Colitis, Obefazimod

Colitis ulcerosa: Obefazimod lindert Stuhldrang bei 37 Prozent der Patienten

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 17:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Obefazimod verbesserte in der Phase-3-Studie mehrere Beschwerden; Abivax will 2026 Zulassungsanträge in den USA und Europa stellen.
Ein modernes, helles medizinisches Forschungslabor mit sterilen Arbeitsflächen und Glasgeräten in einer klinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Auf der Fachtagung UEG-Week in Barcelona, die vom 17. bis 20. Oktober 2026 stattfand, standen neue klinische Ergebnisse zur Therapie chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen im Mittelpunkt. Das biopharmazeutische Unternehmen Abivax präsentierte dort Phase-3-Daten zu seinem Wirkstoff Obefazimod, der bei Patienten mit Colitis ulcerosa anhaltende Remissionen erzielte.

Der oral verabreichte Wirkstoffkandidat stimuliert die Produktion von microRNA-124 und verfolgt damit einen neuartigen antiinflammatorischen Ansatz. Der Hersteller beabsichtigt, noch im Jahr 2026 die Marktzulassung in den USA und in Europa zu beantragen.

Differenzierte Studienergebnisse und wirtschaftlicher Rahmen

Aus den Daten der Phase-3-Studie ABTECT bis Woche 8 geht hervor, dass unter einer täglichen Gabe von 50 mg Obefazimod 37 Prozent der Patienten keinen Stuhldrang mehr verspürten, verglichen mit 18,1 Prozent in der Placebogruppe. Keinen nächtlichen Stuhlgang verzeichneten 47,6 Prozent der Behandelten gegenüber 24,7 Prozent unter Placebo.

Eine Remission der therapiebegleitenden Erschöpfung trat bei 17,1 Prozent unter dem Verum auf, während dieser Wert unter Placebo bei 7,7 Prozent lag. Die dazugehörige Erhaltungsstudie soll im zweiten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Auf finanzieller Ebene wies Abivax für das erste Halbjahr 2026 ein Nettoergebnis von minus 165,9 Millionen Euro aus.

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Die Positionierung des Wirkstoffs spiegelt sich auch in einer Netzwerk-Metaanalyse von Olivera et al. wider, die im Fachjournal Clinical Gastroenterology and Hepatology erschien.

Die Auswertung von 33 randomisierten kontrollierten Studien mit 17 Wirkstoffen zur Induktionstherapie bei mittelschwerer bis schwerer Colitis ulcerosa zeigte, dass Obefazimod und Upadacitinib bei Patienten ohne vorangegangene Biologika-Therapie führend abschnitten. Bei vorbehandelten Patienten erwiesen sich Upadacitinib, Ustekinumab und Tofacitinib als führend.

Upadacitinib verzeichnete über alle Gruppen hinweg die höchste relative Effektivität für eine klinische Remission mit einem relativen Risiko von 6,90 (95-Prozent-Konfidenzintervall 3,54–12,45; P-Score 0,95) sowie für eine endoskopische Verbesserung (relatives Risiko 5,29; 95-Prozent-Konfidenzintervall 3,38–8,28; P-Score 0,97). Das günstigste Sicherheitsprofil bezüglich therapiebedingter Abbrüche wiesen Interleukin-23-p19-Inhibitoren wie Risankizumab, subkutan appliziertes Guselkumab und Mirikizumab auf.

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Weiterentwicklung zielgerichteter Therapien

AbbVie stellte auf dem Kongress in Barcelona 20 wissenschaftliche Beiträge vor. In der COMMAND-Studie zu Risankizumab bei Colitis ulcerosa lagen die Raten für eine klinische Remission in Woche 96 je nach Vorbehandlung zwischen 54,0 Prozent und 73,1 Prozent; eine endoskopische Remission erreichten 38,8 Prozent bis 53,5 Prozent.

Zudem untersuchte das Unternehmen in der Phase-2a-Studie TARGET-CD mit 300 Probanden den dualen Ansatz ABBV-466 gegen Interleukin-23 p19 und Alpha-4-Beta-7. In Woche 12 erreichten 30,2 Prozent der Patienten eine endoskopische Remission gegenüber 21,3 Prozent unter Risankizumab-Monotherapie und 18,0 Prozent unter Trosunilimab; in Woche 24 stiegen die Raten auf 40,5 Prozent gegenüber 22,4 Prozent beziehungsweise 20,0 Prozent.

Schwere unerwünschte Ereignisse traten bei 10,4 Prozent unter ABBV-466, bei 9,6 Prozent unter Risankizumab und bei 9,0 Prozent unter Trosunilimab auf. In der Real-World-Studie UPlift mit 497 Patienten zeigten 70,2 Prozent binnen 12 Wochen ein klinisches Ansprechen, mit einer medianen Ansprechzeit von 13 Tagen.

In der Langzeituntersuchung U-ENDURE zu Upadacitinib bei Morbus Crohn wurden in Woche 144 klinische Remissionsraten von 78,9 Prozent bei 15 mg und 86,6 Prozent bei 30 mg sowie endoskopische Remissionsraten von 47,1 Prozent beziehungsweise 64,2 Prozent dokumentiert.

Takeda präsentierte Daten der Phase-4-Studie VERDICT mit 672 Erwachsenen mit Colitis ulcerosa. Eine zielgerichtete Therapie auf Krankheits-Clearance mit Vedolizumab verlängerte die Zeit bis zur ersten Komplikation im Vergleich zur rein symptomatischen Remission mit einer Hazard Ratio von 0,33 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,17–0,67; P=0,0014), was einer Risikosenkung von rund 70 Prozent entspricht. Fast 60 Prozent der Patienten erreichten das Ziel bis Woche 48.

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