COPD und Lachtherapie: Studie mit 63 Personen zeigt weniger Atemnot
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 06:00 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie gezielte Lachtherapie kann bei Patientinnen und Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) die Atemnot spürbar verringern und als ergänzendes Atemtraining dienen. Zu diesem Ergebnis kommt ein türkisches Forschungsteam der Hac?tepe-Universität und des Ankara Bilkent Hospital um Goncagul Aldan.
Die Wirksamkeit der Methode erweist sich dabei als vergleichbar mit etablierten traditionellen Atemübungen. Trotz der positiven Effekte und der einfachen Anwendbarkeit ist das intensive Lachen jedoch nicht für alle Betroffenen uneingeschränkt geeignet: Bestimmte kardiovaskuläre und chirurgische Vorerkrankungen erfordern eine sorgfältige Abwägung.
Klinischer Vergleich traditioneller und spielerischer Atemübungen
Grundlage der Erkenntnisse ist eine Untersuchung mit 63 an COPD erkrankten Personen, die unter Standardtherapie standen und nach dem Zufallsprinzip in drei gleich große Gruppen eingeteilt wurden.
Die Teilnehmenden der Gruppe A führten traditionelle Atemübungen in Form der Lippenbremse durch, während Gruppe B ein strukturiertes Lachprogramm absolvierte. Die Kontrollgruppe C erhielt ausschließlich die reguläre Standardbehandlung ohne zusätzliche Atemübungen.
Das Programm für die Lachtherapie erstreckte sich über einen Zeitraum von acht Wochen mit drei wöchentlichen Einheiten von jeweils 30 Minuten Dauer. Der Ablauf kombinierte spielerische Lachübungen, rhythmische Bewegungen, bewusste Atmung und Entspannungsphasen. Zu den praktizierten Elementen gehörten unter anderem das Nachahmen eines Motorradstarts und eines Löwenbrüllens sowie der bewusste Wechsel zwischen lautem Lachen und ruhigem Lächeln.
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Deutliche Linderung der Atemnot und vermutete Mechanismen
Nach dem achtwöchigen Trainingszeitraum wiesen die Gruppen A und B im Vergleich zur Gruppe C eine deutlich verringerte Atemnot sowie einen besseren allgemeinen Gesundheitszustand auf.
Zudem führte die Lachtherapie zu einer Steigerung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Diese positiven Effekte hielten nach Angaben der Forschenden auch über das eigentliche Studienende hinaus an. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden auf dem Kongress der European Respiratory Society (ERS) in Barcelona präsentiert.
Als physiologische Mechanismen hinter dem Trainingserfolg wird primär ein veränderter Atemrhythmus vermutet. Das kräftigere Ausatmen beim Lachen trainiert das Entleeren der Lunge, was der typischen Bronchienverengung bei COPD entgegenwirkt.
Zudem kann die Praxis den Kreislauf aus Angst und Atemnot durchbrechen und die Ausschüttung von Endorphinen anregen. Ein weiterer praktischer Vorteil liegt im geringen Aufwand: Die Methode erfordert kein spezielles Equipment, verursacht kaum Kosten und lässt sich von Patientinnen und Patienten selbstständig im häuslichen Umfeld umsetzen.
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Medizinische Kontraindikationen und weiterer Forschungsbedarf
Trotz der nachgewiesenen Vorzüge ist lautes und anstrengendes Lachen medizinisch nicht für jede Person unbedenklich. Das Forschungsteam weist auf konkrete Kontraindikationen hin.
Betroffene mit schwerer Hypertonie, einem Aneurysma oder einem kürzlich erlittenen Herzinfarkt sollten von intensiven Lachübungen absehen. Gleiches gilt bei bestehenden Hernien, schwerem Glaukom sowie nach kürzlich durchgeführten chirurgischen Eingriffen im Bereich des Thorax oder des Bauches.
Vor diesem Hintergrund planen die Forschenden größere Folgestudien und internationale Kooperationen, um die Effekte breiter abzusichern. Ob und in welchem Umfang das Lachen künftig ein fester Bestandteil der therapeutischen Leitlinien für COPD wird, bleibt derzeit noch offen.
