Copilot, Cowork

Copilot Cowork: Microsoft führt verbrauchsbasierte KI-Abrechnung ein

17.06.2026 - 15:30:39 | boerse-global.de

Microsoft führt mit Copilot Cowork ein verbrauchsbasiertes Credit-System ein und beendet damit die Ära fester Softwarelizenzen.

Microsoft Copilot Cowork: Neue KI-Abrechnung nach Verbrauch
Copilot - A glowing digital brain with connecting lines reaching out to various software icons, symbolizing AI integration and usage-based billing. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Microsoft revolutioniert sein Preismodell: Der neue KI-Assistent „Copilot Cowork“ wird nach Verbrauch abgerechnet – eine Premiere seit rund 20 Jahren.

Der Softwarekonzern hat am Dienstag die allgemeine Verfügbarkeit seines agentischen Systems Copilot Cowork bekanntgegeben. Die Lösung automatisiert mehrstufige Aufgaben innerhalb der Microsoft-Ökosysteme – und führt gleichzeitig ein völlig neues Abrechnungsmodell ein.

Abschied vom Pauschalpreis

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Erstmals seit etwa zwei Jahrzehnten ändert Microsoft seine Software-Abrechnung grundlegend. Statt fester Lizenzen setzt der Konzern auf ein „Copilot Credits“-System auf Verbrauchsbasis. Voraussetzung für die Nutzung ist eine aktive Microsoft-365-Copilot-Lizenz, die rund 30 Euro pro Nutzer und Monat kostet.

Unternehmen können zwischen zwei Modellen wählen: einer Pay-as-you-go-Option (PayGo) oder einem Vorauszahlungsplan (P3). Beim verbrauchsabhängigen Modell kostet ein Copilot Credit 0,01 Euro. Die Kosten für einzelne Aufgaben staffeln sich nach Komplexität:

  • Leichte Aufgaben: 100 bis 300 Credits (1 bis 3 Euro)
  • Mittlere Aufgaben: 400 bis 700 Credits
  • Schwere Aufgaben: über 700 Credits

Flexible Modellauswahl

Copilot Cowork nutzt Work IQ zur Integration mit Microsoft 365, Dynamics 365 und Fabric. Die Gesamtkosten pro Aufgabe ergeben sich aus vier Faktoren: dem gewählten KI-Modell, der Kontextabfrage, Tool-Aufrufen und der Ausführungszeit.

Zum Start stehen mehrere Modelle zur Auswahl, darunter Anthropics Opus 4.8 und Sonnet 4.6. Kunden der „Frontier“-Stufe erhalten zudem Zugriff auf GPT 5.5. Microsofts eigenes Modell Cowork 1 soll in Kürze folgen. Zudem prüft der Konzern die Integration einer gehosteten Version von DeepSeek V4 als günstigere Alternative für Unternehmen. Interne Schätzungen zufolge ist Copilot Cowork 30 bis 40 Prozent kosteneffizienter als eigenständige Claude-Cowork-Dienste.

Kontrolle für Unternehmen

Damit Unternehmen ihre KI-Ausgaben im Griff behalten, hat Microsoft ein Kostenmanagement-Dashboard im Microsoft 365 Admin Center integriert. Administratoren können Credits zuweisen, Ausgabenlimits setzen und Nutzungsrichtlinien auf Einzel-, Team- oder Abteilungsebene festlegen.

Der Dienst ist standardmäßig deaktiviert – unerwartete Kosten sollen so vermieden werden. Administratoren müssen Cowork manuell aktivieren und die Abrechnung konfigurieren, bevor Nutzer über Browser, Desktop oder mobile Apps darauf zugreifen können. Frontier-Kunden gewährt Microsoft eine Schonfrist: Die Abrechnung für diese Accounts beginnt erst am 1. Juli 2026.

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Breite Einführung und Partner-Ökosystem

Bereits in der Vorschauphase testeten mehr als 50 Prozent der Fortune-500-Unternehmen Copilot Cowork. Zu den von Microsoft genannten Early Adoptern zählen Accenture, Avanade, Zurich Insurance und die Capital Group.

Die Funktionalität der Plattform wird durch zahlreiche Partner-Plugins erweitert. Zu den ersten Kooperationspartnern gehören Harvey, LSEG, Miro, Moody's, Morningstar, S&P Global und monday.com. Diese Integrationen ermöglichen es dem KI-Assistenten, komplexe Arbeitsabläufe in spezifischen Branchen auszuführen – etwa in der Rechtsanalyse oder der Finanzberichterstattung.

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