Collabora-Test in Dänemark gestoppt: 40 Beschäftigte kehren zu Microsoft Office zurück
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 00:04 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas dänische Digitalisierungsministerium hat ein Pilotprojekt zum Einsatz quelloffener Bürosoftware vorzeitig und ohne vorherige Ankündigung beendet. Berichten zufolge stellte die Behörde den Testlauf mit der Software Collabora ein, ohne eine Pressemitteilung zu veröffentlichen oder eine offizielle Begründung für die Entscheidung vorzulegen. Auch auf gezielte Nachfragen zu den Hintergründen des Abbruchs reagierte das Ministerium nicht.
Rückkehr zu Microsoft Office nach Testphase
Der Testlauf war im Sommer 2025 angelaufen, um praktische Erfahrungen mit einer Open-Source-Alternative zu sammeln. Gegenstand des Projekts war Collabora als Ersatz für die im Behördenalltag dominierende Office-Suite des Anbieters Microsoft. Für die Bereitstellung und technische Begleitung der Lösung zeichnete das dänische Software- und IT-Beratungsunternehmen cBrain verantwortlich.
Mit der unangekündigten Einstellung der Initiative müssen die in das Projekt eingebundenen Beschäftigten ihre gewohnte Arbeitsumgebung erneut umstellen: Sie kehren vollständig zur Nutzung von Microsoft Office zurück. Damit endet der Versuch, Arbeitsplätze innerhalb der Behörde schrittweise von proprietären Lösungen auf quelloffene Systeme umzustellen.
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Keine Folgestrategie und unklarer Zeitplan
Der Schritt hinterlässt offene strategische Fragen für die Digitalisierung der Verwaltung. Das Digitalisierungsministerium kündigte weder ein Ersatz-Pilotprojekt an, noch wurde eine überarbeitete Open-Source-Roadmap vorgestellt.
Ein neuer Zeitplan für künftige Implementierungen quelloffener Lösungen im staatlichen Sektor liegt derzeit nicht vor. Ob und wann die dänische Verwaltung einen neuen Anlauf unternimmt, Abhängigkeiten von einzelnen IT-Anbietern zu reduzieren, bleibt damit unklar.
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Aus Kreisen der dänischen Regierungs-IT werden derweil grundsätzliche Schwierigkeiten angeführt, die den praktischen Wechsel zu Open-Source-Lösungen erschweren.
Als zentrale Hürden gelten insbesondere Herausforderungen bei der Kompatibilität mit bereits bestehenden IT-Systemen und Fachverfahren. Hinzu kommen strenge behördliche Sicherheitsanforderungen sowie ein erheblicher Schulungsbedarf für das Personal, um einen reibungslosen Betriebsablauf im Alltag sicherzustellen.
