Copilot-Ausfall: Microsoft kämpft mit Datei-Upload-Fehlern
11.06.2026 - 14:08:10 | boerse-global.de
Microsoft kämpft mit einer schweren Störung seines KI-Assistenten Copilot – ausgerechnet während der Zwangsinstallation für Unternehmen.
Der Dienstausfall betrifft Nutzer, die nach dem Hochladen von Dateien mit dem KI-Assistenten interagieren wollen. Betroffene erhalten Fehlermeldungen mit der Aufforderung, es erneut zu versuchen. Microsoft warnt zudem vor zeitweise minderwertigen Antworten und sogenannten Halluzinationen – also frei erfundenen Inhalten.
Während Profi-Systeme mit Ausfällen kämpfen, zeigen einfache Kniffe, wie Sie KI schon heute verlässlich für Ihre tägliche Organisation und Zeitersparnis nutzen können. Kostenlosen PDF-Report mit ChatGPT-Alltags-Prompts herunterladen
Ursache: Überlastung der Cloud-Infrastruktur
Die technische Analyse ergab einen massiven Nutzungsanstieg, der die Kapazitäten für Datei-Uploads in OneDrive und SharePoint sprengte. Microsoft reagiert mit zusätzlichen Ressourcen in stark nachgefragten Regionen und Konfigurationsänderungen, um Wiederholungsversuche zu unterbinden.
Der Vorfall (Referenz INC46848795) reiht sich in weitere Störungen im Microsoft-365-Ökosystem ein. Nutzer berichten von Problemen beim Zugriff auf Excel-Dateien über SharePoint Online und fehlerhaften Webhook-Benachrichtigungen in Microsoft To Do. Auch der Mailzugriff über Exchange Online steht unter Beobachtung.
Automatische Installation trotz Pannen
Die aktuellen Probleme überschneiden sich mit einer heiklen Entscheidung: Microsoft hat heute die automatische Installation von Copilot auf Windows-Geschäftssystemen wieder aufgenommen. Der Rollout war Ende 2025 nach technischen Problemen und heftiger Kritik von IT-Administratoren gestoppt worden.
Bis Anfang Juli soll die Installation abgeschlossen sein. Unternehmen können die Installation zwar blockieren, Microsoft hat aber im April eine neue Richtlinie eingeführt: Bleibt Copilot 28 Tage ungenutzt, wird die App automatisch entfernt.
Windows 11 macht Probleme? Wenn Updates oder Systemfunktionen streiken, hilft dieser Experten-Leitfaden, typische Fehler ohne teure IT-Hilfe sofort selbst zu beheben. Gratis-Report: Erste Hilfe für Windows 11 sichern
KI-Infrastruktur: Alarmierende Ausfallzahlen
Der Ausfall folgt auf eine sechsstündige Störung von Googles Gemini-Dienst am Mittwoch, die weltweit für Verbindungsabbrüche sorgte. Branchenweite Analysen deuten auf ein wachsendes Problem hin: Eine Auswertung von Ookla mit über 3,7 Millionen Nutzerberichten zeigt einen dramatischen Anstieg der Ausfalltage bei großen KI-Plattformen – von sechs im ersten Quartal 2025 auf 51 im ersten Quartal 2026.
Doch nicht nur die Verfügbarkeit bereitet Sorgen. Eine Studie des Glean Work AI Institute unter 6.000 digitalen Arbeitern zeigt: Mitarbeiter verlieren durchschnittlich 6,4 Stunden pro Woche mit der Überwachung und Korrektur von KI-Ergebnissen. Die Forscher nennen dieses Phänomen „Botsitting".
Microsoft setzt auf Performance und neue Preise
Trotz der aktuellen Turbulenzen verweist Microsoft auf Fortschritte: Im ersten Halbjahr 2026 wurde Microsoft Teams grundlegend überarbeitet. Die Wechselzeit zwischen Chats sank um 20 Prozent, Abstürze auf Apple-Hardware wurden deutlich reduziert.
Um die Verbreitung bei kleinen und mittleren Unternehmen zu fördern, bringt Microsoft zum 1. Juli neue Abo-Bündel. Copilot wird dann direkt in die Standardpakete integriert – zum Preis von umgerechnet rund 21 Euro pro Nutzer für Business Standard und 29 Euro für Business Premium. Ob die Zuverlässigkeit mit der Expansion Schritt halten kann, bleibt abzuwarten.
