Copilot-Apps verschmelzen im August: Microsoft bringt Autopilot
04.07.2026 - 02:14:28 | boerse-global.de
Der KI-Assistent wird zum Massenprodukt: Microsoft erweitert den Zugang zu seinen fortschrittlichsten Textfunktionen.
Seit Mitte Juni 2026 können auch Nutzer der günstigeren Copilot-Tarife auf die sogenannten Notebooks zugreifen. Diese Funktion erlaubt es, komplexe Texteingaben schrittweise zu verfeinern – ein deutlicher Fortschritt gegenüber dem einfachen Chat-Interface. Der Schritt ist Teil einer umfassenden Strategie, mit der Microsoft seine KI-Angebote für Privatkunden und Unternehmen bis zum Spätsommer unter einem Dach vereinen will.
Technische Hürden ausgeräumt
Der erweiterte Zugang war nicht das einzige Update. Ende Juni behob Microsoft einen hartnäckigen Fehler in der klassischen Outlook-Version für Windows: Bei Nutzern mit der günstigsten Lizenz (Copilot Chat Basic) waren die Copilot-Buttons plötzlich verschwunden. Ein serverseitiger Fix stellte die Funktion am 29. Juni wieder her.
Auch bei den Dokumentformaten gibt es Fortschritte. Nachdem Notepad bereits Ende 2025 natives Markdown unterstützte, zogen SharePoint und OneDrive im April 2026 nach. Weitere Produktivitäts-Updates der letzten Monate: die =COPILOT-Funktion in Excel und automatische Antwortvorschläge in Outlook.
Für Geschäftskunden ist zudem seit Juni der Copilot Cowork verfügbar – ein Tool, das nach verbrauchten Credits abrechnet. In der Vorschauversion können Unternehmen sogar Drittanbieter-Modelle wie Anthropics Claude Fable 5 einbinden.
Umbau der KI-Sparte
Die Copilot-Apps für Privat- und Geschäftskunden verschmelzen im August – mit dem neuen Autopilot-Agenten. Erfahren Sie in 3 Schritten, wie Sie Ihr Unternehmen optimal vorbereiten und Lizenzkosten optimieren. Jetzt kostenlosen Vorbereitungs-Leitfaden anfordern
Die aktuellen Neuerungen sind das Ergebnis einer tiefgreifenden Reorganisation. CEO Satya Nadella hatte am 17. März 2026 die bislang getrennten Copilot-Teams für Privat- und Geschäftskunden zusammengelegt. Jacob Andreou wurde zum Executive Vice President von Copilot ernannt und berichtet direkt an Nadella. Mustafa Suleiman konzentriert sich fortan auf die Entwicklung neuer KI-Modelle.
Die nächste große Veränderung steht bereits bevor: Im August 2026 sollen die getrennten Copilot-Apps für Privat- und Geschäftskunden zu einer einzigen Anwendung verschmelzen. Herzstück wird ein neuer, kostenpflichtiger Agent namens Autopilot sein, der Routineaufgaben automatisiert. Im Gegenzug verschwinden weniger genutzte Funktionen wie Copilot Podcasts und Copilot Labs.
Wachstum trotz Kursverlusten
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Obwohl Microsofts Aktie 2026 rund 20 Prozent an Wert verloren hat, boomt das KI-Geschäft. Der jährliche Umsatz mit KI-Produkten liegt inzwischen bei umgerechnet über 37 Milliarden Euro – ein Plus von 123 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der zahlenden Copilot-Nutzer stieg von 15 Millionen im Januar auf 20 Millionen im April 2026.
Ab August automatisiert der neue Autopilot-Agent Routineaufgaben – während weniger genutzte Funktionen wie Copilot Podcasts verschwinden. Unser Leitfaden zeigt, welche Änderungen auf Sie zukommen und wie Sie die neuen Features sofort nutzen. Autopilot-Vorbereitungs-Guide jetzt sichern
Besonders im Unternehmenssektor setzt Microsoft auf Speziallösungen. Anfang Juli soll ein KI-Agent für Rechtsabteilungen verfügbar werden. Bereits gestartet ist der Service Agent in 365 Copilot, der Daten aus Dynamics 365 Customer Service nutzt – allerdings nur für Kunden, die beide Lizenzen besitzen.
Die Rechnung scheint aufzugehen: 90 Prozent der Fortune-500-Unternehmen setzen inzwischen Microsofts KI-Tools ein. Insgesamt nutzen 430 Millionen Menschen die Dienste des Konzerns.
