Cohere und Aleph Alpha: Fusion zu 20-Mrd.-Dollar-KI-Konzern besiegelt
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 22:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das kanadische KI-Unternehmen Cohere und der deutsche Konkurrent Aleph Alpha haben eine endgültige Fusionsvereinbarung unterzeichnet. Dieser Schritt erfolgt rund fünf Monate nach der ursprünglichen Ankündigung des Vorhabens im April.
Wie aus Unternehmenskreisen und aktuellen Berichten hervorgeht, wird das fusionierte Unternehmen mit rund 20 Mrd. USD bewertet. Die neue Einheit wird unter der Marke Cohere operieren und soll eine führende Rolle im Bereich der souveränen Künstlichen Intelligenz (KI) einnehmen.
Standorte und personelle Neuordnung
Das kombinierte Unternehmen wird künftig mit einem Doppel-Hauptsitz in Toronto und Berlin geführt. Während die zentralen Verwaltungs- und Geschäftsentscheidungen zwischen diesen beiden Metropolen aufgeteilt werden, bleibt Heidelberg als dediziertes Forschungszentrum beziehungsweise Forschungshub erhalten. Durch den Zusammenschluss entsteht ein Branchenakteur mit einer Belegschaft von mehr als 1.000 Mitarbeitern.
Auch die Führungsebene des neuen Unternehmens wurde im Zuge der Vereinbarung festgelegt. Ilhan Scheer, bisheriger Co-Chef von Aleph Alpha, übernimmt die Position des Chief Operating Officer (COO) innerhalb der kombinierten Struktur. Die Leitung der Forschungsabteilung liegt künftig bei Samuel Weinbach, der zum Chief Research Officer ernannt wurde.
Ziel der personellen und strukturellen Neuaufstellung sei es, die erste transatlantische souveräne KI-Lösung zu etablieren, wobei der Fokus primär auf sicheren und regierbaren KI-Anwendungen für Unternehmen und staatliche Institutionen liegt.
Wer sich mit dem Einsatz souveräner KI-Lösungen in der Verwaltung befasst, muss neben der Technik auch die rechtlichen Rahmenbedingungen im Blick behalten. Dieser kostenlose Leitfaden bietet Führungskräften im öffentlichen Dienst einen praktischen Selbsttest und wertvolle Tipps für den verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Kostenlosen KI-Ratgeber für den öffentlichen Dienst herunterladen
Großinvestition und Infrastruktur durch die Schwarz Group
Ein wesentlicher Pfeiler der Transaktion ist die Unterstützung durch die Schwarz Group. Das deutsche Handelsunternehmen investiert demnach 500 Mio. Euro direkt in das fusionierte Unternehmen. Darüber hinaus plant die Schwarz Group massive Investitionen in die technologische Infrastruktur. Für den Bereich Compute über die Tochtergesellschaft StackIT sind Mittel in Höhe von bis zu 13 Mrd. Euro vorgesehen.
Berichten zufolge beläuft sich das geplante Budget konkret auf 11 bis 13 Mrd. Euro, die in den Aufbau eines deutschen Rechenzentrums-Campus fließen sollen. Dieser soll mit bis zu 100.000 KI-Chips ausgestattet werden, um die Rechenleistung für souveräne KI-Anwendungen bereitzustellen, die auf der Plattform STACKIT betrieben werden sollen.
Finanzielle Hintergründe und Ausblick
Die rasante Entwicklung bei KI-Systemen stellt Behörden und öffentliche Einrichtungen vor neue Herausforderungen in Sachen Rechtsstaatlichkeit und Fairness. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Verwaltungen moderne KI-Anwendungen nutzen können, ohne die Entscheidungskompetenz und Verantwortung zu gefährden. Gratis-Report: KI im öffentlichen Dienst jetzt sichern
Cohere bringt eine beachtliche finanzielle Historie in den Zusammenschluss ein. Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit bereits rund 1.6 Mrd. USD an Kapital eingesammelt, unter anderem von namhaften Investoren wie Nvidia, AMD Ventures, Salesforce Ventures, Oracle und Cisco. Der jährlich wiederkehrende Umsatz (ARR) von Cohere wird derzeit mit 240 Mio. USD beziffert.
Zusätzlich zu der Fusion befindet sich Cohere laut Marktbeobachtern in fortgeschrittenen Gesprächen über eine weitere Finanzierungsrunde in Höhe von 2 bis 3 Mrd. USD. An diesen Verhandlungen soll auch die kanadische Regierung beteiligt sein.
Der endgültige Abschluss der Fusion zwischen Cohere und Aleph Alpha wird für den weiteren Verlauf des Jahres 2026 erwartet. Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt noch ausstehender behördlicher Genehmigungen.
Mit der Bündelung der Ressourcen streben beide Unternehmen an, eine technologische Alternative zu bestehenden KI-Modellen zu schaffen, die insbesondere die Anforderungen an Datensouveränität und Sicherheit im professionellen Sektor erfüllt.
