Copilot, Autopilot

Copilot Autopilot: Microsoft zeigt Steuererklärung per Datei-Automation

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 06:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Windows-Assistent soll Dateien bearbeiten und Aufgaben automatisieren; Microsoft plant zunächst eine schrittweise Einführung auf Copilot+ PCs.

Microsoft kündigt neue Copilot-Funktionen für Windows 11 an
Ein minimalistischer Arbeitsbereich mit einem leeren Glastisch vor einem Fenster mit Blick auf einen nebligen Stadtpark. Illustration mit AI erstellt.

Microsoft hat am 7. Oktober drei geplante Fähigkeiten für seinen KI-Assistenten Copilot unter Windows angekündigt. Das System soll künftig den Kontext des jeweiligen Rechners erfassen, eigenständig bestimmte Aktionen wie die Dateiorganisation und Fehlerdiagnosen ausführen sowie flexibel zwischen lokalen Modellen und Cloud-Diensten wählen können.

Mit diesem Schritt soll Copilot in Windows 11 von einem reinen Antwortwerkzeug zu einem aktiven Assistenten für komplexe Arbeitsabläufe weiterentwickelt werden.

Hybride Architektur und automatisierte Dateioperationen

Im Zentrum der Neuausrichtung steht eine Strategie der hybriden Intelligenz. Copilot soll lokale Modelle mit Cloud-Infrastrukturen kombinieren, um Aufgaben je nach Anforderung direkt auf dem Gerät oder über Server abzuarbeiten. Dies bedeutet nach Unternehmensangaben jedoch nicht, dass der Assistent vollständig offline arbeiten wird.

Mit ausdrücklicher Zustimmung der Nutzer soll die Software in die Lage versetzt werden, lokale Dokumente aufzufinden, umzubenennen oder zu komprimieren.

Bei einer Veranstaltung für Windows und Surface demonstrierte Microsoft diese Fähigkeiten anhand einer Funktion namens Copilot Autopilot: Der Assistent stellte dabei eigenständig Unterlagen für eine Steuererklärung zusammen, benannte die Dateien um, packte sie in ein komprimiertes Archiv und verfasste einen E-Mail-Entwurf samt Anhang. Vor dem eigentlichen Versand wartete das System auf die Freigabe des Anwenders.

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Sicherheitsgrenzen und administrative Kontrollen

Da Microsoft dem Assistenten laut einem Bericht von The Verge mehr Kontrolle über Windows und Dateien übertragen will, wachsen zugleich die Anforderungen an Zugriffsgrenzen, Bestätigungsschritte, Protokollierung und Möglichkeiten zum Rückgängigmachen von Aktionen.

Für den Schutz des Betriebssystems plant Microsoft den Einsatz sogenannter Microsoft Execution Containers. Diese isolierten Arbeitsbereiche sollen den Zugriff automatisierter Agenten auf Systemressourcen begrenzen. Für Unternehmenskunden sollen zudem Werkzeuge wie Agent 365 und Intune die zentrale Verwaltung und Überwachung unterstützen.

Geplant sind außerdem getrennte Berechtigungskontrollen für Lesezugriffe, Systemaktionen sowie die Ausführung lokaler Modelle. In aktuellen Testversionen von Windows lässt sich der Zugriff bereits für sechs Ordner einzeln steuern.

Zudem ist eine Funktion namens PC insights experimentell verfügbar. Sie verlangt vor jedem Zugriff auf Systemdaten oder Dateien eine Erlaubnis, läuft nicht dauerhaft im Hintergrund und verändert keine Einstellungen. Microsoft erklärte, dass abgerufene Systemdaten und Dateien weder gespeichert noch für das Modelltraining verwendet werden. Gesprächsverläufe können abhängig von den individuellen Einstellungen zur Serviceverbesserung dienen.

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Schrittweise Einführung auf Copilot+ PCs

Die neuen Funktionen sollen in den kommenden Monaten schrittweise eingeführt werden. Ein sofortiger allgemeiner Start ist nicht vorgesehen. Die Einführung konzentriert sich zunächst auf die Gerätereihe der Copilot+ PCs, die Microsoft 2024 auf den Markt gebracht hatte.

Genaue Details zur breiten Verfügbarkeit sowie zu den endgültigen Berechtigungsstrukturen nannte das Unternehmen bislang nicht. Die Nutzbarkeit hängt vom jeweiligen Computermodell, den gewählten Werkzeugen und den erteilten Rechten ab. Ein allgemeiner Starttermin, eine offizielle Unterstützung der russischen Sprache sowie eine Verfügbarkeit in Russland wurden von Microsoft nicht bestätigt.

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