Coldcard-Lücke, Bitcoin

Coldcard-Lücke: 594 Bitcoin in 25 Minuten gestohlen

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 21:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Schwere Sicherheitsvorfälle erschüttern die Kryptowelt: Firmware-Lücken und kompromittierte Infrastruktur führen zu Verlusten in zweistelliger Millionenhöhe.

Krypto-Sicherheitskrise: Hacker erbeuten Millionen bei Coldcard, Ostium und Swan
Krypto-Hardware-Wallet auf dunklem Schreibtisch mit verschwommenem digitalem Code im Hintergrund, Symbol für Cybersicherheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine Serie schwerer Sicherheitsvorfälle erschüttert Ende Juli die Kryptowelt: Hardware-Wallet-Lücken, kompromittierte Infrastruktur und ausgeklügelte Malware-Kampagnen bescheren Angreifern Verluste in zweistelliger Millionenhöhe. Besonders betroffen: Nutzer von Coldcard-Geräten und mehrere DeFi-Plattformen.

Firmware-Lücke bei Coldcard: 594 Bitcoin in 25 Minuten gestohlen

Es war ein Blitzschlag, der die Krypto-Community erschütterte: In der Nacht zum heutigen Freitag entwendeten unbekannte Angreifer innerhalb von nur 25 Minuten rund 594 Bitcoin im Wert von etwa 38 Millionen Euro. Die Attacke zwischen 1:31 und 1:56 Uhr UTC traf fast 500 Hardware-Wallets des Herstellers Coinkite – genauer gesagt Geräte der Serie Coldcard Mk3.

Die Ursache: ein seit März 2021 schlummernder Firmware-Bug. Seit Version 4.0.0 umgeht das Gerät offenbar seinen Hardware-Zufallsgenerator und greift stattdessen auf eine Software-Lösung namens Yasmarang zurück. Diese liefert nur rund 40 Bit Entropie – ein Sicherheitsniveau, das sich per Brute-Force-Methode vergleichsweise leicht knacken lässt. Die Folge: Seed-Phrasen wurden deutlich leichter vorhersagbar.

Betroffen sind vor allem Single-Signature-Wallets mit einem Guthaben von mehr als 0,15 Bitcoin. Coinkite rät allen Nutzern, die auf Mk3-Geräten mit den Firmware-Versionen 4.0.1 bis 5.0.3 Seeds erstellt haben, ihre Gelder umgehend auf neue Wallets zu transferieren. Während der Diebstahl der 594 Bitcoin bestätigt ist, warnen Analysten vor weiteren Risiken: Bis zu 488 zusätzliche Bitcoin könnten gefährdet sein – das Gesamtrisiko läge damit bei über 69 Millionen Euro.

Ostium und Swan Treasury: Angriffe auf die Infrastruktur

Doch nicht nur Hardware-Wallets sind verwundbar. Auch Plattform-Ebenen gerieten in den Fokus der Angreifer. Das Handelsprotokoll Ostium auf dem Arbitrum-Netzwerk meldete am heutigen Freitag den Diebstahl von 23,75 Millionen USDC. Bemerkenswert: Der Angriff nutzte keine Schwachstelle im Smart Contract, sondern traf die Off-Chain-Infrastruktur.

Die Angreifer kompromittierten offenbar einen Oracle-Signer-Key. Damit manipulierten sie die BTC-USD-Preisberichte und konnten den OLP-Vault leer räumen. Automatische Überwachungssysteme stoppten schließlich weitere Abflüsse. Ein Wiederherstellungsplan für Liquiditätsanbieter wird derzeit erarbeitet.

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Nur einen Tag zuvor traf es Swan Treasury auf der BNB Chain: Ein ebenfalls kompromittierter Off-Chain-Signer-Key ermöglichte einem Angreifer, STY-Tokens mit 99 Prozent Rabatt zu erwerben. Über einen Flash-Loan kaufte und verkaufte er rund 687.000 STY-Tokens – der Schaden: etwa 625.000 Euro.

Nordkoreanische Hacker: Von macOS-Malware bis zum Milliarden-Coup

Eine besonders aktive Bedrohung geht von staatlich gelenkten Gruppen aus. Sicherheitsforscher haben eine Kampagne namens EtherHiding dokumentiert, die Verbindungen zur berüchtigten Lazarus Group aus Nordkorea aufweist. Zwischen Mai und Juli 2026 erbeuteten die Angreifer 464,80 Ethereum im Wert von rund 890.000 Euro.

Die Masche: Über gefälschte macOS-Update-Bildschirme werden Opfer dazu verleitet, Terminal-Befehle auszuführen. Diese installieren eine Node.js-Backdoor, die Ethereum-Smart-Contracts für die Kommunikation mit den Angreifern nutzt. Die Malware zielt auf 157 verschiedene Krypto-Wallets sowie Browser-Daten und Cloud-Zugangsdaten. Auch eine als „Google Drive Offline" getarnte Chrome-Erweiterung gehört zum Arsenal.

Die Lazarus Group steht zudem im Verdacht, für den 292-Millionen-Dollar-Hack der KelpDAO-Bridge verantwortlich zu sein. Die Angreifer nutzten eine Schwachstelle im Single-Verifier-System, um betrügerische Abhebungen zu genehmigen. Es zählt zu den größten Krypto-Diebstählen des Jahres 2026 – und reiht sich ein in eine Serie hochwertiger Bridge-Angriffe.

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Phishing-Welle trifft Circle-Ökosystem

Auch auf der Infrastrukturebene lauern Gefahren: Sicherheitsanalysten beobachten eine Zunahme von Phishing-Angriffen auf Circles Arc-Blockchain. Nutzer berichten vom Diebstahl ihrer USDC über gefälschte Oberflächen des Cross-Chain-Dienstes OnBridge.

Die Angreifer setzen auf Suchmaschinen-Werbung und Phishing-E-Mails, um Opfer auf nachgebaute Webseiten zu locken, die der legitimen OnBridge-Oberfläche täuschend ähnlich sehen. Sobald Nutzer ihre Wallets verbinden, werden die Vermögenswerte auf Konten der Angreifer umgeleitet. Experten raten deshalb eindringlich, URLs sorgfältig zu prüfen und Hardware-Wallets mit Passphrasen zu verwenden – der beste Schutz gegen Social Engineering und Datendiebstahl.

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