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Coinbase schützt 450 Mrd. USD vor Quantencomputern

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 10:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Coinbase stellt mit PQ-CoreKMS eine neue Sicherheitsarchitektur vor, die 99,9 % der verwahrten Kryptowerte vor Quantencomputer-Angriffen schützen soll.

Coinbase startet Quanten-sichere Verwahrung für Krypto-Assets
Abstrakte Darstellung einer digitalen Sicherheitsarchitektur mit Quanten-Schaltkreisen zum Schutz von Krypto-Assets. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die US-amerikanische Krypto-Börse Coinbase hat mit der Implementierung einer neuen Sicherheitsarchitektur begonnen, um digitale Vermögenswerte vor künftigen Bedrohungen durch Quantencomputer zu schützen. Das als PQ-CoreKMS bezeichnete System für die post-quanten-sichere Verwahrung soll nach Unternehmensangaben rund 99,9 % der verwahrten Vermögenswerte absichern. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Besorgnis in der Branche, dass die rasanten Fortschritte in der Quantentechnologie die derzeit gängigen kryptographischen Verfahren kompromittieren könnten.

Analyse der Gefahrenlage für bestehende Verschlüsselungsstandards

Führungskräfte des Unternehmens sowie Branchenexperten weisen vermehrt auf die Risiken hin, die von leistungsstarken Quantencomputern für die Integrität der Blockchain-Technologie ausgehen. Jeff Lunglhofer, CISO von Coinbase, warnte vor der Möglichkeit, dass aktuelle kryptographische Verfahren durch die neue Rechenleistung gebrochen werden könnten. Auch CEO Brian Armstrong betonte die Notwendigkeit proaktiver Maßnahmen, da die herkömmliche Bitcoin-Kryptographie unmittelbar bedroht sei.

Ein unternehmenseigenes Quantum Advisory Board bezifferte das potenzielle Risiko: Den Experten zufolge liegen derzeit etwa 6,9 Mio. BTC – was einem Marktwert von ca. 450 Mrd. USD entspricht – auf Adressen, die als gefährdet eingestuft werden. Die Forschungsergebnisse von Google Quantum AI stützen diese Einschätzung. In einem Ende März 2026 veröffentlichten Papier zeigten Forscher auf, dass die Anzahl der benötigten physischen Qubits zum Knacken des Bitcoin-Algorithmus secp256k1 von ursprünglich angenommenen 9 Millionen auf unter 500.000 gesenkt werden konnte. Schätzungen für den sogenannten „Q-Day“, an dem Quantencomputer die heutige Verschlüsselung effektiv aushebeln könnten, liegen zwischen den Jahren 2030 und 2042.

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Sektorübergreifende Kooperation im Bitcoin Security Consortium

Um der technologischen Herausforderung kollektiv zu begegnen, beteiligte sich Coinbase am 23. Juli 2026 an der Gründung des Bitcoin Security Consortiums. Neben Coinbase gehören acht weitere Unternehmen – Anchorage Digital, ARK Invest, BlackRock, Block, Blockstream, Fidelity Digital Assets, Galaxy und Strategy – zu den Gründungsmitgliedern. Die Allianz hat zugesagt, über einen Zeitraum von drei Jahren insgesamt 15 Mio. USD für die Forschung im Bereich der Quantensicherheit bereitzustellen.

Die Verwaltung der Mittel erfolgt individuell durch die beteiligten Firmen und wird nicht in einem zentralen Pool zusammengefasst. Die Koordination der Forschungsinitiativen übernimmt Mike Schmidt von der Organisation Brink. Das Konsortium betonte in diesem Zusammenhang, dass es keinen direkten Einfluss auf die Protokollentwicklung von Bitcoin nehmen werde, sondern sich primär auf die Bereitstellung wissenschaftlicher Grundlagen und Sicherheitsanalysen konzentriere.

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Technischer Zeitplan und künftige Sicherheitsstandards

Coinbase prüft derzeit die interne Kryptographie auf ihre Tauglichkeit für das Post-Quanten-Zeitalter. Der technologische Fahrplan sieht vor, innerhalb eines Jahres ein automatisiertes Signingsystem einzuführen. In einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren soll zudem eine erweiterte Multi-Party-Computation (MPC) implementiert werden.

Parallel zu den unternehmenseigenen Entwicklungen werden auf Protokollebene verschiedene Migrationslösungen diskutiert. Dazu zählen unter anderem die Vorschläge BIP-360 (P2MR) und BIP-361. Auch auf regulatorischer und normativer Ebene gibt es Fortschritte: Das NIST veröffentlichte im Juni 2026 Entwurfsaktualisierungen für Post-Quanten-Standards. Um die praktischen Aspekte der Umstellung zu vertiefen, plant Coinbase für den kommenden August 2026 einen Workshop in Zusammenarbeit mit der Stanford University, der sich explizit mit Migrationsstrategien für das Bitcoin-Netzwerk befassen wird.

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