Copilot Cowork: Microsoft integriert Claude-Modelle von Anthropic
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 16:43 Uhr, Redaktion boerse-global.deDas Update markiert einen Strategiewechsel.
Microsoft hat neue technische Richtlinien für seine Copilot Cowork-Plattform veröffentlicht. Die am 17. Juli 2026 über Microsoft Learn bereitgestellten Dokumente zeigen: Der Konzern setzt künftig auf einen Multi-Modell-Ansatz. Neben den hauseigenen Lösungen integriert Microsoft auch Technologien von Drittanbietern – darunter Modelle des Konkurrenten Anthropic.
Welche Modelle zur Auswahl stehen
Die neuen Optionen umfassen den Standard-Modus „Auto" sowie die Frontier-Version von GPT 5.5. Hinzu kommen mehrere Modelle von Anthropic: Claude Sonnet 5, Claude Opus 4.8 und eine Vorschauversion von Claude Fable 5. Unternehmen können zudem eine kombinierte „Sonnet + Opus Advisor"-Konfiguration nutzen.
IT-Administratoren erhalten die Möglichkeit, Anthropic-Modelle bei Bedarf zu deaktivieren. Für die Nutzung des Claude Fable 5-Previews gelten besondere Datenaufbewahrungsvorschriften. Die Auswahl soll Organisationen mehr Flexibilität bei Leistung und spezialisierten Aufgaben bieten.
Neue Sicherheitsmechanismen für KI-Agenten
Parallel zur Modellauswahl hat Microsoft Werkzeuge zur Verwaltung und Absicherung von KI-Agenten vorgestellt. Das Copilot Agent Kit umfasst ein Compliance-Dashboard, einen Agent-Debugger und eine Bibliothek für automatisierte Tests über Power Platform-Pipelines.
Gegen sogenannte Prompt-Injection-Angriffe bringt Microsoft FIDES (Flow Integrity Deterministic Enforcement System) in Stellung. Diese experimentelle Middleware blockiert unbefugte Tool-Aufrufe, indem sie Daten als vertrauenswürdig oder nicht vertrauenswürdig sowie als öffentlich oder privat kennzeichnet. Die Veröffentlichung fällt mit aktualisierten Branchenempfehlungen zusammen, wonach KI-Agenten verwaltete Identitäten erhalten und nach dem Prinzip der geringsten Privilegien arbeiten sollen.
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Großkunde setzt auf Microsofts KI-Paket
Die praktische Anwendung der KI-Tools zeigt sich bereits bei Großkunden. Der britische Paketdienstleister Evri führt derzeit 6.000 Lizenzen des Microsoft 365 E7-Bündels ein, das Copilot und Agent 365 umfasst. Das Unternehmen berichtet, dass frühere Automatisierungsprojekte mit Microsofts Power Platform die Bearbeitungszeit für Anfragen von 3,5 Minuten auf eine Minute verkürzt haben – mit erheblichen jährlichen Einsparungen.
Die Preisgestaltung variiert je nach Nutzung und Lizenztyp. Während Microsoft 365 Copilot für Bildungseinrichtungen bei umgerechnet rund 16,50 Euro pro Nutzer und Monat liegt, kostet die E7-Unternehmenslizenz etwa 91 Euro pro Nutzer und Monat. Für Copilot Cowork gilt ein kreditbasiertes System: Die Kosten reichen von rund 1,15 Euro für leichte Aufgaben bis zu etwa 11 Euro für anspruchsvolle Aufgaben.
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Benutzerfreundlichkeit im Fokus
Microsoft reagiert auch auf Nutzerfeedback zur Informationsdichte. Nach einem Programm mit 150 neurodivergenten Mitarbeitern arbeitet der Konzern an „Detailsteuerungen" und adaptiver Personalisierung. Die Rückmeldungen hatten gezeigt, dass KI-Ausgaben gelegentlich eine überwältigende Detailtiefe aufweisen.
Weitere Integrationen in Kollaborationstools sind für den Spätsommer geplant. Ab August 2026 soll Microsoft Teams automatisch KI-Archivdateien für berechtigte Besprechungen erstellen. Diese Archive speichern Transkripte in mandanteneigenen SharePoint-Umgebungen – zur späteren Analyse durch Copilot und andere Werkzeuge. Für die zweite Jahreshälfte 2026 sind zudem granulare Benachrichtigungseinstellungen für Kanäle und rollenbasierte Veranstaltungseinladungen angekündigt.
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