Copilot Cowork: Microsoft bringt KI-Workflows auf iOS und Android
25.06.2026 - 14:36:00 | boerse-global.de
Der KI-Assistent Microsoft 365 Copilot Cowork ist ab sofort auch auf iOS und Android verfügbar. Ab heute können Unternehmen komplexe Arbeitsabläufe per Smartphone steuern.
Seit dem 16. Juni 2026 ist der Dienst offiziell verfügbar. Er erlaubt es Unternehmensnutzern, mehrstufige Workflows direkt vom Handy aus zu starten, zu überwachen und zu verwalten. Die mobile Integration in der Microsoft 365 Copilot App richtet sich an Fachkräfte, die auch unterwegs produktiv bleiben müssen.
Workflows unterwegs steuern
Das System arbeitet in der Cloud. Ein Projekt lässt sich auf dem Smartphone beginnen und später am Desktop fortsetzen. Die mobile Oberfläche legt besonderen Wert auf Kontrollmöglichkeiten: Nutzer können den Fortschritt langlaufender Aufgaben verfolgen. Für heikle Aktionen – etwa das Posten von Nachrichten in Microsoft Teams oder das Verwalten von Kalendereinladungen – ist eine manuelle Freigabe erforderlich.
Dieses „Human-in-the-Loop"-Prinzip soll sicherstellen, dass die KI nicht völlig autonom handelt. Die Kontrolle bleibt beim Menschen.
Vom E-Mail-Entwurf zur Recherche
Copilot Cowork kann ein breites Spektrum an administrativen und kognitiven Aufgaben übernehmen. Dazu gehören das Verfassen von E-Mails, die Terminplanung, die Erstellung von Dokumenten und die Recherche. Mit der Funktion „Work IQ" verarbeitet das System Kontextinformationen und kann Prompts mit bis zu 16.000 Zeichen auswerten – etwa für Zusammenfassungen oder die Verwaltung von Dateiverzeichnissen.
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KI-Architektur und Unternehmenseinsatz
Im Hintergrund arbeitet eine Multi-Modell-Architektur, die auch Anthropic Claude einbezieht. Voraussetzung für die Nutzung: Unternehmen benötigen sowohl eine Microsoft 365 Copilot Lizenz als auch die aktivierten Anthropic-Funktionen.
Der 2026er Microsoft Work Trend Index zeigt eine rasche Verbreitung dieser autonomen Agenten. Bereits mehr als die Hälfte der Fortune-500-Unternehmen nutzte Cowork während der Testphase, die im März dieses Jahres begann. In Malaysia etwa sind rund 24 Prozent der Arbeitskräfte inzwischen als „Frontier Professionals" eingestuft – deutlich über dem globalen Durchschnitt von 16 Prozent.
Neue Herausforderungen für die IT-Verwaltung
Die Ausweitung der KI-Werkzeuge erfordert neue Management-Lösungen. Am 24. Juni 2026 brachte ShareGate seine MCP-Lösung auf den Markt. Sie zählt zu den ersten Governance-Tools, mit denen IT-Administratoren Microsoft-365-Umgebungen direkt über KI-Schnittstellen wie Claude und ChatGPT verwalten können. Hintergrund: 71 Prozent der IT-Profis berichten von einem gestiegenen Governance-Aufwand seit Einführung der KI.
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Abrechnung nach Verbrauch
Microsoft stellt den Dienst auf ein nutzungsbasiertes Abrechnungsmodell um. Copilot Cowork verbraucht „Copilot Credits", deren Anzahl von der Komplexität der Aufgabe abhängt. Einzelne Interaktionen kosten zwischen 70 und 1.500 Credits.
Unternehmen haben bis zum 30. Juni 2026 Zeit, ihre nutzungsbasierten Abrechnungseinstellungen auf Mandantenebene zu konfigurieren. Wer das versäumt, dem droht die Abschaltung der Cowork-Funktionen. Zur Auswahl stehen ein Pay-as-you-go-Modell (etwa ein Cent pro Credit), jährliche Vorab-Kaufpläne sowie Kapazitätspakete für Vielnutzer.
Um die Funktionalität weiter auszubauen, können Administratoren künftig Drittanbieter-Plug-ins und Skills über das Microsoft 365 Admin Center verwalten. Diese Integrationen erlauben Cowork die Anbindung externer Plattformen – darunter Dynamics 365 und verschiedene Partner-Plug-ins, sofern sie den Microsoft-Validierungsprozess bestehen.
