COPD, Pranayama

COPD und Pranayama: Zwölf Wochen Atemtraining steigern die Belastbarkeit

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 11:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Untersuchungen verbinden gezielte Atemtechniken mit weniger Stress und Angst sowie besserer Belastbarkeit bei COPD.

Atemübungen: Studien zeigen Effekte auf Stress und Beschwerden
Ein nebliger, ruhiger Wald im herbstlichen Morgenlicht, der eine Atmosphäre der Stille und Entspannung vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Mit dem Beginn der kühleren Jahreszeit rücken Methoden zur Stärkung der Atemwege, zur Unterstützung der Zellvitalität und zur Energisierung der Lungen verstärkt in den Fokus. Medizinische Untersuchungen und therapeutische Ansätze beleuchten, wie systematische Atemübungen das vegetative Nervensystem beeinflussen und bei respiratorischen Beschwerden entlasten können.

Wissenschaftliche Befunde zur gezielten Atemregulation

Weltweit existieren laut Thomas Loew vom Uniklinikum Regensburg mehr als 100 therapeutische Atemtechniken, von denen jedoch nur wenige als wissenschaftlich fundiert gelten. Zu den untersuchten Methoden zählt die sogenannte 4-7-11-Technik, bei der vier Sekunden lang eingeatmet, sieben Sekunden lang ausgeatmet und dies elf Minuten pro Tag praktiziert wird.

Dieses Vorgehen kann eine reguläre Frequenz von rund 12 Atemzügen pro Minute in etwa halbieren. Für Atemübungen liegen Nachweise über positive Effekte bei Bluthochdruck, Asthma, Schmerzen, Angstzuständen sowie Burnout vor, ergänzt durch Hinweise auf Nutzen bei Suchterkrankungen und Essstörungen.

Eine Untersuchung der Charité Berlin und des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke mit 41 Testpersonen analysierte das Verhalten bei riskanten Entscheidungen mit 50 Prozent Gewinnchance.

Ein betontes Ausatmen führte dabei zu physiologischer Beruhigung mit geringerem Puls und weniger Schwitzen, steigerte jedoch die Risikobereitschaft, während zwei Hirnareale im MRT eine erhöhte Aktivität zeigten.

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Die Forscherin Soyoung Q. Park bewertete Atemübungen als kostengünstiges Instrument zur Selbstregulation, das auch bei Angststörungen und Depressionen Unterstützung bieten könne. Eine Untersuchung der Universität Zürich aus dem Jahr 2019 wies zudem darauf hin, dass Risikobereitschaft zwar teilweise genetisch bedingt ist, Umweltfaktoren jedoch eine entscheidende Rolle spielen.

In einer Studie der Stanford-Universität von Balban und Kollegen aus dem Jahr 2023 mit 111 Erwachsenen über einen Monat bei täglich fünf Minuten Praxis zeigte der sogenannte physiologische Seufzer mit zweimaligem Einatmen durch die Nase und langem Ausatmen durch den Mund die stärkste Verbesserung der Stimmung sowie die deutlichste Senkung der Ruheatemfrequenz.

Eine Übersichtsarbeit von Zaccaro und Kollegen aus 2018 belegte eine Zunahme der Herzratenvariabilität und eine Reduktion von Angst, während eine Metaanalyse von Fincham und Kollegen aus 2023 eine kleine bis mittlere Stressabnahme dokumentierte.

Trainingstherapie und Linderung chronischer Beschwerden

Neben präventiven Anwendungen spielen Atemmethoden auch bei bestehenden Erkrankungen eine Rolle. In einer Untersuchung von Kaminsky und Kollegen absolvierten COPD-Patienten über zwölf Wochen hinweg regelmäßig Pranayama-Übungen unter Anleitung geschulter Laien.

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Die Teilnehmer wiesen bei körperlicher Anstrengung eine deutlich verbesserte Belastbarkeit im Vergleich zur Kontrollgruppe auf. Fachkreise betonen dabei, dass Yoga als Ergänzung und nicht als Ersatz für etablierte medizinische Behandlungen verstanden werden sollte.

Als eigenständige, ärztlich anerkannte Therapieform verbindet der Lungensport Kraft- und Ausdauerelemente. Allerdings bleibt das Angebot begrenzt: Die Deutsche Atemwegsliga strebt bundesweit mindestens 1.000 Anbieter und 2.500 Ortsgruppen an, die aktuelle Verfügbarkeit liegt jedoch deutlich unter diesen Zielwerten.

Ergänzende Konzepte und Empfehlungen für den Alltag

Ganzheitliche Modelle verbinden Atemfunktionen zudem mit energetischen Aspekten. In fernöstlich geprägten Betrachtungen wird die Lungenenergie, teils als Apana bezeichnet, mit Meridianen und der Gewebegesundheit assoziiert. So wird unter anderem der Akupunkturpunkt L5 in der Ellenbeuge zur Klärung von Lungenhitze und Hustenlinderung genannt.

Für den Alltag, insbesondere in klimatisierten Arbeitsräumen, empfehlen Fachleute eine natürliche Regulation durch sanftes Ein- und Ausatmen durch die Nase ohne starre Zeitzählung.

Personen mit Vorerkrankungen wie Asthma, Herz-Lungen-Leiden oder Panikattacken sowie Schwangere sollten Atemveränderungen vorsichtig vornehmen. Ergänzend unterstützen regelmäßige Bewegung der Schultern und eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung die Entlastung des Brustkorbs.

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