Abonnements können nicht genutzt werden. Microsoft bietet zudem einen Vorabkaufplan (P3) an, mit dem Unternehmen ihre Credits bündeln können.

Vorschauphase mit namhaften Kunden

Die Pilotphase verlief vielversprechend: Mehr als die Hälfte der Fortune-500-Unternehmen testete die Plattform. Zu den frühen Anwendern zählten Accenture, Capital Group, Koch, Ooredoo Qatar und Zurich Insurance.

Die kostenlose Testphase für sogenannte Frontier-Nutzer endete Ende Juni. Seit dem 1. Juli 2026 ist der Zugang zu Cowork-Funktionen für diese Nutzer gesperrt – es sei denn, sie haben die Abrechnungsinfrastruktur eingerichtet. Microsoft stellt ein Kostenmanagement-Dashboard und eine Cowork-Kalkulationstabelle zur Verfügung, um die Ausgaben im Blick zu behalten.

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Technische Neuerungen im Detail

Copilot Cowork ermöglicht mehrstufige, autonome Arbeitsabläufe über Dynamics 365 und die Microsoft-365-Suite hinweg. Die Plattform unterstützt nun moderne Modelle wie OpenAI GPT 5.5 und Angebote von Anthropic.

Die neue Version bringt unter anderem:

  • Agentische Funktionen: Werkzeuge zur Überarbeitung von Entwürfen in Outlook und zur Aktivitätszusammenfassung in Word
  • Erweiterte Bild- und Suchfunktionen: Eine Vision-Funktion startet im Juli, ergänzt durch tiefe Zitationsmöglichkeiten für Power BI und Dataverse
  • Drittanbieter-Integration: Plugins von LSEG, Moody's, S&P Global und Monday.com sind verfügbar
  • Mobile Unterstützung: iOS- und Android-Apps erreichten im Juni den allgemeinen Verfügbarkeitsstatus

Branchentrend zur nutzungsbasierten Abrechnung

Der Start von Copilot Cowork ist Teil eines größeren Trends bei Microsoft. Bereits am 1. Juni 2026 führte GitHub ein ähnliches KI-Credit-System für seine Copilot-Dienste ein. Die Führungsetage von GitHub meldete daraufhin den erfolgreichsten Monat in der Geschichte des Dienstes – trotz der Abkehr von Flatrate-Preisen.

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Parallel zum Cowork-Launch erreichte auch der Service Agent von Microsoft am 30. Juni 2026 die allgemeine Verfügbarkeit. Dieses Spezialwerkzeug verbindet Dynamics 365 Customer Service mit den agentischen Fähigkeiten von Copilot und bietet über 70 spezialisierte Werkzeuge für Kundenkontext und Wissenssuche.

Für Fragen zu Governance und Credit-Management hat Microsoft eine Live-Session für den 21. Juli 2026 angekündigt. Thema sind Skalierung und Kostenverteilung der neuen Plattform.

de | wissenschaft | 69667085 |