Copilot, Windows

Copilot auf Windows: KI darf mit Zustimmung lokale Dateien verändern

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 06:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Copilot+ PCs sollen mit Zustimmung Dateien verwalten und Aufgaben lokal bearbeiten; Microsoft ergänzt Sicherheitsfunktionen und neue Surface-Hardware.

Microsoft erweitert Copilot auf Windows um lokale KI-Aktionen
Ein minimalistischer, heller Arbeitsplatz mit einem leeren Schreibtisch in sanftem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Microsoft baut die Fähigkeiten seines KI-Assistenten auf Windows-Rechnern grundlegend aus. Auf dem Windows and Surface Event in San Francisco kündigte der Konzern am 7. Oktober 2026 an, dass Copilot auf sogenannten Copilot+ PCs künftig mit ausdrücklicher Erlaubnis der Anwender auf lokale Dateien und Systemaktivitäten zugreifen darf.

Das System soll eigenständig Aktionen wie das Verschieben von Dateien oder die Anpassung von Systemeinstellungen vornehmen und ausgewählte Aufgaben über lokale KI-Modelle statt über Cloud-Server abwickeln.

Drei Kernfunktionen für Copilot+ PCs

Die Neuerungen für Copilot+ PCs gliedern sich in drei Funktionsbereiche, die Microsoft in den kommenden Monaten schrittweise über Windows Updates bereitstellen will: Local Context erlaubt der KI die Erfassung lokaler Dokumente und Abläufe.

Über Local Actions organisiert der Assistent Dateien, führt Diagnosen oder Troubleshooting durch und steuert Workflows. Mit Local Models verarbeitet das System Anfragen primär auf dem Gerät und greift nur bei Bedarf auf Cloud-Ressourcen zurück.

Jacob Andreou, Executive Vice President für Copilot bei Microsoft, betonte, dass der Assistent dieselben Steuerungsrechte wie die Bedienperson erhalte, dabei jedoch stets deren Genehmigung einhole.

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In einer Demonstration zeigte das Unternehmen, wie die Software für eine Steuererklärung Dokumente aus dem Posteingang, OneDrive und lokalen Ordnern sammelte, diese umbenannte, in einem ZIP-Archiv bündelte und anschließend den Entwurf für eine Antwort-E-Mail an den Steuerberater verfasste.

Das Ausrollen dieser Funktionen erfordert ein Windows Update und hängt zeitlich von den jeweiligen Geräten, Märkten und Prozessorplattformen ab. Die Hybrid-Strategie verbindet lokale Rechenleistung mit Cloud-Intelligenz, um Betriebskosten für KI-Workloads zu senken und mehr Daten direkt auf dem Endgerät zu belassen.

Nach Konzernangaben handelt es sich bei mehr als 40 Prozent der speziell für Unternehmen gebauten Laptops mittlerweile um Copilot+ PCs, auf denen monatlich über 2 Billionen Inferenzen lokal ausgeführt werden.

Forrester-Analyst Mahapatra hob diesbezüglich die Nachfrage nach Systemen hervor, die selbstständig entscheiden, welche Rechenlasten auf dem Gerät und welche in Rechenzentren ausgeführt werden sollten.

Sicherheitsarchitektur und neue Hardware

Um Agenten-Aktivitäten abzusichern, hat Microsoft die Microsoft Execution Containers (MXC) allgemein für Windows 11 verfügbar gemacht. Unternehmen können darüber per Richtlinie festlegen, auf welche Dateien und Netzwerke ein KI-Agent zugreifen darf.

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Das Betriebssystem erzwingt diese Vorgaben zur Laufzeit auf verschiedenen Isolationsstufen – von einzelnen Prozessen über WSL-Container bis hin zu virtuellen Maschinen oder Windows 365 for Agents – und ordnet jede Aktion direkt dem Agenten zu. Neben Werkzeugen wie OpenAI Codex und OpenClaw sollen künftig auch Lösungen wie Anthropic Claude Code, Box und Manus unterstützt werden.

Parallel kündigte Microsoft neue Hardware an. Der Surface Laptop Ultra mit Nvidia RTX Spark und bis zu 128 GB Unified Memory startet bei 2.599 US-Dollar und kommt ab dem 16. Oktober in den Handel; Vorbestellungen laufen bereits. Für professionelle Entwickler folgt im November für 5.999 US-Dollar die Surface RTX Spark Dev Box in den USA.

Ergänzend bringt das Unternehmen das für Endgeräte quantisierte Modell MAI Code 1.1 Flash auf den Markt, das bei 137 Milliarden Parametern über 6,8 Milliarden aktive Parameter pro Token verfügt. Zeitgleich verteilt Microsoft seit dem 7. Oktober eine überarbeitete Windows-Suche mit integrierten Schnellaktionen im Experimental Channel an Windows Insider.

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