Comfort Food: 72,7 Prozent der stimmungsaufhellenden Speisen sind hyperpalatabel
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 14:22 Uhr | Redaktion boerse-global.deLebensmittel, die zur Stimmungsaufhellung und zum emotionalen Wohlbefinden konsumiert werden, weisen überwiegend spezifische Nährstoffkombinationen und einen hohen industriellen Verarbeitungsgrad auf. Dies belegen Daten der UCLA Eating in America Study, deren Erhebungszeitraum von Dezember 2019 bis Januar 2020 reichte.
Wie Fachberichte vom 23. Oktober 2026 zur Veröffentlichung im Fachjournal Nutrients darlegen, stufen die Autoren 72,7 Prozent der untersuchten sogenannten Comfort Foods als hyperpalatabel ein. Zudem fallen 42,7 Prozent der Produkte in die Kategorie der hochverarbeiteten Nahrungsmittel nach der Nova-Klassifikation (Nova 4).
Hoher Verarbeitungsgrad und spezifische Nährstoffkombinationen
Die Einstufung als hyperpalatabel basiert auf gezielten Kombinationen von Fett, Zucker und Salz, die den Geschmack übermäßig stimulieren können. Konkret erfüllten 218 von 300 erfassten Lebensmitteln (72,7 Prozent) diese Kriterien.
Innerhalb dieser Gruppe entfielen 54,3 Prozent auf die Kombination von Fett und Natrium, 21,3 Prozent auf Fett und Zucker sowie 11,0 Prozent auf Kohlenhydrate und Natrium.
Insgesamt 128 Produkte (42,7 Prozent) wurden als ultra-processed eingestuft. Ein Anteil von 36,0 Prozent der analysierten Speisen vereinte beide Merkmale und erwies sich damit sowohl als hyperpalatabel als auch als hochverarbeitet.
Unter den fünf am häufigsten genannten Speisen befinden sich Chips, Eis, Pizza, Schokolade und Kekse. Die vier Produkte Chips, Eis, Pizza und Schokolade erfüllen durchgehend beide Kriterien. Pasta bildete als einzige Speise unter den zehn meistgenannten Optionen eine Ausnahme und erfüllte keines der beiden Merkmale. Neben stark verarbeiteten Nahrungsmitteln schafften es auch Obst, Nüsse und Gemüse unter die Top 50 der genannten Favoriten.
Nährstoffprofile und demografische Unterschiede
Grundlage der Untersuchung war eine Befragung von 2.022 Erwachsenen ab 18 Jahren. Davon lieferten 1.760 Personen auswertbare Datensätze, und 1.228 Teilnehmer nannten bewertbare Speisen. Die genannten 300 individuellen Lebensmittel wurden für die Analyse zu 132 Gruppen konsolidiert.
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Im Mittel schlägt eine Portion der erfassten Speisen mit 223,1 Kilokalorien zu Buche. Davon stammen durchschnittlich 39,2 Prozent der Kalorien aus Fett und 18,3 Prozent aus Zucker, während der Ballaststoffgehalt im Mittel bei 1,5 Gramm liegt.
Das Nährstoffprofil offenbart klare Schwerpunkte: 60,7 Prozent der Produkte gelten als ballaststoffarm, 31,7 Prozent als natriumreich, 29,7 Prozent als reich an gesättigten Fettsäuren, 23,3 Prozent als fettreich und 17,0 Prozent als zuckerreich.
Hinsichtlich der Konsumentengruppen zeigten sich Unterschiede: Männliche Teilnehmer nahmen pro Portion durchschnittlich 33 Kilokalorien mehr zu sich als weibliche Befragte. Zudem wiesen Personen ab 55 Jahren niedrigere Werte auf als die jüngere Vergleichsgruppe der 18- bis 34-Jährigen.
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Methodische Grenzen der Erhebung
Die detaillierten Ergebnisse der Untersuchung sind unter der DOI 10.3390/nu18193257 in der Ausgabe 18(19) von Nutrients dokumentiert. Die Studienautoren weisen jedoch auf Einschränkungen des Designs hin: Die Umfrage erfasste lediglich individuelle Präferenzen für bestimmte Speisen, nicht aber den tatsächlich realisierten Konsum im Alltag.
Ebenso wenig wurden konkrete Portionsgrößen, das tatsächlich eintretende Wohlbefinden nach dem Verzehr oder eine mögliche Suchtwirkung der Produkte gemessen.
