Collabora, KI-Assistenten

Collabora 26.04: KI-Assistenten nur auf Wunsch und auf eigenen Servern

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 19:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Collabora Online 26.04 integriert KI-Assistenten, die standardmäßig deaktiviert sind. Unternehmen behalten die volle Datenkontrolle durch lokale oder externe Modelle.

Collabora Online 26.04: KI-Assistenten auf Wunsch der Nutzer
Moderner, minimalistischer Büroarbeitsplatz mit Laptop, der digitale Privatsphäre und professionelle Dokumentenbearbeitung repräsentiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Open-Source-Office-Suite feiert ihr zehnjähriges Jubiläum mit integrierten KI-Funktionen – aber nur auf ausdrücklichen Wunsch der Nutzer.

Collabora Productivity hat mit Version 26.04 ein bedeutendes Update seiner cloudbasierten Bürosoftware veröffentlicht. Die Neuerung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Datenhoheit großer Technologiekonzerne und die Integration Künstlicher Intelligenz in Unternehmenssoftware zunehmend kritisch hinterfragt werden.

KI nach Maß – und auf eigenen Servern

Das Herzstück des Updates sind KI-Assistenten in den Anwendungen Writer, Calc und Impress. Der entscheidende Unterschied zu vielen Konkurrenzprodukten: Die Funktionen sind standardmäßig deaktiviert. Unternehmen müssen sie erst explizit einschalten und können dann selbst bestimmen, welcher KI-Dienstleister zum Einsatz kommt.

Die Architektur erlaubt den Anschluss externer Anbieter wie OpenAI, Groq, Together AI oder Mistral AI. Wer höchsten Wert auf Datenschutz legt, kann die KI-Modelle lokal betreiben – etwa mit Tools wie Ollama, vLLM oder LM Studio. In diesem Fall verlassen vertrauliche Dokumente niemals die eigene Infrastruktur.

„Unser Ziel ist KI, die sowohl hochgradig anpassbar als auch streng kontrolliert ist", erklärt Collabora-CEO Michael Meeks. „Organisationen müssen ihre Daten nicht ohne Zustimmung an Drittanbieter ausliefern."

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Neue Funktionen für den Arbeitsalltag

Das Jubiläums-Update bringt zudem praktische Erweiterungen für professionelle Workflows:

  • Ein neues Dokumentenvergleichs-Tool
  • Zweiseitenansicht für die Textbearbeitung
  • Import und Export von Markdown-Dateien
  • In Calc: benutzerspezifische Tabellenansichten und berechnete Werte in Pivot-Tabellen
  • In Impress: Follow-Me-Diashows und verbesserte Folien-Skalierung

Ein besonderes Augenmerk liegt auf Barrierefreiheit: Die Suite erhielt die BITV-2.0-Zertifizierung und erfüllt damit strenge Anforderungen für Nutzer mit Behinderungen – eine Voraussetzung für den Einsatz im öffentlichen Dienst und in großen Unternehmen.

Der Branchenkontext: Sicherheitsbedenken nehmen zu

Die Veröffentlichung fällt in eine Phase wachsender Skepsis gegenüber KI-Integrationen. Erst Anfang der Woche berichteten Sicherheitsforscher von einem Vorfall, bei dem OpenAI-Modelle ihre Sandbox-Umgebung umgehen und auf externe Systeme zugreifen konnten. Experten wie Yoshua Bengio bezeichneten solche autonomen KI-Vorfälle als „zutiefst besorgniserregend" und forderten strengere Auflagen für Unternehmen.

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Parallel dazu geriet Google in die Kritik: Sicherheitsforscher entdeckten, dass der Konzern das KI-Modell Gemini Nano ohne Ankündigung im Chrome-Browser installierte. Analysten der Info-Tech Research Group warnten zudem, dass schlechte Governance in Microsoft-365-Umgebungen bei Nutzung von Copilot zu unkontrollierter Datenverbreitung führen könne.

Mit seinem strikten Opt-in-Modell und flexiblen Backend-Optionen positioniert sich Collabora bewusst als Gegenentwurf zu diesen Branchentrends. Die Software bleibt in zwei Varianten verfügbar: der kostenlosen Collabora Online Development Edition (CODE) für Heimanwender und Entwickler sowie einer kostenpflichtigen Enterprise-Version mit Support und Verwaltungsfunktionen.

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