Copilot Cowork: Microsoft automatisiert komplexe Aufgaben ab Juni
23.06.2026 - 04:25:24 | boerse-global.de
Der Konzern bringt mit „Copilot Cowork" ein neues Automatisierungstool auf den Markt und verschärft gleichzeitig die Datenschutzkontrollen.
Microsoft hat sein KI-Portfolio für Geschäftskunden erheblich erweitert. Seit Mitte Juni ist der Copilot Cowork allgemein verfügbar – ein System, das komplexe Aufgaben über die gesamte Microsoft-365-Welt hinweg automatisiert. Parallel dazu führt der Konzern strengere administrative Kontrollen ein, um sensible Unternehmensdaten vor unbefugtem KI-Zugriff zu schützen.
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Automatisierung auf neuem Niveau
Copilot Cowork kann E-Mails verwalten, Termine koordinieren, Dokumente erstellen und Dateien organisieren – und das allein auf Basis von natürlichsprachlichen Anweisungen mit bis zu 16.000 Zeichen. Bevor das System jedoch Aktionen ausführt, zeigt es seine geplanten Schritte an und holt die Zustimmung des Nutzers ein. Das soll Fehler vermeiden und die Kontrolle wahren.
Technisch setzt Microsoft auf einen Multi-Modell-Ansatz. Neben dem hauseigenen GPT 5.5 kommen Modelle von Anthropic zum Einsatz – darunter Opus 4.8 und Sonnet 4.6. Die Prüfung von DeepSeek-Modellen laufe ebenfalls, so das Unternehmen.
Die Abrechnung erfolgt verbrauchsbasiert über sogenannte Copilot Credits, die jeweils einen Cent kosten. Unternehmen können Ausgabenlimits pro Mandant, Gruppe oder einzelnen Nutzer festlegen. Interne Tests im Juni hätten gezeigt, dass dieses System pro Abfrage deutlich günstiger sei als die Nutzung externer Konnektoren.
Ergänzend hat Microsoft mit Scout einen experimentellen Autopiloten vorgestellt. Scout läuft unter einer eigenen Entra-Identität – das macht alle Aktionen nachvollziehbar – und arbeitet durchgehend in Teams, Outlook und SharePoint, auch zwischen aktiven Nutzersitzungen.
Strengere Regeln für sensible Daten
Besonders für stark regulierte Branchen wie Finanzen, Gesundheitswesen und Rechtsdienstleistungen hat Microsoft nachgebessert. Die Purview-Sensitivitätslabel erhalten eine neue Einstellung: Organisationen können damit für bestimmte Dateien in Word, Excel und PowerPoint sämtliche verbundenen Dienste blockieren, die Inhalte analysieren – inklusive Microsoft 365 Copilot.
Die Funktion war im Mai als öffentliche Vorschau gestartet. Die allgemeine Verfügbarkeit ist zwischen Mitte Juni und Ende Juli 2026 geplant. Bestehende Label, die bereits so konfiguriert waren, werden automatisch aktualisiert. Das stellt sicher, dass KI-Tools ohne explizite Freigabe keinen Zugriff auf geschützte Unternehmensdaten erhalten.
Praxisbeispiele und Partnerschaften
Die Ausweitung des Copilot-Ökosystems fällt mit neuen Großkunden zusammen. Erst am Montag ernannte der klinische Auftragsforscher ICON plc Microsoft zu seinem bevorzugten Technologiepartner. ICON will Microsoft 365 Copilot unternehmensweit einführen und setzt zudem auf Azure, Fabric und Foundry, um seine eigene KI-Plattform Orbis zu skalieren. Ziel ist es, klinische Studien schneller zu designen und Risiken in Echtzeit zu erkennen.
Deutliche finanzielle Effekte meldet der Energiekonzern Centrica. Dank der Microsoft Power Platform habe man umgerechnet rund 9,3 Millionen Euro eingespart. Das Unternehmen betreibt über 1.100 aktive Apps mit 13.000 Nutzern und erzielte die Einsparungen durch interne Automatisierung sowie reduzierte Kosten für Drittanbieter. Centrica nutzt zudem Copilot Studio, um Agenten für Personalabteilung und E-Mail-Compliance zu entwickeln.
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Windows-Integration und Ausblick
Microsoft hat auch die Verteilung seiner KI-Tools in Windows angepasst. Seit Mitte Juni wird Copilot auf Windows-11-Systemen mit kommerziellen Microsoft-365-Desktopanwendungen neu installiert – und zwar über das Office-Update, nicht den Microsoft Store. Nutzer in der Europäischen Union sind von dieser automatischen Installation vorerst ausgenommen, Grund sind regionale Wettbewerbsvorschriften.
Für die zweite Jahreshälfte kündigte Microsoft das nächste große Funktionsupdate an: Windows 11 Version 26H2 soll im Herbst 2026 erscheinen. Für Nutzer aktueller Versionen reicht ein kleines Aktivierungspaket, ältere Systeme benötigen einen vollständigen Download. Mit diesem Release verlängert sich der Supportzyklus für Enterprise- und Education-Editionen auf 36 Monate.
