Copilot ab 2. November: Microsoft aktiviert neue Abrechnung für CSP-Lizenzen
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 19:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am 25. September 2026 hat Microsoft eine umfassende Neugestaltung seiner KI-Anwendung Copilot angekündigt. Das Unternehmen transformiert den Dienst zu einer sogenannten „Super App“, die über eine neue Struktur mit drei zentralen Funktionsbereichen verfügt.
Ziel dieser bislang größten Aktualisierung ist es, laut CEO Satya Nadella ein neues Betriebssystem für die Arbeitswelt zu schaffen, das über verschiedene Geräteformen und Aufgaben hinweg fungiert.
Dreigliedrige Struktur für Chat, Entwicklung und Agenten
Die überarbeitete Anwendung gliedert sich in die Bereiche „Home“, „Code“ und „Autopilot“. Der Bereich „Home“ umfasst den klassischen Chat sowie Kollaborationsfunktionen; ein geplantes Dashboard namens „Today“ soll künftig personalisierte Informationen bereitstellen.
Im Tab „Code“ können Nutzer Anwendungen, Dashboards und Tracker mittels natürlicher Sprache erstellen. Diese Funktion basiert auf Modellen von GitHub Copilot und wird in einer Sandbox-Umgebung ausgeführt.
Der Bereich „Autopilot“, eine Weiterentwicklung des bisherigen Projekts „Scout“, fungiert als dauerhaft aktiver Agent mit eigener Identität und Memory-Funktion. Dieser Agent operiert auf einem eigenen Cloud-Computer und ist tief in Microsoft Teams, Outlook sowie Kanäle und Dokumente integriert.
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Während „Home“ und „Code“ in den kommenden Wochen für Teilnehmer des Frontier-Programms bereitstehen, startet „Autopilot“ Ende September 2026 in einer privaten Vorschauphase.
Einführung einer nutzungsbasierten Preisgestaltung
Parallel zur technischen Neuausrichtung führt Microsoft ein differenziertes Abrechnungsmodell ein. Die reguläre Nutzer-Lizenz deckt weiterhin die „Everyday AI“ in Anwendungen wie Word, Excel und Teams ab. Neue, leistungsintensivere Funktionen der „Advanced AI“ – darunter der Autopilot, das Code-Modul sowie die Frontier-Modelle Astra und Fable – werden jedoch künftig über ein verbrauchsabhängiges Modell abgerechnet.
Hierfür kommen „Copilot Credits“ zum Einsatz, wobei ein Credit einem Wert von 0,01 US-Dollar entspricht. Interne Richtwerte beziffern die Kosten für komplexe Aufgaben auf etwa 100 bis über 700 Credits pro Vorgang.
Marktforscher von Gartner weisen darauf hin, dass solche agentenbasierten KI-Aufgaben eine deutlich höhere Rechenleistung beanspruchen als Standard-Chatanfragen. Für neue Business-Lizenzen im CSP-Programm wird dieses Abrechnungsmodell ab dem 2. November 2026 standardmäßig aktiviert.
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Wachstumszahlen und Sicherheitsbedenken
Trotz einer Marktdurchdringung von unter 7 Prozent bei den kommerziellen Microsoft-365-Lizenzen meldete das Unternehmen ein schnelles Wachstum. Im Juli 2026 wurde die Marke von 30 Millionen bezahlten Plätzen überschritten. Die Aktie des Konzerns reagierte positiv auf die Ankündigungen und schloss am Tag der Präsentation mit einem Plus von 3,66 Prozent bei 516,17 US-Dollar.
Überschattet wird die Expansion jedoch von Berichten über Datenschutz und Sicherheit. Einem Bericht vom 28. September 2026 zufolge sichten hunderte menschliche Auftragnehmer Nutzer-Prompts und hochgeladene Bilder, um die Qualität der KI-Ausgaben zu bewerten. Dabei sollen Mitarbeiter auch mit sexuell expliziten Inhalten und problematischen Darstellungen konfrontiert worden sein. Microsoft erklärte hierzu, Kundendaten gemäß den Nutzungsbedingungen zur Produktverbesserung und Durchsetzung von Verhaltensregeln zu verwenden.
Zudem wurden Sicherheitsrisiken im technischen Unterbau von Autopilot bekannt. Die Anwendung nutzt das Open-Source-Framework OpenClaw, für das in der National Vulnerability Database zahlreiche Schwachstellen verzeichnet sind.
Darunter befinden sich kritische Lücken wie die CVE-2026-32922 mit einer Bewertung von 9.9 auf der CVSS-Skala. Berichte über technische Fehler bei der Synchronisation von Chatverläufen zwischen verschiedenen Nutzerkonten belasten zudem die Wahrnehmung der Zuverlässigkeit bei Endanwendern.
