Copilot, Cowork

Copilot Cowork: Microsoft führt verbrauchsabhängige Abrechnung ein

18.06.2026 - 13:17:50 | boerse-global.de

Microsofts neuer KI-Assistent Copilot Cowork führt eigenständig komplexe Aufgaben aus und wird erstmals über Credits abgerechnet.

Microsoft Copilot Cowork: KI-Agent startet mit nutzungsbasierter Abrechnung
Copilot - A glowing, stylized AI brain integrated with Microsoft 365 app icons in a futuristic office, symbolizing intelligent automation and workflow. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Copilot Cowork erledigt komplexe Aufgaben selbstständig – und führt erstmals verbrauchsabhängige Abrechnung ein.

Microsoft hat mit Copilot Cowork einen KI-Assistenten auf den Markt gebracht, der eigenständig mehrstufige Arbeitsabläufe in der Microsoft-365-Welt ausführt. Der weltweite Rollout begann Anfang dieser Woche und markiert eine strategische Wende: Erstmals seit rund zwei Jahrzehnten führt der Softwarekonzern eine nutzungsabhängige Abrechnung für seine Büroprodukte ein.

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Vom Chatbot zum Teamkollegen

Anders als herkömmliche Chat-KI ist Copilot Cowork ein agentisches System. Es plant und führt selbstständig Aktionen über mehrere Anwendungen hinweg aus. Der Assistent kann E-Mails versenden, Meetings einplanen, Dokumente erstellen und Beiträge in Microsoft Teams verwalten. Das zugrundeliegende Framework namens Work IQ sorgt dafür, dass der Kontext über die gesamte Microsoft-365-Suite hinweg erhalten bleibt – von Outlook über Excel bis SharePoint.

Das System arbeitet selbst dann im Hintergrund, wenn der Nutzer offline ist. Frühe Tests mit über der Hälfte der Fortune-500-Unternehmen zeigen: Copilot Cowork entwickelt sich vom einfachen Textgenerator zum „KI-Teamkollegen“, der fertige Ergebnisse liefert. Zu den ersten Kunden zählen Accenture, Avanade, Capital Group und Zurich Insurance.

Administratoren behalten die Kontrolle über das System im Microsoft-365-Admin-Center. Dort legen sie Verhaltensrichtlinien fest, verwalten Zugriffsrechte und überwachen Prüfprotokolle. Nutzer können bis zu 50 eigene Skills erstellen, um den Assistenten an spezifische Arbeitsabläufe anzupassen.

Neue Preisstruktur: Bezahlen pro Nutzung

Die Einführung von Copilot Cowork bringt eine grundlegende Änderung der Preisgestaltung mit sich. Die hohen Rechenkosten für agentische KI-Aufgaben machen eine verbrauchsabhängige Abrechnung nötig. Voraussetzung für die Nutzung ist eine bestehende Microsoft-365-Copilot-Lizenz, die üblicherweise 28 Euro pro Nutzer und Monat kostet.

Die Cowork-Funktion wird über „Copilot Credits“ abgerechnet, mit einem Standardsatz von etwa einem Cent pro Credit. Vier Faktoren bestimmen den Verbrauch für eine bestimmte Aufgabe:
- Das verwendete KI-Modell
- Die Menge des abgerufenen Kontexts
- Die Anzahl benötigter Tool- oder Skill-Aufrufe
- Die gesamte Laufzeit

Microsoft bietet zwei Zahlungsmodelle an: Pay-as-you-go und eine P3-Stufe mit Rabatten für vorab gekaufte Kontingente. Um Kostenüberraschungen zu vermeiden, ist der Dienst standardmäßig deaktiviert. Administratoren müssen ihn erst freischalten und Ausgabenlimits pro Nutzer oder Gruppe festlegen.

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Mehrere KI-Modelle im Einsatz

Microsoft setzt bei Copilot Cowork auf eine Multi-Modell-Strategie und verlässt sich nicht mehr ausschließlich auf einen Anbieter. Aktuell kommen Modelle von Anthropic zum Einsatz: Claude Opus 4.8 und Sonnet 4.6. OpenAIs GPT 5.5 ist über ein „Frontier“-Vorschauprogramm verfügbar. Parallel entwickelt Microsoft mit „Cowork 1“ ein eigenes Modell, das für Routineaufgaben kosteneffizienter sein soll.

Unbegrenzte Nutzungsmodelle seien derzeit nicht realisierbar, so die Unternehmensführung. Leistungsstarke Nutzer könnten hunderte komplexe Aufgaben pro Woche ausführen. Um die Kosten weiter zu senken, prüft Microsoft den Einsatz einer selbst gehosteten, feinabgestimmten Version des Open-Source-Modells DeepSeek V4. Dieses aus China stammende Modell würde auf Azure mit den üblichen Sicherheits- und Compliance-Standards laufen. Interne Tests zeigen: Copilot Cowork arbeitet derzeit 30 bis 40 Prozent günstiger als vergleichbare eigenständige agentische KI-Konfigurationen.

Erweiterungen und spezialisierte Skills

Die Plattform startete mit mehreren Drittanbieter-Integrationen, darunter Miro, Monday.com und Harvey. Partnerschaften mit Adobe, Box und Canva sollen folgen.

Am 17. Juni brachte Moody’s Corporation eine Reihe spezialisierter „entscheidungsreifer“ KI-Skills für die Plattform auf den Markt. Diese Skills kodieren die Analyse-Frameworks von Moody’s in Pakete, die Aufgaben wie Zusammenfassungen von Gewinnmitteilungen, Peer-Analysen und die Erstellung von öffentlichen Informationsbüchern übernehmen. Die Analysewerkzeuge basieren auf dem offenen SKILL.md-Format und nutzen das Model Context Protocol zur Anbindung an proprietäre Daten. Moody’s plan, das Angebot künftig auf Kreditanalysen und Versicherungszeichnungen auszuweiten.

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