Coldcard-Exploit, Bitcoin

Coldcard-Exploit: 1.816 Bitcoin im Wert von 116 Mio. Dollar gestohlen

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 16:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach massiven Krypto-Diebstählen bei Coldcard warnt Trezor vor gezielten Phishing-Angriffen. Die eigenen Geräte sind nicht betroffen, doch Nutzer sollten wachsam bleiben.

Trezor warnt vor Phishing-Welle nach Coldcard-Exploit mit Millionenverlusten
Ein modernes Krypto-Hardware-Wallet auf einem dunklen Schreibtisch mit digitaler Hintergrundgrafik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Hardware-Wallet-Hersteller Trezor hat in einer dringenden Mitteilung vor einer aktuellen Phishing-Welle gewarnt. Diese Kampagnen stehen in direktem Zusammenhang mit einem schwerwiegenden Sicherheitsvorfall bei den Hardware-Wallets des Konkurrenten Coldcard. Trezor stellte dabei klar, dass die eigenen Geräte von der zugrunde liegenden Schwachstelle bei Coldcard nicht betroffen sind. Dennoch nutzen Angreifer die Verunsicherung im Markt aus, um sensible Nutzerdaten abzugreifen.

Umfangreiche Krypto-Diebstähle durch Coldcard-Exploit

Der Sicherheitsvorfall bei Coldcard hat nach aktuellen Analysen zu erheblichen Verlusten geführt. Laut Coinkite wurden bis zum 4. August 2026 insgesamt 1.816 BTC aus mehr als 5.200 Adressen entwendet. Dies entspricht einem Gegenwert von etwa 116 Mio. US-Dollar. Die Abzüge erfolgten in vier Wellen, wobei die vierte Welle am 3. August 2026 allein 449 BTC umfasste. Coinkite wies darauf hin, dass die Aktivität bei dieser letzten Welle das 45-fache des normalen Niveaus erreichte.

Analysten von Galaxy Research bestätigten die Vorfälle und berichteten zunächst von 1.596 gestohlenen BTC aus rund 7.300 Adressen in drei Wellen. Nach Einschätzung von Galaxy Research könnten die Gesamtverluste durch eine vierte Welle auf bis zu 2.055 BTC ansteigen, was einer Summe von etwa 130 Mio. US-Dollar entspräche. Dennoch seien etwa 90 % der in den betroffenen Wallets befindlichen Coins weiterhin unberührt. Frühere Daten von Coinkite bezifferten die Verluste zwischen dem 30. Juli und dem 2. August 2026 auf 1.367 BTC (etwa 89 Mio. US-Dollar) aus 4.585 Adressen.

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Ursache in veralteter Firmware identifiziert

Als Ursache für den Exploit wurde ein Fehler in einer Firmware-Version aus dem Jahr 2021 ausgemacht. Dieser Bug führte zu einer unzureichenden Entropie von lediglich etwa 40 Bit, was die Sicherheit der generierten Schlüssel massiv schwächte. Coinkite hat inzwischen Patches für alle betroffenen Modelle bereitgestellt und rät Nutzern dringend dazu, ihre Bestände sofort auf neue, sichere Adressen zu transferieren.

Trezor reagiert auf Phishing-Gefahren

Trezor hat bereits am 3. August 2026 damit begonnen, seine Nutzer per E-Mail über die Situation zu informieren. Das Unternehmen betonte, dass die Sicherheitsarchitektur der Trezor-Geräte nicht von dem Coldcard-Bug betroffen sei. Eine potenzielle Gefahr besteht jedoch für Anwender, die in der Vergangenheit ein Backup einer Coldcard-Wallet auf ein Trezor-Gerät importiert haben. In solchen Fällen sollten Nutzer den spezifischen Anweisungen von Coinkite folgen, um die Sicherheit ihrer Bestände zu gewährleisten.

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In der aktuellen Warnmeldung mahnt Trezor zur äußersten Vorsicht gegenüber unaufgeforderten Kontaktaufnahmen. Das Unternehmen unterstrich, dass Mitarbeiter niemals die Herausgabe der Seed-Phrase verlangen würden. Nutzer sollten unter keinen Umständen ihre Wiederherstellungswörter auf Websites eingeben oder mit Dritten teilen, da die aktuelle Phishing-Welle gezielt darauf abzielt, diese Informationen unter dem Vorwand von Sicherheitsaktualisierungen zu stehlen.

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