Consorsbank-Phishing, Betrüger

Consorsbank-Phishing: Betrüger setzen Kunden eine Frist von wenigen Stunden

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 22:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Betrugsfälle reichen von gefälschten Banknachrichten bis zu manipulierten Anrufen; Polizei und Verbraucherzentralen melden teils hohe Schäden.
Ein verschlossener Stahlsafe in einem schattigen, minimalistischen Raum als Symbol für digitale Sicherheit und Betrugsschutz. Illustration mit AI erstellt.

Kunden der Deutschen Bank, der VR-Banken, der Consorsbank und der Commerzbank sind ins Visier großangelegter Phishing-Kampagnen geraten. Wie aus Medienberichten hervorgeht, versandten Kriminelle manipulierte E-Mails, um persönliche Daten, Zugangsdaten und Bankinformationen abzugreifen. Die in den Nachrichten enthaltenen Links führen auf nachgeahmte Bank-Websites.

Fachleute des Phishing-Radars der Verbraucherzentrale weisen auf typische Merkmale dieser betrügerischen Schreiben hin. Dazu zählen verdächtige Absenderadressen nach dem @-Zeichen, das Fehlen einer direkten Anrede, Rechtschreibfehler sowie künstlich erzeugter Zeitdruck.

So setzt eine an Consorsbank-Kunden gerichtete E-Mail eine Frist von lediglich wenigen Stunden. Bei gefälschten Commerzbank-Mails lasse sich der Betrug derzeit zudem über einen Buchstaben-Trick enttarnen.

Wer von verdächtigen E-Mails betroffen ist, sollte nach Empfehlung des Phishing-Radars die eigene Bank ausschließlich über bekannte Kontaktdaten kontaktieren, das Konto gegebenenfalls sperren lassen, Passwörter austauschen und Anzeige bei der Polizei erstatten.

Drohungen mit Kontoeinschränkungen

Auch im Namen von Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie der Steuerplattform Elster kursieren gefälschte Benachrichtigungen. Die Verbraucherzentrale NRW warnte am 6. November 2026 vor E-Mails mit dem Betreff „Aktualisierung Ihrer Kundendaten zwingend erforderlich“.

Darin verlangen die Betrüger eine Bestätigung persönlicher Daten bis spätestens 12. November 2026 und drohen bei Verstreichen der Frist mit Einschränkungen bei Überweisungen. Die vorgebliche Datenprüfung solle angeblich innerhalb von zwei Minuten über SecureGo plus ablaufen.

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Neben der unpersönlichen Anrede und unseriösen Absenderadressen fehlen auch hier konkrete Kontoangaben. Verbraucher können verdächtige Mails zur Analyse an die Verbraucherzentrale NRW weiterleiten, die bereits am 4. November 2026 vor Elster-Phishing gewarnt hatte.

Ergänzend warnte das Computer-Notfallteam der Sparkassen-Finanzgruppe Ende Oktober 2026 vor gefälschten Nachrichten, die angebliche Gutschriften oder Telekom-Rückerstattungen versprechen. Die Links leiten Sparkassen-Kunden auf manipulierte Internetseiten, die persönliche Daten und Online-Banking-Zugänge abfragen.

Das Team wies darauf hin, dass die Kriminellen diese Daten nutzen könnten, um betrügerische Anrufe unter vorgetäuschten Sparkassen-Telefonnummern durchzuführen und Freigaben für Transaktionen zu erwirken.

Hohe finanzielle Schäden durch manipulierte Anrufe

Dass Phishing-Mails oft nur der erste Schritt für weitergehende Betrugsmaschen sind, belegen aktuelle Polizeimeldungen. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Stuttgart verlor eine 67-jährige Frau 50.000 Euro durch sogenanntes Call-ID-Spoofing.

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Nachdem sie per Mail zur Änderung ihrer Zugangsdaten aufgefordert worden war, meldeten sich Betrüger telefonisch unter der echten Bankrufnummer. Unter dem Vorwand, auf dem Konto fehlten 50.000 Euro, brachten sie die Frau dazu, eine Zahlung in ebendieser Höhe freizugeben. Ein zweiter Versuch über weitere 40.000 Euro schlug fehl.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) weist darauf hin, dass ein Überweisungsauftrag nach dem Eingang bei der Bank meist nicht mehr widerrufen werden kann. Eine im Display angezeigte Telefonnummer stelle keinen Identitätsnachweis dar; Kunden sollten Geldhäuser stets nur über selbst gewählte Nummern kontaktieren.

Einen noch höheren Schaden meldete die Polizei Eisenach: Dort gab ein Mann am Telefon gegenüber einer falschen Bankmitarbeiterin Aufträge im Online-Banking frei, da er glaubte, damit eine Überweisung zu stoppen. In der Folge wurden zweimal 50.000 Euro abgebucht, was einem Gesamtschaden von 100.000 Euro entspricht.

Betrug über Haustürbesuche und gefälschte Briefe

Neben digitalen Wegen und Anrufen nutzen Kriminelle auch persönliche Kontakte. Die Kriminalpolizei Wetteraukreis verzeichnete binnen einer Woche mehrere Fälle falscher Bankmitarbeiter, die teils Bargeld oder EC-Karten samt Geheimzahl an sich brachten. Am 4. November 2026 wurden in Eckartsborn und Dauernheim EC-Karten samt PIN übergeben, woraufhin Abhebungen von 5.000 Euro beziehungsweise 2.000 Euro folgten.

Ähnliche Fälle meldete die Polizeiinspektion Rotenburg aus Rotenburg, Sittensen und Zeven mit einem Gesamtschaden von mehr als 10.000 Euro in den vorangegangenen Wochen. Die Polizeiinspektion Füssen registrierte zudem gefälschte Briefe im Ostallgäu: Diese trugen Anschrift und Logo einer örtlichen Bank und forderten die Empfänger auf, einen QR-Code zu scannen, der direkt auf eine Phishing-Seite führte.

Ermittlungserfolge gibt es derweil im Rheinland. Nach Angaben der Polizei Rhein-Sieg-Kreis wurden vier Verdächtige im Alter von 24 bis 26 Jahren festgenommen. Sie sollen sich zwischen März und August 2026 in über 20 Fällen am Telefon als Bankmitarbeiter ausgegeben und vor allem von älteren Menschen Karten und Geheimzahlen erschlichen haben.

Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 80.000 Euro. Die Ermittler betonten, dass Bankmitarbeiter niemals telefonisch nach PINs fragen oder Bankkarten an der Haustür abholen.

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