Copilot Cowork ab 16. Juni: Microsoft wechselt zu verbrauchsbasiertem Modell
25.06.2026 - 05:56:05 | boerse-global.de
Während die Kosten für Enterprise-Lizenzen und KI-Dienste nach oben gehen, locken im Einzelhandel satte Rabatte auf lebenslange Lizenzen. Die Schere zwischen Abo-Modell und Einmalkauf öffnet sich weiter.
Neue Preise für Business-Kunden
Microsoft hat Anfang Juni die Preise für mehrere zentrale 365-Tarife erhöht. Die E5-Lizenz stieg von 57 auf 60 US-Dollar pro Nutzer, die E3-Variante von 36 auf 39 US-Dollar. Einzig das Spitzenprodukt Microsoft 365 E7 blieb mit 99 US-Dollar stabil. Branchenbeobachter rechnen vor: Wer die Einzelkomponenten des E7-Pakets separat kauft, zahlt rund 15 Prozent mehr – ein Anreiz für Unternehmen, ihre Lizenzstrategie zu überdenken.
KI wird zur Verbrauchsfrage
Noch gravierender sind die Veränderungen bei den KI-Diensten. Seit der allgemeinen Verfügbarkeit von Copilot Cowork am 16. Juni 2026 setzt Microsoft auf ein verbrauchsbasiertes Abrechnungsmodell. Statt einer Flatrate zahlen Unternehmen nun pro genutztem Copilot Credit. Je nach Aktivität verbrauchen typische Nutzer zwischen 50 und 200 Credits täglich. Für IT-Abteilungen bedeutet das: Sie müssen Kreditpools einrichten und Verbrauchssysteme etablieren, um Kostenexplosionen zu vermeiden.
Die Analysten von Gartner prognostizieren, dass bis Ende 2026 rund 40 Prozent aller Unternehmensanwendungen mit KI-Agenten ausgestattet sein werden. Parallel dazu begann Microsoft Ende Juni mit der automatischen Installation der Microsoft 365 Copilot App auf kommerziellen Windows-11-Geräten – über das normale Office-Update. Administratoren können die Installation in den meisten Regionen jedoch unterbinden.
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Großkonzerne setzen auf KI
Die globale Technologiebranche zieht bereits massiv nach. Seit dem 24. Juni 2026 haben die indischen IT-Riesen TCS, Infosys und Wipro gemeinsam Microsoft 365 Copilot bei mehr als 300.000 Mitarbeitern eingeführt – und das in weniger als sechs Monaten. Bei monatlichen Kosten von rund 30 US-Dollar pro Nutzer summieren sich die jährlichen Lizenzausgaben für Unternehmen dieser Größenordnung auf über 100 Millionen US-Dollar.
Schnäppchenjagd im Einzelhandel
Während die Enterprise-Kosten steigen, erleben Privatkunden derzeit ein Preisparadies. Vom 23. bis 26. Juni 2026 locken zahlreiche Händler mit Rabattaktionen für Standalone-Lizenzen. Die Angebote im Überblick:
- Windows 11 Pro und Office Professional 2021 als lebenslange Lizenz: rund 35 Euro
- Windows 11 Pro und Office 2024 Home & Business: etwa 110 Euro
- Office 2021 Professional als Einzellizenz: ab 29 Euro
- Office 2019: unter 20 Euro
- Microsoft 365 Family (zeitlich begrenzt): rund 85 Euro
Die sogenannten "Lebenslang"-Angebote locken mit einmaliger Zahlung ohne Abo-Gebühren. Der Haken: Cloud-Speicher und kontinuierliche Major-Updates, wie sie das Microsoft-365-Abo bietet, sind nicht enthalten.
Vorsicht ist bei spezieller Software wie Visio Professional 2024 geboten. Das Programm wird für rund 50 Euro angeboten – Experten warnen jedoch vor nicht autorisierten Schlüsseln von Drittanbietern, die jederzeit gesperrt werden können.
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Sicherheits-Updates und Ausblick
Auch die Systemverwalter haben im Juni alle Hände voll zu tun. Am 24. Juni 2026 liefen mehrere Secure-Boot-Zertifikate ab, darunter der Microsoft KEK CA 2011. Microsoft reagierte mit Updates im Rahmen des June 2026 Patch Tuesday.
Ein optionales Windows-11-Update (KB5095093) wurde ebenfalls am 24. Juni veröffentlicht. Es erlaubt Nutzern, Updates für bis zu 35 Tage zu pausieren – eine Reaktion auf den zunehmenden Update-Stress. Zudem bringt das Update Point-in-Time-Wiederherstellungsfunktionen und verbesserte Bluetooth-Zuverlässigkeit.
Für Juli 2026 hat Microsoft neue Aufbewahrungsrichtlinien für Planner-Aufgaben im Purview Data Lifecycle Management angekündigt. Damit lässt sich künftig die automatische Verwaltung von Gruppendaten steuern – ein weiterer Schritt in Richtung automatisierter Compliance.
